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APA Tourismus stützt die österreichische Außenwirtschaft

17.11.2016 - 10:15:24

APA Tourismus stützt die österreichische Außenwirtschaft. Aktuelle Entwicklungen der österreichischen Zahlungsbilanz

Wien (APA-ots) - Im ersten Halbjahr 2016 erzielte Österreich laut

vorläufigem Ergebnis einen Leistungsbilanzüberschuss in Höhe von 5,5

Mrd EUR (3,3 % des BIP). Das ist der höchste absolute Wert seit dem

globalen Handelseinbruch im Jahr 2009. Tragende Säule der Entwicklung

war der Reiseverkehr, der mit einem Einnahmenüberschuss im Ausmaß von

5,8 Mrd EUR einen neuen Spitzenwert erreichte.

Im Güterhandel wurde im ersten Halbjahr 2016 ein Handelsüberschuss

von 1,3 Mrd EUR (-0,6 Mrd EUR zum Vorjahr) erzielt. Bei den

Wirtschaftsdienstleistungen lag der Saldo das dritte Jahr in Folge

unter 1 Mrd EUR. Damit war es vor allem der heimische Tourismus, der

mit einem Einnahmenüberschuss von 5,8 Mrd EUR - und damit einem neuen

Spitzenwert - die Außenwirtschaft stützte. Das Defizit aus

einkommensrelevanten Außenwirtschaftsströmen (Löhne, Gehälter,

Vermögenseinkommen, Steuern und Subventionen) verringerte sich im

Jahresabstand und betrug -2,3 Mrd EUR.

Die Exporte von Gütern und Wirtschaftsdienstleistungen entwickelten

sich im ersten Halbjahr mit +1,2 % bzw. +2,4 % verhalten. Das höchste

Absatzwachstum kam aus den 2004 bis 2013 beigetretenen

EU-Mitgliedstaaten . Die heimischen Exporteure hatten insbesondere in

der Russischen Föderation, den USA und der Türkei Rückgänge zu

verzeichnen.

Deutlich mehr Urlaubende aus Deutschland

Demgegenüber entwickelt sich das Jahr 2016 bisher zum außerordentlich

erfolgreichen Tourismusjahr in Österreich. Die Reiseverkehrseinnahmen

von ausländischen Gästen stiegen im ersten Halbjahr um 6,3 % auf 9,3

Mrd EUR. Das ist der höchste absolute Wert, der bislang in einem

Halbjahr erzielt wurde. Vor allem deutsche Gäste haben vermehrt in

Österreich genächtigt (+4,9 % auf rund 27 Mio von insgesamt 53,2 Mio

Nächtigungen ausländischer Gäste). Auch die Zahl der Nächtigungen der

einheimischen Gäste hat im ersten Halbjahr zugenommen (+3,3 % auf

17,6 Mio). Die Ausgaben pro Nächtigung sind gestiegen, wobei die

Teuerung in der Gastronomie und Hotellerie in Rechnung zu stellen

ist. Neben den Ausgaben deutscher Gäste haben auch jene von

schweizerischen (+15,2 %), niederländischen (+9,4 %) und

italienischen Gästen (+7,5 %) im ersten Halbjahr zugenommen. Der

Zuwachs aus China fiel neuerlich dynamisch aus (+9,4 %). Mit

Gesamteinnahmen von 56 Mio EUR lag der asiatische Wachstumsmarkt auf

Rang 18 der Herkunftsländer, und damit vor Japan, das Rang 23

belegte. Bei den Einnahmen russischer Gäste war neuerlich ein Minus,

und zwar im Ausmaß von 23,4 %, zu verzeichnen. Nach wie vor ist die

Russische Föderation eine wichtige Quelle für den heimischen

Tourismus und lag im ersten Halbjahr 2016 mit einem Einnahmenvolumen

von 132 Mio EUR auf Rang 13 der Herkunftsländer.

Direktinvestitionen: weniger Forderungen, aber auch weniger

Verpflichtungen

Bei den Direktinvestitionen gab es im ersten Halbjahr 2016 Rückgänge

bei den Forderungen und Verbindlichkeiten, zurückzuführen auf den

Rückzug einer in Österreich zwar nicht realwirtschaftlich tätigen

Zweckgesellschaft (Special Purpose Entity), die aber ihre

konzerninternen Finanzen über Österreich abwickelte. Darüber hinaus

fanden im ersten Halbjahr Investitionen und Übernahmen statt, wie

etwa der Kauf des deutschen Getriebe-Herstellers "Getrag" durch Magna

International Inc., die das Ausmaß des negativen Basiseffekts auf die

Entwicklung der Forderungen (-20,3 Mrd EUR) und Verbindlichkeiten

(-21,4 Mrd EUR) aus Direktinvestitionen dämpften.

Die Forderungen aus Wertpapierveranlagungen im Ausland sind im ersten

Halbjahr 2016 transaktionsbedingt um 4 Mrd EUR gestiegen. Neben

verzinslichen Wertpapieren wurden vor allem ausländische

Investmentzertifikate nachgefragt. Die Verbindlichkeiten Österreichs

im Ausland wurden hingegen im ersten Halbjahr insgesamt um 4,7 Mrd

EUR verkürzt, da die heimischen Banken ihre Auslandsrefinanzierung

weiter zurückgefahren haben. Österreichische Staatsanleihen fanden

weiterhin international Absatz, und zwar im Ausmaß von 2,2 Mrd EUR.

Damit lagen Ende Juni 2016 218,3 Mrd EUR oder rund 70 % des Bestands

an heimischen Staatspapieren im Besitz ausländischer Gläubiger.

Revidierte Zahlen für 2014 und 2015

Für die Vergleichsjahre 2014 und 2015 wurde die Zahlungsbilanz

routinemäßig revidiert, um aktuellen Informationen aus

Unternehmensbilanzen sowie Statistik- und Registerdaten Rechnung zu

tragen, die nur mit zeitlicher Verzögerung verfügbar sind. Damit

wurde die Leistungsbilanz für das Jahr 2014 von 2 % auf 2,4 % im

Verhältnis zum BIP revidiert, für das Jahr 2015 von 2,6 % auf 1,9 %.

Beigetragen haben dazu neben aktuellen Jahresabschlussdaten der

Unternehmen auch Revisionen der Basisstatistiken, wie der

Außenhandelsstatistik, sowie die Verfügbarkeit neuer Datenquellen zur

Rückversicherung und zur EU-Mehrwertsteuer. In Summe ist der Umfang

der Revisionen mit jenem früherer Jahre vergleichbar und stellt im

Hinblick auf die zugrundeliegenden Transaktionsvolumina keinen

außerordentlichen Revisionsanfall dar.

Oesterreichische Nationalbank

Statistik Hotline

(+43-1) 404 20-5555

statistik.hotline@oenb.at

http://www.oenb.at

Rückfragehinweis:

Oesterreichische Nationalbank

Dr. Christian Gutlederer

Pressesprecher

(+43-1) 404 20-6900

christian.gutlederer@oenb.at

www.oenb.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/156/aom

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