EDF ELECTRICITE DE FRANCE, FR0010242511

PARIS - Frankreich könnte nach Angaben von Umweltminister Nicolas Hulot in den kommenden acht Jahren bis zu 17 Atomreaktoren abschalten.

10.07.2017 - 14:21:25

Frankreich könnte bis zu 17 Atomreaktoren schließen. Er begründete dies am Montag mit dem Ziel des französischen Energiewende-Gesetzes, den Atomanteil an der Stromproduktion bis 2025 auf 50 Prozent zu senken. Bislang kommen in dem Land etwa drei Viertel des Stroms aus Atomkraft.

noch im April auf den Weg gebracht. Allerdings soll es erst vom Netz gehen, wenn ein neuer Reaktor in Flamanville am Ärmelkanal startet. Dieser soll nach Verzögerungen Ende 2018 fertig werden. Gewerkschaften wehren sich heftig gegen die Abschaltung.

Der im Mai gewählte neue Präsident Emmanuel Macron hatte sich in seinem Wahlprogramm zur Schließung Fessenheims bekannt und auch das 50-Prozent-Ziel für Atomstrom bestätigt.

Die atompolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl, begrüßte Hulots Ankündigung. "Allerdings fordert das bisherige Agierens Frankreichs mehr als Worte, um glaubwürdig zu sein", erklärte sie. Ex-Präsident François Hollande hatte ursprünglich zugesagt, Fessenheim schon früher vom Netz zu nehmen. "Jubel ist also erst angesagt, wenn die neuen Aussagen mit einem konkreten Abschaltplan unterlegt sind, mit Dekret und ohne Hintertürchen."

Der mehrheitlich vom Staat kontrollierte AKW-Betreiber EDF will bis 2025 im Schnitt vier Milliarden Euro pro Jahr investieren, um seine Kernkraftwerke für eine Laufzeitverlängerung fit zu machen. Kritiker rechnen allerdings mit deutlich höheren Kosten.

@ dpa.de