Deutschland, Branchen

Opec kürzt Ölförderung - Tanken und Heizen könnten teurer werden

30.11.2016 - 19:20:25

WIEN - Auf die Verbraucher kommen wohl höhere Preise beim Tanken und Heizen zu: Die Opec drosselt erstmals seit acht Jahren ihre Ölförderung, um den Preis des Rohstoffs in die Höhe zu treiben. Die Organisation beschloss am Mittwoch in Wien, eine im Grundsatz bereits getroffene Einigung über geringere Fördermengen nun konkret umzusetzen. Ob mit diesem Schritt der Preis für Benzin und Heizöl dauerhaft steigt, ist aber noch unklar. Eine erste Reaktion der Märkte war aber eindeutig: Der Ölpreis legte um fast neun Prozent zu.

Das Ölkartell will im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag weniger produzieren. Das neue Limit soll bei 32,5 Millionen Barrel täglich liegen. Der Ölminister aus Katar, Mohammed Bin Saleh Al-Sada, sprach von einem "großen Erfolg". Den größten Teil soll der Öl-Riese Saudi-Arabien tragen, der seine Produktion um 486 000 Barrel pro Tag reduziert. Die Vereinbarung kann nach sechs Monaten um den gleichen Zeitraum wieder verlängert werden.

INDONESIEN SETZT AUS

Im Zuge der Diskussionen setzte Indonesien, das rund 700 000 Barrel Öl am Tag fördert, seine Opec-Mitgliedschaft aus. Das Land wollte als Netto-Importeur von Erdöl den Deal nicht mittragen. Den Anteil Indonesiens an der Reduzierung würden die anderen Mitgliedsstaaten übernehmen, versicherte Al-Sada. Es gebe keine Zahlen-Trickserei.

Noch vor der offiziellen Verkündung waren die Ölpreise stark angestiegen. Ob der Effekt der Maßnahme länger anhält, ist jedoch noch nicht entschieden. Ein positives Signal sei, dass auch andere wichtige Förderländer unter den Nicht-Opec-Staaten mitziehen wollten, ist sich die Opec sicher.

RUSSLAND WILL SICH BETEILIGEN

"Russland hat zugesichert, 300 000 Barrel am Tag weniger zu fördern", sagte der aktuelle Opec-Präsident Al-Sada. Auch andere wichtige Nicht-Opec-Länder würden auf weitere 300 000 Barrel am Tag verzichten. Über diese Vereinbarung herrsche breite Übereinkunft - offiziell finalisiert werden soll sie bei einem Treffen Anfang Dezember.

Besonders der Iran hatte sich ursprünglich gegen eine Drosselung gestellt. Das Land wollte nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen sogar mehr Öl fördern und kam mit seiner Forderung durch. Als einziges Land hat es die Erlaubnis bekommen, künftig sogar noch 90 000 Barrel am Tag mehr zu produzieren. Das gilt als großes Entgegenkommen des Erzrivalen Saudi-Arabiens.

ÜBERANGEBOT DRÜCKT AUF PREISE

Durch ein Überangebot am Markt haben sich die Preise seit 2014 fast halbiert. Vor der Einigung war ein Fass um rund 47 US-Dollar zu haben, dann legten die Preise kräftig um neun Prozent zu.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Urteil im Deutsche-Telekom-Prozess: Bewährungsstrafe für 29-jährigen Hacker. Der 29-jährige Brite erhielt ein Jahr und acht Monate auf Bewährung. Sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft hatten zuvor eine Bewährungsstrafe gefordert. KÖLN - Mehr als acht Monate nach einem massiven Hackerangriff auf Router der Deutschen Telekom ist der Drahtzieher der Aktion vor dem Kölner Landgericht verurteilt worden. (Boerse, 28.07.2017 - 14:55) weiterlesen...

Original-Research: ifa systems AG (von BankM - Repräsentanz der FinTech Grou... ^ (Boerse, 28.07.2017 - 14:32) weiterlesen...

Deutsche Brauer auf Durststrecke - Bierabsatz geht zurück. Im ersten Halbjahr ging der Bierabsatz der Brauereien um 2,1 Prozent auf 46,8 Millionen Hektoliter zurück, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete. Im Gegensatz zu früheren Jahren schwächelt nun auch der Export in die EU (-5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und nach Übersee (-7,3 Prozent). WIESBADEN - Nach einigen stabilen Jahren müssen die deutschen Brauer 2017 eine Durststrecke bewältigen. (Boerse, 28.07.2017 - 14:29) weiterlesen...

Institut DIW für Mehrwertsteuersenkung: Untere Einkommen profitieren. "Will man die Mehrheit der Bevölkerung mit den unteren und mittleren Einkommen steuerlich wirksam entlasten, ist eine Mehrwertsteuersenkung eine mögliche und zielgenauere Alternative", sagte DIW-Chef Marcel Fratzscher der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. BERLIN - Im Parteienstreit über Entlastungen der Bürger schlägt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine Senkung der Mehrwertsteuer vor. (Wirtschaft, 28.07.2017 - 14:22) weiterlesen...

Cannabis-Patienten kommen nur schwer an ihre Medizin. Der stellvertretende Linken-Fraktionsvorsitzende Frank Tempel sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Von Patienten mit Besitzerlaubnis weiß ich, dass die Krankenkassen nicht immer die Kosten für die Medizin erstatten." Weiteres Problem seien Lieferengpässe bei den Apotheken. BERLIN - Die Versorgung schwer kranker Patienten mit medizinischem Cannabis funktioniert offenbar auch vier Monate nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung immer noch nicht richtig. (Wirtschaft, 28.07.2017 - 14:19) weiterlesen...

Börse in Frankfurt - DAX: Kurse im XETRA-Handel am 28.07.2017 um 13:05 Uhr Frankfurt/Main - An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im elektronischen Handel (Xetra) am 28.07.2017 um 13:05 Uhr folgende Kurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt. (Sonstige, 28.07.2017 - 14:16) weiterlesen...