Produktion, Absatz

STUTTGART - Die Aussichten der Südwest-Sparkassen auf gute Geschäfte verdüstern sich weiter.

21.02.2017 - 15:00:24

ROUNDUP/Sparkassenverband: EZB-Nullzinspolitik 'bringt uns an den Bettelstab'. Der Zinsüberschuss - die wichtigste Einnahmequelle der Finanzinstitute - sank im vergangenen Jahr um gut drei Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, wie der Sparkassenverband Baden-Württemberg am Dienstag mitteilte. Auch für dieses Jahr gehe es hierbei bergab. "Der Zinsüberschuss wird sich weiter abschwächen, es wird glatt so weitergehen", sagte Verbandschef Peter Schneider. Dies sei eine Folge der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die Ballast ist für die ganze deutsche Bankenbranche.

Zugleich stieg der Gewinn der Südwest-Kassen zwar um rund 14 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro. Dies geschah aber nicht aus eigener operativer Kraft, sondern wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Auflösung eines Teils der Risikovorsorge. Als Folge der Finanzkrise hatten die Sparkassen einen hohen Puffer bilden müssen für mögliche Kreditausfälle - die Finanzmittel, die in die Risikovorsorge flossen, mussten nicht versteuert werden. Da die Wirtschaft brummt und keine Krise in Sicht ist, muss dieser Puffer aus steuerrechtlichen Gründen nun aber reduziert werden.

Der Zinsüberschuss sinkt, also drehen die Sparkassen zumindest etwas an der Gebührenschraube - der ordentliche Ertrag, also zum Beispiel Gebühren für die Kontoführung und für Transaktionen, stieg leicht um 15 Millionen Euro (1,4 Prozent) auf rund 1,1 Milliarden Euro. In Relation zum weggebrochenen Zinsüberschuss (minus 111 Millionen Euro) sei das wenig, so Schneider. "Man kann das durch Gebühren nicht einmal annähernd ausgleichen." Stattdessen müsse man Kosten senken.

Verbandsgeschäftsführer Joachim Herrmann bestätigte, dass "eine ganze Reihe" der 51 selbstständigen Sparkassen hierzulande Gebühren erhöht haben. Aber man stehe mit anderen Banken im intensiven Wettbewerb. "Wenn irgendjemand an der Gebührenschraube dreht, dann stößt das auf heftigsten Widerstand [der Kunden]", sagte Herrmann.

Wie geht es denn weiter angesichts schrumpfender Zinsüberschüsse als Folge der EZB-Vorgaben? Verbandspräsident Schneider zeigte tiefe Sorgenfalten. "Sie begegnen mir an diesem Punkt ratlos, drum sag ich: Das bringt uns an den Bettelstab", sagte er. "Diese Niedrigzinspolitik wird das Bankgewerbe auszehren."

Ein Mutmacher: Im Verhältnis zu anderen Banken stünden die Sparkassen gut da, sagte Schneider. "Das einzige, was mich tröstet, ist, dass alle anderen Wettbewerber in dem Zug weiter vorne sitzen, der da auf die Mauer drauf rauscht." Man sitze "gut gepolstert im letzten Waggon".

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Studie: Lufthansa-Monopol droht vor allem auf innerdeutschen Strecken. Das geht aus aktuellen Flugplan-Auswertungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln hervor. Zuvor hatte darüber die "Rheinische Post" berichtet. FRANKFURT/KÖLN - Eine Komplettübernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin würde der Lufthansa vor allem auf innerdeutschen Strecken zu einem starken Monopol verhelfen. (Boerse, 18.08.2017 - 15:00) weiterlesen...

Autoindustrie erwartet deutlich geringeren Stickoxid-Ausstoß. Verglichen mit Jahresbeginn 2017 könnten die sogenannten NOx-Emissionen insgesamt um 12 bis 14 Prozent sinken, betonte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Freitag. Zuvor hatte das "Handelsblatt" über die Modellrechnung des Verbandes berichtet, der damit Vorhersagen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) entgegentritt. Die DUH geht von geringen bis gar keinen Effekten der Gipfel-Ergebnisse aus. Autoexperte Stefan Bratzel nannte die VDA-Annahmen "optimistisch und ambitioniert". STUTTGART/BERLIN - Die Autoindustrie rechnet bis Anfang 2019 mit einem spürbaren Rückgang der Stickoxid-Emissionen im Straßenverkehr - besonders, aber nicht nur durch die Ergebnisse des Diesel-Gipfels. (Boerse, 18.08.2017 - 14:50) weiterlesen...

KORREKTUR/ROUNDUP: Autoindustrie erwartet deutlich geringeren Stickoxid-Ausstoß (Berichtigung: 4,8 statt 5,8 Millionen Euro-6-Diesel im fünften Absatz.) (Boerse, 18.08.2017 - 14:22) weiterlesen...

Branche der Unterhaltungselektronik weiter in leichtem Aufwind. Im ersten Halbjahr 2017 verzeichneten die Hersteller einen Umsatzzuwachs von 2,4 Prozent auf knapp 12,5 Millionen Euro. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichten Hemix-Index der Branchenvertretung gfu hervor. Allein mit TV-Geräten wurden knapp zwei Milliarden Euro umgesetzt, ein Plus von 3,1 Prozent. Außergewöhnlich entwickelte sich das Geschäft mit Settop-Boxen, hier legte der Umsatz um über 255 Prozent auf 349 Millionen Euro zu. Ende März war das terrestrische Fernseh-Signal auf den neuen Standard DVB-T2 umgestellt worden, für dessen Empfang seither neue Geräte erforderlich sind. FRANKFURT - Die Branche der Unterhaltungselektronik setzt ihre positive Entwicklung weiter fort. (Boerse, 18.08.2017 - 14:21) weiterlesen...

KORREKTUR: Branche der Unterhaltungselektronik weiter in leichtem Aufwind. (Berichtigung: Der Umsatzzusachs im zweiten Satz beläuft sich auf 12,5 Milliarden Euro - nicht Millionen.) KORREKTUR: Branche der Unterhaltungselektronik weiter in leichtem Aufwind (Boerse, 18.08.2017 - 14:09) weiterlesen...

Großstädte hängen bei Mieten Land weiter ab. Im ersten Halbjahr legten sie bei Neuverträgen im Schnitt um 4,4 Prozent zu, wie eine am Freitag veröffentlichte Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigte. Damit werden durchschnittlich 7,90 Euro pro Quadratmeter ohne Nebenkosten fällig. Indes wächst das Gefälle zwischen Stadt und Land weiter. Angesichts der Bundestagswahl werden Stimmen zu Bekämpfung des Mietanstiegs lauter. FRANKFURT/BONN - Die vielerorts ungebrochene Nachfrage nach Immobilien treibt die Wohnungsmieten in Deutschland immer höher. (Boerse, 18.08.2017 - 14:05) weiterlesen...