INFINEON TECHNOLOGIES AG, DE0006231004

NEUBIBERG - Der Chipkonzern Infineon hat in seinem zweiten Geschäftsquartal mehr verdient als ein Jahr zuvor.

04.05.2017 - 12:12:44

Infineon profitiert von Automobilgeschäft - Aktie verliert. Die Erwartungen der Analysten konnte das Unternehmen aber nicht ganz erfüllen. So stieg das operative Ergebnis der Segmente im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent auf 296 Millionen Euro, wie Infineon am Donnerstag in Neubiberg bei München mitteilte. Von Bloomberg befragte Analysten hatten sich nach der Prognoseerhöhung Ende März jedoch mehr erhofft. Die Aktie verlor zum Handelsstart am Morgen an der Frankfurter Börse 2,21 Prozent.

NEUBIBERG - Ein anhaltend starkes Geschäft mit der Automobilbranche hat dem Chipkonzern Infineon in seinem zweiten Geschäftsquartal einen deutlichen Gewinnschub beschert. Die Erwartungen der Analysten konnte das Unternehmen aber nicht ganz erfüllen. So stieg das operative Ergebnis der Segmente im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent auf 296 Millionen Euro, wie Infineon am Donnerstag in Neubiberg bei München mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten sich nach der Prognoseerhöhung Ende März jedoch mehr erhofft. Die Aktie verlor bis zum späten Vormittag an der Frankfurter Börse 2,1 Prozent an Wert.

Infineon selbst nannte das Ende März beendete Jahresviertel saisonal "überdurchschnittlich". "Neben dem nach wie vor sehr starken Automobilgeschäft kommt nun auch die Nachfrage nach unseren Lösungen für Industrieanwendungen, Stromversorgungen und Haushaltsgeräte richtig in Schwung", kommentierte Vorstandschef Reinhard Ploss die Zahlen. Die Auftragslage stimme das Management für die zweite Geschäftsjahreshälfte optimistisch.

GUTE NACHFRAGE AUS AUTOMOBILINDUSTRIE TREIBT UMSATZ

Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro. Verglichen mit dem Vorquartal betrug das Plus 7 Prozent. Infineon hatte einen Anstieg von etwa 8 Prozent erwartet. Wegen der zum Teil stark schwankenden Preise für Halbleiterprodukte werden in der Branche meistens die Zahlen von Quartal zu Quartal verglichen.

Diesmal profitierte das Unternehmen von einer anhaltend guten Nachfrage im Automobilgeschäft und hier vor allem bei Produkten für Fahrassistenzsysteme sowie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge.

Die operative Marge seiner Segmente verbesserte der Konzern von 15,0 Prozent im Vorquartal auf jetzt 16,8 Prozent. Hier hatte Infineon zuvor etwa 17 Prozent als Ziel ausgegeben. Netto steigerte der Chipkonzern seinen Gewinn im Vergleich zum Vorquartal um 24 Prozent auf 199 Millionen Euro, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum waren es 11 Prozent mehr. Negativ wirkte sich unter anderem die geplatzte Übernahme des US-Unternehmens Wolfspeed aus, die mit Kosten von um die 17 Millionen Euro zu Buche schlug.

WEITERE ZUKÄUFE MÖGLICH

Die rund 850 Millionen US-Dollar schwere Übernahme der auf Technologie neuer Grundstoffe wie Siliziumkarbid und Galliumnitrid spezialisierten Wolfspeed war Anfang Februar am Widerstand der US-Behörden gescheitert. Die Aufseher führten dabei Sicherheitsbedenken ins Feld. Die Entwicklung von Produkten, die auf der neuartigen Technologie basieren, will Infineon nun allein weiter vorantreiben. Der Vorteil gegenüber Chips auf Siliziumbasis besteht unter anderem in einer größeren Leistungsfähigkeit. Bei Siliziumkarbid wolle Infineon nun vor allem aus eigener Kraft wachsen, sagte Ploss. Für eine kurz vor der Markteinführung stehende Neuentwicklung sieht der Manager ein Umsatzpotenzial in niedriger dreistelliger Millionen-Euro-Höhe in den nächsten Jahren.

Trotz des Scheiterns bei Wolfspeed behält der Infineon-Chef weitere Zukäufe im Auge, vor allem in den USA. Zwar schützten die USA zunehmend ihre Chipindustrie, dennoch glaube er, dass dort weiterhin "Akquisitionspotenzial vorhanden ist", sagte Ploss. Die USA habe weiter Priorität.

JÜNGSTE PROGNOSE BEKRÄFTIGT

Aber auch ohne Zukäufe läuft das Geschäft rund: So geht Infineon im aktuellen dritten Geschäftsquartal von einer weiteren Verbesserung von Umsatz und Rentabilität aus, auch wenn sich die Wachstumsraten nicht in gleichem Maße fortsetzen dürften. Ploss nannte dies "eine Rückkehr zur Normalität" nach dem "überdurchschnittlichen" zweiten Quartal. Der Umsatz soll verglichen mit dem Vorquartal um 1 bis 5 Prozent steigen. Bei einem Wachstum von 3 Prozent dürfte die operative Marge bei 17,5 Prozent liegen, hieß es.

An seiner erst Ende März erhöhten Prognose für das Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende September) hielt Infineon fest. Der Umsatz soll im Vergleich zum Vorjahr um 8 bis 11 Prozent wachsen, die operative Marge etwa 17 Prozent erreichen. Gestützt wird der Ausblick von der Erwartung, dass das Automobilgeschäfts weiterhin überdurchschnittlich stark wächst.

@ dpa.de

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