Senvion, LU1377527517

OSTERRÖNFELD - Der Windkraftanlagenhersteller Senvion will nach Angaben des örtlichen Betriebsrates auch im Betrieb Osterrönfeld Arbeitsplätze abbauen.

19.04.2017 - 12:23:25

Senvion will 49 Jobs in Osterrönfeld streichen. "Es sollen nach den uns vom Unternehmen mitgeteilten Plänen 49 Jobs wegfallen", sagte der Betriebsratsvorsitzende Bernd Bender am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. In den Standorten Büdelsdorf und Osterrönfeld (Kreis Rendsburg-Eckernförde) seien einschließlich Außendienstmitarbeitern etwa 950 Menschen beschäftigt. Senvion will in Deutschland rund 730 Stellen streichen - in Husum (Kreis Nordfriesland), Trampe (Brandenburg) sowie am Standort der PowerBlades GmbH in Bremerhaven.

Am Nachmittag war in Osterrönfeld ein Gespräch von Vertretern des örtlichen Betriebsrates mit Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) vorgesehen. Meyer habe das Treffen angeregt, sagte Bernd. Der Minister wollte sich vorrangig über die Situation der Senvion-Betriebe in Osterrönfeld und im nahe gelegenen Büdelsdorf informieren, erläuterte ein Ministeriumssprecher im Vorfeld.

Die Unternehmensleitung war bei dem Treffen nicht vertreten. "Es handelt sich nur um Wahlkampfgetöse, wir beteiligen uns nicht an solchem Wahlkampfgerassel von Politikern, sondern werden mit den Sozialpartnern die Probleme besprechen", sagte Senvion-Unternehmenssprecher Immo von Fallois mit Blick auf die Landtagswahl am 7. Mai. Meyer reagierte irritiert: "Was hat Wahlkampf mit unternehmerischen Entscheidungen und der Sicherung von Arbeitsplätzen zu tun?"

"Osterrönfeld bleibt als Entwicklungszentrum ein ausgesprochener wichtiger Standort für Senvion", betonte Fallois. "Dort wird die größte Offshore-Windkraftanlagen-Turbine entwickelt, dazu bekennen wir uns."

Der Betriebsrat sieht sich über die Pläne in Osterrönfeld noch nicht umfassend informiert. "Die Verhandlungen mit der Unternehmensleitung haben noch nicht begonnen", sagte Bernd. Insgesamt sei man mit der Unternehmensführung aber gut im Gespräch. In Husum versuche der Betriebsrat die drohende Schließung des Werks mit alternativen Vorschlägen zu verhindern.

An einer Protestkundgebung der IG Metall in Husum hatte kürzlich auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) teilgenommen. Das Unternehmen sei wochenlang abgetaucht gewesen, hatte Albig kritisiert. Nun sei es endlich gelungen, nach Ostern Gespräche zwischen Landesregierung und Geschäftsführung zu vereinbaren.

@ dpa.de

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