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Niki Lauda und Condor bieten gemeinsam für Air Berlin

14.09.2017 - 13:57:24

über einen Verkauf von Unternehmensteilen.

Über Niki Laudas Pläne hatte zuerst die Wiener Zeitung "Kurier" berichtet. Demnach will die Allianz für 38 Air-Berlin-Maschinen und ihrer Tochter Niki ein Angebot abgeben. Der Gründer und frühere Besitzer der Niki will den Angaben zufolge 51 Prozent des Konsortiums übernehmen und künftig ausschließlich touristische Ziele anfliegen. Für Fluggäste solle die Condor-Mutter Thomas Cook sorgen.

Der Unternehmer Lauda hatte Niki selbst gegründet und war mehrere Jahre Eigentümer. Auf Niki hat es auch die Lufthansa abgesehen, die zudem einen Teil der Langstreckenflugzeuge übernehmen will. Die Verhandlungen laufen seit Monaten. Der deutsche Marktführer könnte rund 90 der 144 Flugzeuge übernehmen, hieß es zwischenzeitlich.

Der Konkurrent Ryanair warnte vor einem Zuschlag für Lufthansa. "Lufthansa ist ein Luftfahrt-Champion, aber sie sollte kein Luftfahrt-Monster werden", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary in Berlin. Mit einer Übernahme der zweitgrößten Fluggesellschaft werde Lufthansa den deutschen Markt dominieren, die Folge seien höhere Ticketpreise. O'Leary sieht die Insolvenz von Air Berlin verbunden mit einem staatlichen Übergangskredit als abgekartetes Spiel zugunsten der Lufthansa.

Die Entscheidung sollen die Gläubiger am 21. September fällen. Verhandelt wird laut Air Berlin mit drei weiteren Airlines, darunter nach Medienberichten Easyjet . Der Unternehmer Wöhrl hatte - ohne Unterlagen der Air Berlin in einem Datenraum einzusehen - angekündigt 50 bis 500 Millionen Euro für Air Berlin zu bezahlen. Der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag) sagte er: "Bisher konnte ich unsere Partner bei der Stange halten, aber auch in diesem Kreis fragt man sich, ob die Piloten wissen, was sie tun."

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kritisierte die Piloten. "Viel Verantwortungsbewusstsein sehe ich bei denjenigen, die sich da kollektiv krank gemeldet haben, nicht", sagte Schäuble der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstagausgabe). Er sprach von einer streikartigen Häufung von Krankmeldungen.

Die Vereinigung Cockpit verteidigte unterdessen die Kollegen. Die Pilotengewerkschaft sprach von einer Extremsituation mit Existenzängsten und psychischen Belastungen, in der der eine oder andere Pilot sich nicht mehr in der Lage gesehen habe, "konzentriert seiner Arbeit nach zu gehen und einen sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten".

@ dpa.de

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