Lebensmittelhandel, Pharmahandel

WASHINGTON - Der Kampf um die größte Freihandelszone der Welt ist eröffnet: Die Handelsexperten der Regierungen von Mexiko, Kanada und der USA stecken monatelang die Köpfe zusammen, um dem Pakt ein neues Gesicht zu geben.

16.08.2017 - 19:00:24

Größte Freihandelszone der Welt wird neu verhandelt. Und sie machten gleich zu Beginn unmissverständlich klar, dass dies kein einfaches Unterfangen werden wird: "Wenn der Deal nicht für alle drei Länder Vorteile bringt, dann ist er kein Deal", sagte Mexikos Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo.

Die Stoßrichtung war klar: Denn zum Handelsbeauftragten von US-Präsident Donald Trump, Robert Lighthizer, hat Kanadas Wirtschaftsministerin Chrystia Freeland "extreme Höhenunterschiede" ausgemacht. Der 69-Jährige führt die Verhandlungen für die USA und nahm gleich zu Beginn kein Blatt vor den Mund. "Wir glauben, dass Nafta für zahllose Amerikaner grundlegend versagt hat und dass wir deutliche Verbesserungen brauchen", wetterte Lighthizer.

Er forderte, das riesige Handelsdefizit der USA vor allem zu Mexiko müsse beseitigt werden. Die US-Autobranche habe durch Nafta zahlreiche Werke und Hunderttausende Arbeitsplätze in Richtung Süden verloren. Allein im Automobilsektor bestehe ein Defizit in Höhe von 68 Milliarden US-Dollar (aktuell rund 58 Mrd Euro) mit Mexiko.

Ökonomen hatten noch in den vergangenen Tagen darauf hingewiesen, dass Freihandelsabkommen nicht dazu geeignet seien, bilaterale Handelsbilanzen zu verändern. Vielmehr seien sie ein Mittel, eine bestimmte Wirtschaftszone als gemeinsames Gebiet zu betrachten, dessen Außenbeziehungen als Ganzes sich verbessern.

Freeland wies deshalb auch darauf hin, dass die US-Volkswirtschaft durch Nafta jedes Jahr einen dreistelligen Milliardenbetrag gut gemacht habe. Experten gehen davon aus, dass bis zu 14 Millionen US-Jobs von Nafta abhängen. An den möglicherweise überzogenen Erwartungen der Amerikaner an Neuverhandlungen könne das Projekt auch scheitern, mutmaßten Ökonomen im Vorfeld. Der Bundesverband der Deutschen Industrie mahnte zur Einsicht. Auch deutsche Autohersteller und deren Zulieferer produzieren in Mexiko für den US-Markt.

Doch Lighthizer ließ nicht locker: "Die Zahlen sind klar. Die US-Regierung hat bestätigt, dass mindestens 700 000 Amerikaner wegen sich ändernder Handelsflüsse auf Grund von Nafta ihre Jobes verloren haben", sagte er und fügte hinzu: "Die Ansicht des Präsidenten, die ich komplett teile, ist wohlbekannt." Trump hatte Nafta als vermutlich "schlechtesten Deal aller Zeiten" gebrandmarkt.

Das Freihandelsabkommen Nafta war 1992 zu Ende verhandelt worden und trat zu Jahresbeginn 1994 in Kraft. Die Zone umfasst 25 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung mit einem Volumen von mehr als 20 Billionen Dollar und 440 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Die europäische Freihandelszone aus den 28 EU-Ländern sowie Norwegen, Island und Liechtenstein kommt auf rund 17 bis 18 Billionen Dollar.

Seit dem Beginn von Nafta hat sich der Handel unter den drei Teilnehmerländern vervierfacht. Die Verhandlungen sollen sich bis mindestens Anfang 2018 hinziehen. Die zweite Verhandlungsrunde wird in Mexiko stattfinden.

Die USA wollen nach Angaben Lighthizers vor allem Verbesserungen für ihr verarbeitendes Gewerbe, besonders die Autoindustrie erzielen. Ferner soll Währungsmanipulationen ein Riegel vorgeschoben werden und der Kampf gegen Einflüsse Dritter verstärkt werden, etwa beim Schutz geistigen Eigentums oder beim Dumping - dies zielte wohl direkt gegen China.

Einig sind sich die drei Länder, dass etwa beim Arbeitsrecht, bei den Regeln für den elektronischen Handel, bei den Transparenzregeln und beim Umgang mit technischer Innovation die Anfang der 1990er Jahre getroffenen Vereinbarungen reformiert werden müssen. Kanada und Mexiko wollten auch den Umweltschutz einbauen, betonte Freeland.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Behörde: Amazon legt Steuerstreit in Italien mit Millionenzahlung bei. Dies teilte die zuständige Agenzia delle Entrate am Freitag mit. Die Vereinbarung werde die laufenden Steuerermittlungen von Staatsanwälten in Mailand sowie bei der Finanzpolizei beenden. Diese hätten sich auf den Zeitraum von 2011 bis 2015 erstreckt, hieß es. ROM - Der Online-Versandhandelskonzern Amazon will nach Angaben der italienischen Steuerbehörde seinen Streit mit Rom mit einer Zahlung von 100 Millionen Euro beilegen. (Wirtschaft, 15.12.2017 - 21:00) weiterlesen...

Beate Uhse insolvent - Geschäfte laufen weiter (Boerse, 15.12.2017 - 13:47) weiterlesen...

Luxemburg widerspricht EU-Kommission wegen Amazon-Steuern. Die Regierung beschloss nach Mitteilung vom Freitag, Widerspruch gegen die Aufforderung der Kommission einzulegen, die von Amazon nicht gezahlten Steuern jetzt einzutreiben. "Dieser Einspruch dient dazu, Rechtssicherheit herzustellen", heißt es in der Mitteilung der Regierung. LUXEMBURG - Luxemburg wird den Streit mit der EU-Kommission um eine Steuerforderung in Höhe von 250 Millionen Euro gegen den Internethändler Amazon vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) tragen. (Wirtschaft, 15.12.2017 - 13:38) weiterlesen...

Drohende Zahlungsunfähigkeit: Beate Uhse stellt Insolvenzantrag. "Der Vorstand der Beate Uhse AG, Michael Specht, hat sich zu diesem Schritt entschlossen, um die Sanierung der gesamten Gruppe in Eigenverwaltung nachhaltig umzusetzen", teilte die Beate Uhse AG am Freitag in Flensburg mit. Die Insolvenzanmeldung betreffe ausschließlich die Beate Uhse AG in ihrer Funktion als Holding, für die Tochtergesellschaften der Beate Uhse AG werde keine Insolvenz beantragt. FLENSBURG - Der Erotikhändler Beate Uhse will Insolvenz beantragen. (Boerse, 15.12.2017 - 10:53) weiterlesen...

Beate Uhse stellt Insolvenzantrag. "Der Vorstand der Beate Uhse AG, Michael Specht, hat sich zu diesem Schritt entschlossen, um die Sanierung der gesamten Gruppe in Eigenverwaltung nachhaltig umzusetzen", teilte die Beate Uhse AG am Freitag in Flensburg mit. Die Insolvenzanmeldung betreffe ausschließlich die Beate Uhse AG in ihrer Funktion als Holding, für die Tochtergesellschaften der Beate Uhse AG werde keine Insolvenz beantragt. FLENSBURG - Der Erotikhändler Beate Uhse will Insolvenz beantragen. (Boerse, 15.12.2017 - 10:42) weiterlesen...

H&M kündigt nach schwachem Quartal Schließungen an - Aktie bricht ein. Dabei lief insbesondere das Geschäft in den Läden schlecht - die Kunden blieben weg. Als Reaktion darauf kündigte der schwedische Konzern an, Filialen schließen zu wollen. Zudem soll die Produktpalette überarbeitet werden. Die Aktie brach am Freitag zu Handelsbeginn um 12 Prozent ein - der stärkste Absturz sei neun Jahren. STOCKHOLM - Flaute bei Hennes & Mauritz (H&M) (H&M): Der Modehändler hat im Schlussquartal herbe Einbußen hinnehmen müssen und schnitt deutlich schlechter ab als erwartet. (Boerse, 15.12.2017 - 10:26) weiterlesen...