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APA FMA Prüfstrategie 2017

29.12.2016 - 11:06:23

APA FMA Prüfstrategie 2017. 267 Vor-Ort-Maßnahmen bei Banken, Versicherungen und

Wertpapierfirmen geplant

Wien (APA-ots) - Die moderate Konjunkturentwicklung, das anhaltende

Niedrigzinsumfeld sowie die fortschreitende Digitalisierung werden

auch 2017 die großen Herausforderungen für den österreichischen

Finanzmarkt sein. Sie setzen bewährte Geschäftsmodelle weiterhin

unter Druck und zwingen die Unternehmen, neue Wege zur Sicherung

ihrer Profitabilität zu gehen. Gleichzeitig versuchen neue Akteure

den Markteintritt. Vor diesem Hintergrund hat die FMA eine umfassende

Prüfstrategie für 2017 beschlossen. Die zu prüfenden Unternehmen

wurden dabei entsprechend dem risikobasierten Aufsichtsansatz der FMA

ausgewählt. Konkret plant die FMA für die 911 konzessionierten und

direkt beaufsichtigten Unternehmen nächstes Jahr 267 Prüfmaßnahmen

über alle Aufsichtsbereiche hinweg durchzuführen. Nicht

berücksichtigt in dieser Zahl sind anlassbezogene Prüfungen, die im

Jahresverlauf kurzfristig vorgenommen werden.

Bei den Kreditinstituten werden schwerpunktmäßig Kreditrisiko,

Risikomanagement und Interne Governance geprüft. Im Hinblick auf das

neue, europäische Abwicklungsregime für Banken wird die FMA verstärkt

den Vertrieb von "bail-in"-fähigen Eigenen Emissionen der

Kreditinstitute an Privatkunden beleuchten und die in solchen Fällen

notwendige, adäquate Risikoklassifizierung der Produkte sowie die

Risikoaufklärung der Anleger schwerpunktmäßig prüfen. Weiters wird

die FMA die Einhaltung der Sorgfaltspflichten durch jene

Kreditinstitute und Wertpapierfirmen kontrollieren, die im Vertrieb

vertraglich gebundene Vermittler einsetzen. Diese vertraglich

gebundenen Vermittler vertreiben unter dem Haftungsdach einer

konzessionierten Bank oder Wertpapierfirma Wertpapiere. Diese

Konstellation darf dabei keine nachteilige Wirkung auf den Kunden

haben.

Im Mittelpunkt der Prüfmaßnahmen bei Versicherungen stehen die neuen

Anforderungen durch das Solvency II-Regelwerk, wobei das

Hauptaugenmerk auf den "Best Estimate"-Berechnungen und

Rückstellungen liegt. Im Rahmen des "Best Estimate" werden die

zukünftig erwarteten Zahlungsströme sowohl bei Lebensversicherungen

als auch bei Schaden-/Unfallversicherungen geschätzt. Im Bereich

Asset Management liegen die Schwerpunkte auf der Prüfung des

Portfolio- und Risikomanagements bei Kapitalanlagegesellschaften,

Alternativen Investmentfondsmanagern, betrieblichen Vorsorgekassen,

Sonderkreditinstituten und Wertpapierfirmen. Im Bereich der

Pensionskassen wird der Fokus auf dem Asset- und Risikomanagement

liegen.

Einen besonderen Schwerpunkt werden darüber hinaus 2017 die Prüfungen

im Bereich der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung bilden, wobei

die FMA durch interne Ressourcenkonzentration die Prüffrequenz um 10

Prozent erhöhen wird. Banken, Versicherungen und Wertpapierfirmen

werden dabei ebenso unter die Lupe genommen wie Zahlungsinstitute und

Vermittler. Im Rahmen der geplanten Vor-Ort-Prüfungen soll

insbesondere auch die praktische Umsetzung der videobasierten

Kundenidentifizierung nach dem neuen Finanzmarkt-Geldwäschegesetz und

der kommenden Online-Identifikationsverordnung geprüft werden.

Mit diesen Prüfmaßnahmen will die FMA in zentralen Bereichen

präventiv wirken und so das Investorenvertrauen in den heimischen

Finanzmarkt stärken sowie die Einhaltung der europäischen und

österreichischen Rechtsnormen gewährleisten.

Rückfragehinweis:

Finanzmarktaufsicht

Mag. Tiemon Kiesenhofer, MBA

+43/(0)1/24959-6010 oder +43/(0)676/882 49 610

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/694/aom

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