Lebensmittelhandel, Pharmahandel

STUTTGART - Im Bankrottprozess gegen die Familie Schlecker hat eine Zeugenvernehmung Aufschluss über das Vermögen des Drogeriemarkt-Clans gegeben.

04.04.2017 - 17:30:24

Schlecker-Prozess: Vernehmung gibt Einblick in Familienvermögen. Der Zeuge, ein früherer Schlecker-Steuerdirektor, offenbarte zwar Wissenslücken und sagte oft, er sei nicht zuständig gewesen. Deutlich wurde aber, dass Anton Schlecker während des Niedergangs der Firma immer höhere Schulden aufnahm, die Familie aber materiell gut da stand. Schlecker haftete persönlich für seine Firma, seine Familie nicht. Die Staatsanwaltschaft wirft Anton Schlecker vor, mehr als 25 Millionen Euro an seine Frau Christa sowie seine Kinder Lars und Meike verschoben und dem Zugriff der Gläubiger entzogen zu haben.

Laut einem Dokument, das der Zeuge 2008 erstellt hat, hatten Schleckers Ehefrau und Kinder damals Immobilien im Wert von 48 Millionen Euro und Wertpapiere über 7 Millionen Euro. Dieses Vermögen dürfte aus Sicht der Staatsanwaltschaft ein Beleg sein, dass die Schlecker-Angehörigen finanziell gut bedacht wurden, obwohl der Konzern schon in Schieflage war und daher eigentlich keine wesentlichen Vermögensteile hätten abfließen dürfen. Zum Vermögen der Schleckers kamen bis zur Pleite noch weitere Millionen hinzu, zum Beispiel bezogen Meike und Lars 2011 laut Gerichtsdokumenten sieben Millionen Euro als Gewinnausschüttung aus der Logistikfirma LDG.

Im Prozess wurde zudem ein Protokoll einer Strategiebesprechung von 2009 gezeigt, das die angespannte Situation in dem Unternehmen belegt. Denach hat Anton Schlecker von seinen Führungskräften "radikale Maßnahmen" eingefordert und gesagt: "Es ist fünf vor 12." Wusste Schlecker also schon damals, dass seine Firma kaum noch zu retten war? Der Zeuge schüttelte den Kopf - er habe das Treffen damals eher als eindringliche Aufforderung an die Mitarbeiter verstanden, sich mehr anzustrengen. Um seinen Job habe er sich damals keine Sorgen gemacht.

Allerdings soll der Zeuge in der polizeilichen Vernehmung vor einiger

Zeit gesagt haben: "Seit 2004 wurde operativ mehr oder weniger kein Geld mehr verdient." Vor Gericht spielte er diese Äußerung aber runter - er sei nach seinem Start bei Schlecker 1999 nun mal sehr hohe Gewinne gewohnt gewesen, diese seien dann aber ausgeblieben.

Ein Knackpunkt des Verfahrens ist die Rolle der Logistikfirma LDG, die den Schlecker-Kindern gehörte. Ihr Vater soll für Logistik-Dienstleitungen viel zu hohe Preise gezahlt haben. Laut Staatsanwaltschaft tat er dies, um Geld aus dem Konzern "Anton Schlecker eK" an seine Kinder zu verschieben und somit der drohenden Pleite zu entziehen. Die Verteidigung bestreitet die Vermögensverlagerung an die LDG - das sei kein "Schatzkästchen für die Kinder" gewesen, so Anwalt Norbert Scharf.

Der Zeuge sagte, zu den LDG-Preisen wisse er nichts, verwies aber auf einen anderen Prokuristen. Der wiederum wurde auch als Zeuge geladen, schickte aber ein Krankheits-Attest. Nun erwägt der Richter einen Vor-Ort-Besuch bei dem hoch betagten Schlecker-Vertrauten.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Oberverwaltungsgericht vertagt Entscheidung im Aldi-Streit. SCHLESWIG - Nach rund acht Stunden Verhandlung hat das schleswig-holsteinische Oberverwaltungsgericht (OVG) eine Entscheidung im Familien-Streit bei Aldi Nord vertagt. Voraussichtlich am 7. Dezember um 10.00 Uhr soll noch ein Zeuge gehört werden. Das OVG verhandelt die Berufung gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Schleswig unter anderem über die Zusammensetzung des Vorstandes einer wichtigen Familienstiftung, die 19,5 Prozent der Anteile an Aldi Nord hält. Nach dem plötzlichen Tod von Gründer-Sohn Berthold Albrecht kämpfen Mitglieder seiner Familie um ihren Einfluss auf die Jakobus-Stiftung. Oberverwaltungsgericht vertagt Entscheidung im Aldi-Streit (Boerse, 23.11.2017 - 20:12) weiterlesen...

'Spiegel' erzwingt Änderungen in Middelhoff-Buch. STUTTGART - Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hat erfolgreich gegen mehrere Passagen in dem kürzlich veröffentlichten Buch des früheren Top-Managers Thomas Middelhoff geklagt. Ein Sprecher des Landgerichts Stuttgart berichtete am Donnerstag, das Gericht habe bereits am 20. Oktober eine Reihe von Äußerungen, die in dem Buch "A 115 - der Sturz" über den "Spiegel" und dessen Redakteure gemacht worden seien, verboten. Der "Spiegel" hatte am Donnerstag in einer Mitteilung darauf hingewiesen. 'Spiegel' erzwingt Änderungen in Middelhoff-Buch (Boerse, 23.11.2017 - 17:14) weiterlesen...

Erneut Streik am Amazon-Standort Leipzig. Etwa 400 Mitarbeiter seien dem Aufruf gefolgt, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Die "Cyber Monday Woche" ist nach Angaben von Verdi ein Widerspruch zu den Arbeitsbedingungen bei Amazon. Auf der einen Seite würde mit immer neuen Rabatten geworben, auf der anderen den Beschäftigten elementare Rechte wie tarifliche Bezahlung verwehrt. LEIPZIG - Beschäftigte des Versandhändlers Amazon in Leipzig habe am Donnerstag erneut die Arbeit niedergelegt. (Boerse, 23.11.2017 - 15:33) weiterlesen...

Oberverwaltungsgericht verhandelt Familienstreit bei Aldi-Nord. In zwei Berufungsverfahren in Schleswig geht es unter anderem um die Zusammensetzung des Vorstandes einer wichtigen Familienstiftung, die 19,5 Prozent der Anteile an Aldi Nord hält. Letztlich wird damit über den künftigen Einfluss der Familie des verstorbenen Gründersohns Berthold Albrecht entschieden. SCHLESWIG - Der Familienstreit beim Discounter-Riesen Aldi Nord beschäftigt seit Donnerstag das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht. (Boerse, 23.11.2017 - 14:46) weiterlesen...

Rewe-Chef will Amazon und den Discountern die Stirn bieten. "Langfristig könnten bis zu zehn Prozent des Umsatzes im deutschen Lebensmittelhandel ins Netz abwandern", sagte Souque der "Wirtschaftswoche". KÖLN - Der Rewe-Chef Lionel Souque stellt sich auf wachsende Bedeutung des Onlinehandels mit Lebensmitteln ein. (Boerse, 23.11.2017 - 11:15) weiterlesen...

Zur 'Cyber Monday Woche': Streik am Amazon-Standort Leipzig. Seit 0.00 Uhr am Donnerstagmorgen hätten die Mitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt, teilte die Gewerkschaft mit. Der Streik sollte bis zum Ende der Spätschicht am Donnerstag dauern. Die "Cyber Monday Woche" sei ein Widerspruch zu den Arbeitsbedingungen bei Amazon, sagte Verdi-Streikleiter Ronny Streich. LEIPZIG - Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten bei Amazon in Leipzig erneut zum Streik aufgerufen. (Boerse, 23.11.2017 - 09:34) weiterlesen...