Deutschland, Branchen

OLDENBURG - Der noch amtierende EWE-Chef Matthias Brückmann geht nach einer umstrittenen Spende an eine Stiftung von Boxprofi Wladimir Klitschko in die Offensive.

21.02.2017 - 07:08:37

EWE-Chef legt entlastendes Gutachten zu umstrittener Spende vor. Ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass Brückmann mit seiner Spende in Höhe von 253 000 Euro nicht unrechtmäßig gehandelt hat. "Eine Pflichtverletzung durch Herrn Brückmann lag nicht vor", schreibt der Rechtswissenschaftler Uwe Schneider von der Universität Mainz in einem vorläufigen Gutachten, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zum Zeitpunkt der Spendenzusage habe der Vorstand über ein eigenes Spendenbudget über 500 000 Euro verfügt. Der Energieversorger wollte sich nicht äußern, dies sei Sache des Aufsichtsrats.

Der EWE-Vorstandsvorsitzende Brückmann hatte im vergangenen Jahr 253 000 Euro nach Kiew überweisen lassen, ohne den Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates zu informieren. Nach früheren Angaben eines EWE-Sprechers hätte das Gremiums zustimmen müssen. Brückmanns Rechtsanwalt beklagte zudem in einem Schreiben an den Aufsichtsrat, dass seinem Mandanten bei der Sitzung des Gremiums am Mittwoch eine Anhörung verweigert werden solle. Wegen der Affäre empfahl das Präsidium des Aufsichtsrats jüngst die Abberufung Brückmanns, seitdem lässt dieser sein Amt ruhen.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen Brückmann. In einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Oldenburg hieß es, es bestehe der Anfangsverdacht, dass die Spende an die Klitschko-Stiftung in Widerspruch mit den konzerninternen Anweisungen zu Spendengewährungen und Sponsoring gestanden haben könnte. Wegen des Anfangsverdachts der Untreue ermittelt die Behörde zudem gegen EWE-Vorstandsmitglied Michael Heidkamp.

Das vorläufige rechtliche Gutachten in Brückmanns Auftrag kommt nun zu dem Ergebnis, dass kein wichtiger Grund vorliegt, Brückmanns Anstellungsvertrag fristlos zu kündigen. Der EWE-Chef habe seine Pflichten dem Unternehmen gegenüber mit der zugesagten Spende nicht verletzt.

Der Aufsichtsrat entscheidet am Mittwoch über die berufliche Zukunft Brückmanns bei EWE. "Unser Ziel und Auftrag ist es, in dieser Situation weiteren Schaden vom Unternehmen abzuwenden sowie Ruhe und Stabilität wiederherzustellen", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Stephan-Andreas Kaulvers kürzlich. EWE ist eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft und überwiegend im Besitz von Städten und Landkreisen aus Nordwestdeutschland. Das Unternehmen beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Dreyer sorgt sich wegen geplanter Stahl-Fusion um Jobs in Andernach. Der Fokus der Landesregierung liege auf dem Erhalt des Standortes und der dortigen Arbeitsplätze, betonte Dreyer laut einer Mitteilung am Dienstag mit Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Bereitschaft zu Veränderung sei nötig, darin sei sie sich mit Thyssen einig. Bestehende Vereinbarungen müssten aber eingehalten werden. ANDERNACH/MAINZ - Angesichts der geplanten Fusion der Stahlsparte von Thyssenkrupp mit dem indischen Konkurrenten Tata sorgt sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) um die Jobs am Thyssen-Standort Andernach. (Boerse, 20.09.2017 - 19:33) weiterlesen...

Mögliche Vorentscheidung über Verkauf von Air Berlin am Donnerstag. Die drei Gläubigerausschüsse des Dachkonzerns, der deutschen Gesellschaft und der Techniksparte sollen nach Informationen aus Branchenkreisen zu entsprechenden Beratungen zusammenkommen. BERLIN - Bei der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin könnte am Donnerstag eine Vorentscheidung über den Verkauf an Investoren fallen. (Boerse, 20.09.2017 - 19:09) weiterlesen...

Kostenloses WLAN - Sachsen-Anhalt startet Förderprogramm für den Ausbau. Künftig können Kommunen, Tourismusverbände oder Museen, aber auch Freifunkinitiativen Finanzspritzen beantragen, um an öffentlichen Plätzen den mobilen Internetzugang anzubieten. Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Wünsch will Details zur Förderung am Donnerstag (12.00 Uhr) in Magdeburg vorstellen. Geplant war ursprünglich, die Landesförderung bereits im April zu starten. MAGDEBURG - Sachsen-Anhalt will den Ausbau von kostenlosen WLAN-Netzen in den Städten und Gemeinden unterstützen. (Boerse, 20.09.2017 - 18:34) weiterlesen...

Aktien Frankfurt Schluss: Kaum Bewegung vor Aussagen der US-Notenbank. Insbesondere das gespannte Warten auf Aussagen zum weiteren geldpolitischen Straffungskurs in den USA hatte den Handel am Mittwoch nahezu erlahmen lassen. Damit schloss der deutsche Leitindex Dax lediglich 0,06 Prozent höher bei 12 569,17 Punkten. Derweil zeige das Börsenbarometer auf lange Sicht unverändert eine stabile Aufwärtsbewegung, schrieben die Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar. FRANKFURT - Kurz vor dem Leitzinsentscheid der US-Notenbank Fed sind die Anleger am deutschen Aktienmarkt in Deckung geblieben. (Boerse, 20.09.2017 - 18:19) weiterlesen...

Börse in Frankfurt - DAX: Schlusskurse im XETRA-Handel am 20.09.2017 um 17:57 Uhr Frankfurt/Main - An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im elektronischen Handel (Xetra) am 20.09.2017 um 17:57 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt. (Sonstige, 20.09.2017 - 18:06) weiterlesen...

Deutsche Anleihen: Gewinne vor Fed-Entscheidung. Gegen Abend stieg der richtungweisende Euro-Bund-Future um 0,14 Prozent auf 161,29 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen lag bei 0,43 Prozent. In anderen Euroländern war die Entwicklung uneinheitlich. FRANKFURT - Deutsche Staatsanleihen haben am Mittwoch im Kurs zugelegt. (Sonstige, 20.09.2017 - 17:58) weiterlesen...