Unternehmensmitteilungen

APA Geringes Risiko ist für Österreichs Privathaushalte wichtiger...

24.10.2016 - 10:05:24

APA Geringes Risiko ist für Österreichs Privathaushalte wichtiger.... APA Geringes Risiko ist für Österreichs Privathaushalte wichtiger als Erträge - BILD

Aktuelle Entwicklungen des Finanzverhaltens privater Haushalte

Wien (APA-ots) - Das Finanzvermögen der österreichischen Haushalte ist

trotz des für Anlegerinnen und Anleger schwierigen Umfelds seit 2010

geringfügig gewachsen. Der Großteil der Neuveranlagung floss in

täglich fällige Einlagen. Auch in jüngster Zeit geben private

Haushalte ungeachtet des Zinsniveaus nahe dem Nullpunkt sicheren

Anlagen den Vorzug gegenüber den mit höherem Verlustrisiko

verbundenen Wertpapieren. Das Immobilienvermögen stieg seit 2010 um

fast ein Drittel und damit deutlich stärker als das Finanzvermögen.

"Die österreichischen Haushalte agierten in Finanzfragen

ausgesprochen vorsichtig und hielten Ende Juni 2016 ein Fünftel ihres

Vermögens in hochliquiden Anlagen wie Bargeld (22 Mrd EUR) oder

täglich fälligen Einlagen (112 Mrd EUR)", erklärte Dr. Johannes

Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik im Rahmen einer

Pressekonferenz in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).

"Finanzmittel sollen einerseits rasch verfügbar bleiben, andererseits

bieten die geringen Einlagenzinssätze aller Laufzeiten auch gar

keinen ausreichenden Anreiz, um sich finanziell zu binden", so

Turner.

Das Finanzvermögen der privaten Haushalte betrug Ende Juni 2016

rund 610 Mrd EUR. Das entspricht etwa dem Dreifachen des netto

verfügbaren Einkommens. Das geschätzte Immobilienvermögen der

Haushalte belief sich auf rund 781 Mrd EUR.

Dem stehen Kredite und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 177

Mrd EUR gegenüber, wovon 125 Mrd EUR auf Wohnbaukredite entfallen.

"Mäßige nominelle Einkommenszuwächse und eine damit verbundene

geringe Sparquote sowie schwache Erträge infolge des tiefen

Zinsniveaus ließen das Geldvermögen seit 2010 nur um 16% ansteigen",

ergänzte Turner. Angesichts einer Zunahme der Verbraucherpreise um

11% fiel der reale Gewinn äußerst bescheiden aus.

Immobilienvermögen - verteilt auf rund die Hälfte der

Österreicherinnen und Österreicher - verzeichnete dagegen im selben

Zeitraum Wertsteigerungen um fast ein Drittel. Das ausstehende

Volumen an Wohnbaukrediten stieg - teilweise infolge von

Währungskurseffekten - seit 2010 um ein Fünftel an.

Mit 230 Mrd EUR sind die Einlagen eine dominante Größe im

Finanzvermögen der Haushalte. Fast die Hälfte davon ist täglich

fällig. Der Anteil der Bauspareinlagen lag seit 2010 relativ konstant

bei rund 10 % an den gesamten Einlagen. Weitere 106 Mrd EUR (17 % des

Finanzvermögens) waren in handelbare Wertpapiere investiert, 111 Mrd

EUR (18 %) entfielen auf Lebensversicherungen und kapitalgedeckte

Pensionsansprüche.

Investmentfondsanteile gewinnen im Portfolio der österreichischen

Privatanlegerinnen und anleger an Bedeutung. Aktuell sind rund 52

Mrd EUR (9% des Finanzvermögens) investiert. Dominant sind bei

inländischen Anteilen sowohl Rentenfonds als auch gemischte Fonds.

Immobilienfonds sind nicht zuletzt aufgrund der positiven

Preisentwicklung stark gefragt (4,6 Mrd EUR bzw. fast 10% des

gesamten Bestands an Investmentzertifikaten). Der Besitz von

verzinslichen Wertpapieren summiert sich auf 36 Mrd EUR (5% des

Finanzvermögens) und wird durch inländische Banktitel (rund 20 Mrd

EUR) dominiert. Der Aktienbesitz ist in Österreich mit etwa 20 Mrd

EUR traditionell sehr gering ausgeprägt.

Nur ein Zehntel aller österreichischen Haushalte ist im Besitz von

Investmentfondsanteilen, 4% halten verzinsliche Wertpapiere und rund

5 % besitzen Aktien.

Nennenswerte Erträge konnten seit 2010 nur mit Wertpapieren -

sowohl direkt gehaltene als auch jene im Deckungsstock von

Lebensversicherungen und Pensionskassen erzielt werden.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service

sowie im//bild.ots.at

Rückfragehinweis:

Oesterreichische Nationalbank

Dr. Christian Gutlederer

Pressesprecher

(+43-1) 404 20-6900

christian.gutlederer@oenb.at

www.oenb.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/156/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER

INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0054 2016-10-24/10:01

@ dpa.de