FIAT CHRYSLER, NL0010877643

US-Automarkt schwächelt weiter - VW jedoch mit Absatzschub

03.07.2017 - 22:17:25

(GM) und Ford erlitten deutliche Absatzrückgänge um jeweils rund fünf Prozent. Rivale Fiat Chrysler wurde 7,4 Prozent weniger Neuwagen los. Günstiger Sprit und niedrige Zinsen hatten der Branche in den vergangenen Jahren Rekordverkäufe beschert, aber seit Jahresbeginn stehen die Zeichen auf Abschwung.

DIESELSKANDAL HATTE LANGE BELASTET

Volkswagen zählte in den vergangenen Monaten zu den Gewinnern im schwachen US-Gesamtmarkt. Nachdem der Dieselskandal den Absatz belastet hatte, berappelte sich VW wieder und schloss das erste Halbjahr mit einem Verkaufsplus von 8,2 Prozent ab. Die Wolfsburger brachten seit Anfang des Jahres 161 238 Wagen an die US-Kundschaft.

Die VW-Oberklassetochter Audi lieferte im Juni 19 416 Neuwagen aus, was einem Zuwachs von 5,3 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Der deutsche Premium-Rivale BMW schaffte nach zwei Monaten mit starken Absatzrückgängen immerhin ein Mini-Plus von 0,4 Prozent auf 28 962 Wage. Im bisherigen Jahresverlauf ergibt sich dennoch ein deutliches Minus von 2,8 Prozent. Konkurrent Daimler steigerte seine Verkäufe im Juni um 1,8 Prozent auf 28 994 Pkw der Marke Mercedes-Benz. Auf Jahressicht schrumpfter der Absatz jedoch um 0,5 Prozent.

JAPANER SCHNITTEN BESSER AB

Im vergangenen Monat schlugen sich indes auch die japanischen Branchenschwergewichte deutlich besser als die US-Platzhirsche wie GM und Ford. Toyota schaffte ein Absatzplus von 2,1 Prozent auf 202 376 Fahrzeuge. Honda und Nissan legten um ein Prozent beziehungsweise zwei Prozent zu. Auch wenn wegen eines US-Feiertags am Dienstag noch nicht die Ergebnisse aller Hersteller vorliegen, ist bereits klar, dass der branchenweite Absatztrend weiter negativ bleibt.

Laut vorläufigen Zahlen des Fachblatts "Automotive News" wurden auf dem US-Markt im Juni 1,47 Millionen Neuwagen verkauft - das entspricht einem Rückgang von drei Prozent im Jahresvergleich. Auf Halbjahressicht ergibt sich ein Minus von 2,2 Prozent. Damit scheint sich zu bestätigen, was viele Analysten schon lange prognostizieren: Obwohl die Anbieter immer stärker mit Rabatten nachhelfen, geht der lange Zeit boomenden US-Autokonjunktur die Luft aus.

@ dpa.de