Monsanto, US61166W1018

MÜNCHEN - Verschärfte Umweltvorschriften für die Düngung werden nach Einschätzung von Experten den Trend zur Hightech-Landwirtschaft auf Deutschlands Bauernhöfen beschleunigen - mit positiven Folgen für das Grundwasser.

17.07.2017 - 08:03:37

Digitale Düngung hilft dem Grundwasser. Sowohl der Bauernverband als auch Europas größter Agrarhandelskonzern Baywa gehen davon aus, dass die Landwirte wegen höherer Anforderungen an den Gewässerschutz verstärkt in Digitaltechnik zur effizienten Düngung investieren werden, insbesondere in Sensoren, die den Stickstoffgehalt der Pflanzen und damit deren Düngebedarf berechnen können.

beziffert die Einsparmöglichkeit an Stickstoff auf bis zu 14 Prozent.

Ein Hindernis ist allerdings gerade für die kleineren süddeutschen Bauernhöfe der Preis. Ein Yara-Sensor schlägt mit gut 26 000 Euro zu Buche, für Betriebe mit weniger als 100 Hektar lohnt sich das nach verbreiteter Einschätzung in der Agrarbranche kaum.

Die Bauern verstreuen heute bereits deutlich weniger Stickstoff als noch zur Zeit der Wiedervereinigung - nach Daten des Industrieverbands Agrar sank der Verbrauch an Stickstoffdünger von der Saison 1989/90 bis 2014/15 bereits um knapp 300 000 Tonnen.

Dennoch verfehlt Deutschland die europäischen Ziele für die Wasserqualität - und zwar sehr deutlich. Denn eigentlich hätten die EU-Mitgliedstaaten laut EU-Wasserrahmenrichtlinie schon 2015 einen ökologisch "guten Zustand" ihrer natürlichen Gewässer erreichen sollen. In Deutschland waren laut Umweltbundesamt aber nur sieben Prozent der Gewässer als gut oder sehr gut eingestuft. Eine Ursache dafür: die Landwirtschaft.

Die neue Düngeverordnung soll helfen, das zu ändern. "Mit den neuen Regelungen zur Düngung wird sichergestellt, dass der Dünger bei den Pflanzen ankommt, aber nicht im Grundwasser", sagte ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Berlin. "Damit wird ein wesentlicher Beitrag geleistet, die Belastungen zu senken."

Die technische Entwicklung macht allerdings bei den Stickstoffsensoren längst nicht halt. Die Bauern können - sofern sie dies wollen und über das nötige Kleingeld verfügen - ihre Äcker auch aus dem Weltraum beobachten lassen. "Unsere digitalen Lösungen reichen von der einfachen Düngebedarfsberechnung bis zur satellitengestützten Analyse von Ackerflächen", sagte Baywa-Vorstandschef Lutz. Und so hat das Unternehmen im Mai 2017 eine Kooperation mit der europäischen Weltraumorganisation ESA vereinbart.

@ dpa.de