Alphabet C-Aktie, US02079K1079

Samsung will mit Kauf von Harman ins Geschäft mit Auto-Elektronik

14.11.2016 - 16:02:24

drängt mit dem Kauf des Elektronik-Konzerns Harman massiv ins Autogeschäft. Der südkoreanische Smartphone-Marktführer einigte sich auf den Kauf der US-Firma für insgesamt rund acht Milliarden Dollar. Harman macht rund zwei Drittel seines Geschäfts mit Autoelektronik und rüstet unter anderem auch Fahrzeuge deutscher Hersteller mit Unterhaltungsanlagen aus.

Zugleich arbeitet der Konzern an der Vernetzung von Autos und Sicherheitssystemen. So zeigte Harman auf der vergangenen Elektronik-Messe CES zum Beispiel eine Kamera-Anlage, die das Stress-Niveau des Fahrers erkennt. Der Zulieferer arbeitet mit 36 Marken zusammen, aktuell seien rund 30 Millionen Fahrzeuge mit Technik von Harman auf den Straßen. "Das wird die Industrie durchrütteln", andere Zulieferer kämen stärker unter Druck, sagte Harman-Chef Dinesh Paliwal zu dem Deal in einer Telefonkonferenz.

Mit dem Harman-Kauf bekommt Samsung eine enge direkte Verbindung zu führenden Autobauern und einen Einblick in deren Zukunftsvisionen und die Wünsche der Verbraucher. Damit könnte der Wettstreit um die Schlüsselposition bei der Bedienung von Elektronik im Auto noch einmal spannender werden. Die Autohersteller setzen auf eigene Lösungen, während Apple und Google mit den Plattformen Carplay und Android Auto iPhones und Smartphones mit dem Android-System in den Mittelpunkt rücken.

Auch gibt es schon seit mehr als einem Jahr Berichte, Apple wolle ein eigenes Auto bauen oder zumindest Software für selbstfahrende Fahrzeuge entwickeln. "Samsung wird nicht selbst zum Autohersteller", versicherte der Strategiechef der Südkoreaner, Young Sohn.

Insgesamt hatte Harman zum Stichtag Ende Juni Aufträge aus der Autobranche für 24 Milliarden Dollar in den Büchern. Samsung bekomme mit der Übernahme auf einen Schlag eine kritische Größe in dem Geschäft, sagte Young Sohn. Samsung habe sich den Automarkt schon einige Zeit angeschaut und entschieden, dass eine Übernahme nötig sei, auch wegen der unterschiedlich langen Produktzyklen in den beiden Branchen und kontakten zu Herstellern. Man wolle ins Harman-Geschäft auch Samsungs Expertise bei Halbleitern und Display-Technik einbringen. "Es gibt kaum Überschneidungen", betonte Paliwal.

"Ich möchte allen Mitarbeitern versichern, dass es bei diesem Deal nicht um Einsparungen geht", sagte der Harman-Chef. Der US-Konzern hat mit Harman Becker in Karlsbad bei Karlsruhe ein starkes Standbein in Deutschland.

Außerdem gehören zu Harman bekannte Unterhaltungselektronik-Marken wie Harman/Kardon, AKG oder JBL. Der TV-Geräte-Marktführer Samsung könnte damit seine Position im Sound-Bereich gegen Rivalen wie Sony ausbauen. Das Geschäft der beiden Firmen ergänze sich, betonte Samsungs Strategiechef.

Harman kam in den vergangenen zwölf Monaten auf einen Umsatz von rund sieben Milliarden Dollar. Der Preis von 112 Dollar pro Aktie bedeutet einen Aufschlag von 28 Prozent auf den Schlusskurs von Freitag. Harman soll als unabhängige Tochter unter dem Samsung-Konzerndach agieren, Paliwal und das Top-Management sollen an Bord bleiben. Der Deal muss noch von Aktionären und Aufsehern abgesegnet werden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

London wirft Uber raus - Widerspruch angekündigt. LONDON - London wirft den Fahrdienst-Vermittler Uber raus. Die Nahverkehrsbehörde der britischen Hauptstadt wirft dem milliardenschweren US-Start-up Verantwortungslosigkeit vor. Deshalb werde die bis zum 30. September laufende Lizenz nicht verlängert. Uber will gegen die Entscheidung vor Gericht ziehen. Dafür hat die Firma drei Wochen Zeit - und wird dann während des Einspruchverfahrens weiterfahren können. London wirft Uber raus - Widerspruch angekündigt (Boerse, 22.09.2017 - 15:02) weiterlesen...

BGH will Haftung von Suchmaschine für Urheberrechtsverstöße klären. Hintergrund ist eine Klage des US-Unternehmens "Perfect 10", das online Erotikfotos anbietet. KARLSRUHE - Haftet der Betreiber einer Suchmaschine für die Anzeige rechtswidrig ins Netz gestellter Inhalte? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Bundesgerichtshof (BGH) am Donnerstag in Karlsruhe. (Boerse, 21.09.2017 - 13:00) weiterlesen...

EU-Kommission macht bei Besteuerung von Apple und Co. Druck. "Die Mitgliedstaaten sollten sich auf einen starken und ehrgeizigen Standpunkt der EU einigen", erklärte die EU-Kommission am Donnerstag. Die Staats- und Regierungschefs sollten dies schon bei ihrem informellen Treffen in der kommenden Woche in Tallinn vorantreiben. BRÜSSEL - Die EU-Staaten sollen nach dem Willen Brüssels eine Allianz gegen Niedrigsteuern für Internet-Riesen wie Google und Apple schmieden. (Wirtschaft, 21.09.2017 - 12:32) weiterlesen...

Google zahlt Milliarde für Smartphone-Entwickler von HTC. HTC steigt damit entgegen einiger vorheriger Spekulationen nicht aus dem Smartphone-Geschäft aus, sondern betonte, dass das nächste Top-Modell in Arbeit sei. Auch an der zweiten Säule des Geschäfts, der Brille Vive zur Darstellung virtueller Realität, hält HTC fest. MOUNTAIN VIEW/TAIPEI - Google holt sich in einem 1,1 Milliarden Dollar schweren Deal Experten vom schwächelnden Smartphone-Anbieter HTC und untermauert damit seine Ambitionen im Hardware-Geschäft. (Boerse, 21.09.2017 - 12:19) weiterlesen...

Google stärkt Smartphone-Geschäft mit HTC-Experten. Die Vereinbarung unterstreicht die ernsten Absichten des Internet-Konzerns im Hardware-Geschäft. HTC steigt damit entgegen einigen vorherigen Spekulationen nicht aus dem Smartphone-Geschäft aus, sondern betonte, dass das nächste Top-Modell in Arbeit sei. Auch an der zweiten Säule des Geschäfts, der Brille Vive zur Darstellung virtueller Realität, hält HTC fest. MOUNTAIN VIEW/TAIPEI - Der schwächelnde Smartphone-Anbieter HTC tritt in einem 1,1 Milliarden Dollar schweren Deal einen Teil seiner Mitarbeiter an Google ab. (Boerse, 21.09.2017 - 06:51) weiterlesen...

Google-Bildersuche: BGH verhandelt über Urheberrechte an Erotikfotos. In dem Streit geht es um die Frage, ob die Suchmaschine nach dem Urheberrecht haftet, wenn sie Inhalte anzeigt, die möglicherweise illegal ins Netz gestellt worden sind. Entscheidend wird dabei sein, wer beweisen muss, ob die Inhalte rechtswidrig im Internet stehen. KARLSRUHE - Der Bundesgerichtshof (BGH) befasst sich an diesem Donnerstag (10.00 Uhr) erneut mit der Google -Bildersuche. (Boerse, 21.09.2017 - 05:48) weiterlesen...