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'Passauer Neue Presse' übernimmt den 'Donaukurier'

22.11.2016 - 16:55:25

'Passauer Neue Presse' übernimmt den 'Donaukurier'. PASSAU - Die "Passauer Neue Presse" (PNP) setzt ihren Einkaufskurs fort und übernimmt die "Donaukurier"-Verlagsgruppe in Ingolstadt. Darauf haben sich PNP-Verlegerin Simone Tucci-Diekmann und der Herausgeber des "Donaukuriers", Georg Schäff, geeinigt, wie die beiden Medienhäuser am Dienstag mitteilten. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Vor der zum 1. Januar 2017 geplanten Übernahme ist noch die Zustimmung des Kartellamts nötig.

Der Kauf sei ein Bekenntnis zum regionalen Zeitungsgeschäft in Deutschland, erklärte Tucci-Diekmann. "Wir sind überzeugt, dass damit die Zukunftsfähigkeit unseres Hauses insgesamt, aber auch der erworbenen Zeitungen gestärkt wird." Wegen des digitalen Wandels und des umkämpften Werbemarkts sei es für Regionalverlage wichtig, Größenvorteile zu nutzen, um im Wettbewerb bestehen zu können.

Die PNP hat eine verkaufte Auflage von fast 165 000 Exemplaren. In den vergangenen Jahren hatte das ostbayerische Medienhaus unter anderem das "Trostberger Tagblatt" und das "Reichenhaller Tagblatt" erworben.

Der "Donaukurier" erscheint in sieben Printausgaben mit unterschiedlichem Lokalteil in einer Gesamtauflage von rund 85 000 Stück. Herausgeber Schäff sagte, der Zusammenschluss könne die starke Stellung des Medienhauses dauerhaft sichern: "Die beiden Verlagshäuser und ihre Heimatzeitungen sind kerngesund und haben dieselbe Philosophie."

Die Gewerkschaft Verdi in Bayern zeigte sich besorgt. "Hier wird eine neue, gefährliche Stufe der Pressekonzentration in Bayern eingeleitet", erklärte der Gewerkschafter Karl-Heinz Kaschel-Arnold. "Wir befürchten durch diese Konzentration stark schädliche Auswirkungen auf die Meinungsvielfalt in Bayern und fordern deshalb eine dezidierte Überprüfung durch das Bundeskartellamt." Auch die Politik sei gefragt.

"Ich mische mich in solche Prozesse nicht ein", betonte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Rande einer CSU-Fraktionssitzung. "Ich hoffe, dass ich in Ingolstadt, meiner Heimat - und das ist eine anspruchsvolle Heimat mit Audi, mit Media-Markt und vielen großen Konzernen und Firmen - dass wir weiter eine gute Zeitung inhaltlich behalten. (...) Wie das kaufmännisch läuft, ist in einer sozialen Marktwirtschaft nicht die Sache des Ministerpräsidenten."

@ dpa.de

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