DEUTSCHE BANK AG, DE0005140008

WASHINGTON/FRANKURT - Die Deutsche Bank muss in den USA erneut für Regelverstöße bei Finanzgeschäften geradestehen.

21.04.2017 - 13:47:24

Deutsche Bank muss in den USA für Verfehlungen büßen. Die US-Notenbank Fed verhängte Bußgelder in Höhe von insgesamt 156,6 Millionen Dollar (146,2 Mio Euro) gegen das größte deutsche Geldhaus. Der Kernvorwurf lautet, die Bank sei zu lax bei ihren internen Kontrollen gewesen.

Die Deutsche Bank versprach, Abhilfe zu schaffen. "Wir begrüßen es, dass wir diese zivilrechtlichen Angelegenheiten mit der US-Notenbank Federal Reserve beilegen konnten", sagte ein Banksprecher am Freitag in Frankfurt. Nach Informationen aus der Finanzbranche ist die Summe durch Rückstellungen für Rechtsfälle gedeckt.

Der größte Teil des Bußgelds, nämlich 136,9 Millionen Dollar, wird in Zusammenhang mit Devisengeschäften fällig: Die Bank soll es wegen lückenhafter Kontrollmechanismen versäumt haben, Währungshändler vom Austausch vertraulicher Marktinformationen mit Rivalen abgehalten zu haben.

Die Manipulation von Wechselkursen durch ein regelrechtes Kartell internationaler Großbanken war einer der größten Bankenskandale aller Zeiten. Die US-Regierung hatte deshalb vor zwei Jahren gegen amerikanische, britische und Schweizer Geldhäuser Strafen über insgesamt 5,6 Milliarden Dollar verhängt.

Weitere 19,7 Millionen Dollar an Bußgeld entfallen bei der Deutschen Bank auf Verstöße gegen die sogenannte "Volcker Rule". Nach dieser Regel ist es Geschäftsbanken weitgehend untersagt, auf eigene Rechnung an den Finanzmärkten zu spekulieren. Auch hier mahnte die US-Notenbank mangelnde Kontrollen bei der Deutschen Bank an. Das Geldhaus hat nun 60 Tage Zeit, eine Lösung zu präsentieren.

Es ist das erste Mal, dass eine Bank wegen Verstößen gegen die "Volcker Rule" belangt wird. Die Regel ist Teil des "Dodd-Frank Act". Mit diesem Gesetzespaket hatte die Regierung Obama auf die Erfahrungen der Finanzkrise reagiert. Der neue US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Regeln wieder aufweichen zu wollen.

Mit der Bußgeldzahlung kann die Deutsche Bank ein weiteres Kapital ihrer langen Geschichte an Rechtsstreitigkeiten abhaken. Im vergangenen Jahr hatte die Sorge vor riesigen Strafen schwer auf dem Geldhaus gelastet. Bankchef John Cryan war es jedoch gelungen, wichtige Fälle abzuarbeiten. Die fälligen Milliardensummen führten allerdings dazu, dass die Bank 2015 und 2016 hohe Verluste schrieb.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

ANALYSE-FLASH: Macquarie hebt Deutsche Bank auf 'Outperform' - Ziel 17,50 Euro. Die Kapitalerhöhung stärke die Bilanz der Bank und die angestrebten Kostenverbesserungen hätten mehr Glaubwürdigkeit als in der Vergangenheit, schrieb Analyst Piers Brown in einer Studie vom Montag. Zudem würde der Konzern von steigenden Zinsen und einer möglichen, lockereren Regulierung in den USA profitiere. LONDON - Die australische Investmentbank Macquarie hat Deutsche Bank von "Underperform" auf "Outperform" hochgestuft und das Kursziel von 15,50 auf 17,50 Euro angehoben. (Boerse, 24.04.2017 - 09:09) weiterlesen...

Oppositions-Appell an Deutsche Bank. In einem Brief an Bank-Chef John Cryan fordert Parlamentspräsident Julio Borges, so ein Geschäft nicht einzugehen, da Präsident Nicolás Maduro eine Diktatur errichte. Zudem unterstütze man sonst eine Regierung mit "Verbindungen zum Drogenhandel und internationalen Terrorismus". CARACAS - Venezuelas Parlamentspräsident warnt die Deutsche Bank eindringlich vor einem Goldgeschäft mit der sozialistischen Regierung des Krisenlandes, das dringend frische Devisen braucht. (Wirtschaft, 23.04.2017 - 15:59) weiterlesen...

Venezuela will Gold verkaufen: Opposition appelliert an Deutsche Bank CARACAS - Venezuelas Opposition warnt die Deutsche Bank vor (Wirtschaft, 23.04.2017 - 14:56) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: Commerzbank hebt Ziel für Deutsche Bank auf 15 Euro - 'Reduce'. Nach der Kapitalerhöhung habe er sein Bewertungsmodell für die Großbank angepasst, schrieb Analyst Michael Dunst in einer Studie vom Freitag. FRANKFURT - Die Commerzbank hat das Kursziel für Deutsche Bank von 14 auf 15 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Reduce" belassen. (Boerse, 21.04.2017 - 15:46) weiterlesen...

Verbraucherschützer klagen wegen fehlender Info. "Wir haben klare Belege, dass drei Institute ihre Kunden vorher nicht ausreichend über die Preisänderung informiert haben", sagte Finanzmarktwächter Kay Görner von der Verbraucherzentrale Sachsen der Deutschen Presse-Agentur. FRANKFURT - Gebühren, die einige Finanzhäuser von eigenen Kunden fürs Geldabheben am Bankautomaten verlangen, sorgen für Ärger: Verbraucherschützer ziehen vor Gericht. (Boerse, 20.04.2017 - 14:49) weiterlesen...

Studie: Achleitner Spitzenverdiener unter Aufsichtsratschefs im Dax. Mit einer Gesamtvergütung von 800 000 Euro (-1 Prozent) war er im vergangenen Jahr wie schon 2015 Spitzenverdiener, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung des Beratungsunternehmens hkp-Group hervorgeht. Durchschnittlich wurden die Chefkontrolleure der 30 deutschen Börsenschwergewichte mit 386 000 Euro entlohnt. Das waren 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf Platz zwei kam den Angaben zufolge BMW -Aufsichtsratschef Norbert Reithofer mit 610 660 Euro. FRANKFURT - Deutsche Bank -Chefkontrolleur Paul Achleitner ist einer Studie zufolge weiterhin der bestbezahlteste Aufsichtsratsvorsitzende eines Dax -Konzerns. (Boerse, 20.04.2017 - 11:15) weiterlesen...