DEUTSCHE POST AG, DE0005552004

Paketboom treibt Deutsche Post an - Dividende steigt, Aktie verliert

08.03.2017 - 13:10:25

BONN - Der boomende Online-Handel hat die Deutsche Post 2016 nach einem Problemjahr zurück in die Spur gebracht. Angesichts des höchsten Konzerngewinns seit dem Verkauf der Postbank winkt den Aktionären eine deutlich höhere Dividende. Die Post-Führung um Vorstandschef Frank Appel bastelt am Ausbau ihres Paketnetzes von 21 auf 35 Länder in und um Europa - und an ihrer Öko-Strategie. Für das laufende Jahr peilt Appel eine vergleichsweise leichte Gewinnsteigerung an. Doch an seinem Gewinnziel für 2020 will er trotz der Unsicherheit rund um Brexit und US-Politik nicht rütteln, wie er am Mittwoch in Bonn sagte.

Der Post-Aktie verhalfen die Nachrichten nicht nach oben. Nach anfänglich höheren Kursverlusten lag das Papier zur Mittagszeit immer noch mit 2,30 Prozent im Minus bei 31,45 Euro und war damit einer der größten Verlierer im Dax. Allerdings hatte das Papier in den vergangenen zwölf Monaten als einer der stärksten Werte im Index mehr als 40 Prozent an Wert gewonnen.

DICKES GEWINNPLUS NACH TIEFEM FALL

Unter dem Strich verdiente die Post im abgelaufenen Jahr gut 2,6 Milliarden Euro und damit 71 Prozent mehr als im Problemjahr 2015. Da hatten ein Streik in Deutschland und ein Software-Desaster in der Frachtsparte den Gewinn einbrechen lassen. Das operative Ergebnis (Ebit) legte nun um 45 Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Euro zu, blieb aber im unteren Bereich der vom Vorstand angepeilten Spanne. Die Dividende für das Jahr 2016 soll um fast ein Viertel auf 1,05 Euro je Aktie steigen. Mit einer so hohen Ausschüttung hatten Analysten allerdings nicht gerechnet.

Dabei trieb der Online-Handel das Geschäft weiter an. In Deutschland beförderte der Konzern mehr als 1,2 Milliarden Pakete und damit so viele wie nie zuvor. Zwar ging der Umsatz konzernweit um drei Prozent auf 57,3 Milliarden Euro zurück. Das lag aber an Währungseffekten, geringeren Treibstoffzuschlägen und einer veränderten Bilanzierung.

BESCHEIDENES GEWINNZIEL

Für 2017 gab sich Post-Chef Appel vorsichtig zuversichtlich. So soll der operative Gewinn um gut 7 Prozent auf 3,75 Milliarden Euro zulegen. Damit bliebe die Post jedoch hinter ihrem mittelfristigen Plan zurück, der im Schnitt ein Plus von mehr als 8 Prozent vorsieht. Damit soll der operative Gewinn bis 2020 auf knapp 5 Milliarden Euro steigen - ein Ziel, das Appel weiter hochhält.

Von weltpolitischen Verwerfungen wie dem Austritt Großbritanniens aus der EU und den Protektionismus-Bestrebungen des US-Präsidenten Donald Trump will er sich dabei nicht verrückt machen lassen. "Wir müssen unsere langfristigen Strategien umsetzen", sagte er und erteilte protektionistischen Bestrebungen eine Abfuhr: "Es gibt kein Land auf der Erde, das mit Protektionismus erfolgreich war", sagte er.

Die Post setzt derweil immer stärker auf das Geschäft im Ausland und stellt in immer mehr Ländern Pakete auch an Privatkunden zu. Erst Anfang des Jahres weitete die Post das Netz auf Spanien und Portugal aus. Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes nannte das Ziel augenzwinkernd die "Vereinigten Paketstaaten von Europa". Die Post kümmere sich um die Länder, die noch fehlten - etwa Italien und Griechenland. Die Kernsparte PeP, in der das deutsche Briefgeschäft sowie das Paketgeschäft in der Heimat und anderen Ländern gebündelt sind, erwirtschaftete 2016 operativ gut 1,4 Milliarden Euro und damit 31 Prozent mehr als im streikbelasteten Vorjahr.

ZUSTELLUNG PER ELEKTRO-AUTO

Zudem baute DHL Express ihr Geschäft mit den zeitkritischen Sendungen weiter aus und wurde 2016 erneut profitabler. Insgesamt brachten die DHL-Sparten dem Konzern 2,4 Milliarden Euro operativen Gewinn ein. Dazu trug auch die Erholung in der Lieferkettenlogistik bei. Die Frachtsparte, die ihre Systeme nach einer geplatzten Software-Umstellung in kleineren Schritten umbaut, schaffte es zurück in die schwarzen Zahlen. Bis sie so effizient sei wie die Wettbewerber, werde es aber noch dauern, räumte Appel ein.

Voraus ist die Post der Konkurrenz bei der Elektro-Mobilität. Ab dem Jahr 2025 will der Konzern 70 Prozent aller Sendungen ohne CO2- und Feinstaub-Emissionen zustellen. Bis 2050 sollen die Emissionen auf Null sinken. Dazu hat die Post bereits über 2000 elektrische Streetscooter-Fahrzeuge in Betrieb, die im Konzern selbst entwickelt wurden. Bis zu 10 000 Exemplare könne die Post im Zwei-Schicht-Betrieb pro Jahr bauen, sagte Gerdes. Es gebe auch eine große Nachfrage von außerhalb des Konzerns. So droht vielen Diesel-Autos in Stuttgart bereits ab 2018 ein zeitweises Fahrverbot. Zustell-Laster fahren bisher meist mit Diesel.

@ dpa.de

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