Deutschland, Branchen

MÜNCHEN - Im Strafprozess um den Zusammenbruch der HRE-Bankengruppe hat der angeklagte frühere Vorstandschef Georg Funke schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft erhoben.

21.03.2017 - 12:22:35

Ex-Bankchef Funke: 'HRE wurde von außen zerstört'. Funke warf der Anklage am Dienstag vor dem Landgericht München I "entweder tiefes Unverständnis oder bewusste Irreführung" bei der Darstellung des HRE-Geschäftsmodells vor. Er werde belegen, dass die HRE keine aggressiven Spekulationen betrieben habe und kein ungeordnetes Haus gewesen sei. "Die HRE ist von außen zerstört worden", sagte Funke bei seinem emotionalen Vortrag - ohne Namen zu nennen.

Die Anklage wirft Funke vor, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise die Bilanzen der Bank geschönt zu haben. Der Ex-Banker dagegen will einen Freispruch erkämpfen.

Der HRE war dann im Herbst 2008 das Geld ausgegangen, weil sie keine Einlagen zur Refinanzierung mehr erhielt - obwohl die Bank nach Funkes Darstellung eigentlich noch liquide war. Die Immobilienbank war für den Bund der teuerste Schadenfall der Finanzkrise. Da die HRE wegen ihrer Größe als systemrelevant galt, sprang der Bund von 2008 bis 2010 mit fast zehn Milliarden Euro an Finanzhilfen und weiteren 124 Milliarden Euro an Bürgschaften ein. 2009 wurde die Bankengruppe verstaatlicht und später zerschlagen.

In seiner Aussage griff Funke auch die Staatsanwaltschaft scharf an und warf den Anklägern "entweder tiefes Unverständnis oder bewusste Irreführung" vor. "Die HRE ist von außen zerstört worden." Funke wollte nach einer Unterbrechung der Sitzung am Nachmittag weiter vortragen. Als weiteren Hauptverantwortlichen sieht Funke den damaligen Bundesfinanzminister und späteren SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Der habe in einer "unseligen Äußerung" gesagt, die HRE müsse ohnehin abgewickelt werden, sagte Verteidiger Wolfgang Kreuzer.

@ dpa.de

Vergessen Sie Börsenliteratur!

Lesen Sie nur noch dieses Buch: „Der Börsenflüsterer“ von Meir Barak! Der gefeierte Börsenspezialist Barak zeigt Ihnen im kostenlosen ersten Teil seins Buches, wie Sie jetzt an der Börse aus der Routine ausbrechen können. Sie werden weniger arbeiten und trotzdem mehr verdienen. Und so einfach geht es …!

Weitere Meldungen

Brexit-Folgen - Bankenverband rechnet mit Tausenden neuen Jobs in Frankfurt Berlin - Der Verband der Auslandsbanken rechnet wegen des Austritts Großbritanniens aus der EU mit Tausenden neuen Stellen am Finanzplatz Frankfurt. (Wirtschaft, 24.06.2017 - 14:54) weiterlesen...

Deutlich höhere Kosten für Noteingriffe ins Stromnetz. Die Kosten seien zu Jahresbeginn auch wegen des windreichen Januars im Vorjahresvergleich um mindestens 50 Prozent gestiegen, sagte Tennet-Deutschland-Chef Urban Keussen der Deutschen Presse-Agentur. "Die Anspannung im Netz ist hoch, und sie wird mit der Abschaltung weiterer Kernkraftwerke noch zunehmen", betonte Keussen. BAYREUTH - Der Stromnetzbetreiber Tennet musste in den ersten vier Monaten des Jahres deutlich mehr für Noteingriffe zur Stabilisierung des Stromflusses in Deutschland vornehmen. (Boerse, 24.06.2017 - 14:19) weiterlesen...

Insolvenz für zwei italienische Krisenbanken. Die kleineren regionalen Institute Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca sollen nach italienischem Insolvenzrecht abgewickelt werden. Die Bedingungen für eine Rettung seien nicht gegeben, teilte die Zentralbank am Freitagabend mit. Grund sei mangelndes Eigenkapital. Die EZB habe den Banken Zeit für einen Rettungsplan gegeben, sie hätten aber keine "glaubwürdigen Lösungen" unterbreitet. FRANKFURT/ROM - Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht nach wochenlangen Verhandlungen für zwei italienische Krisenbanken keine Zukunft mehr und schickt sie in die Pleite. (Boerse, 24.06.2017 - 14:18) weiterlesen...

Fallende Benzinpreise in Europa - auch andere Ölprodukte günstiger. Im Mai wurden Super-Kraftstoff, Diesel und Heizöl laut Zahlen der Internationalen Energie-Agentur (IEA) wieder billiger. Zuvor waren sie seit Jahresbeginn im europäischen Schnitt etwas teurer geworden. BERLIN/PARIS - Verbraucher in Deutschland und weiteren Ländern Westeuropas profitieren von Preisnachlässen bei Benzin und anderen Ölprodukten. (Wirtschaft, 24.06.2017 - 14:18) weiterlesen...

Auch Unschuldige auf 'schwarzer Liste' der Finanzindustrie. Das hat eine Recherche von "Süddeutscher Zeitung" und NDR gemeinsam mit weiteren internationalen Medien ergeben. Die Journalisten hatten demnach Einblick in einen World-Check-Datensatz mit mehr als zwei Millionen Profilen aus dem Jahr 2014, auf den der amerikanische Sicherheitsexperte Chris Vickery vergangenes Jahr auf einem Internet-Server gestoßen war. BERLIN - In der World-Check-Datenbank, mit der sich Banken weltweit gegen Geschäfte mit potenziell gefährlichen Kunden schützen, sollen auch viele unschuldige Menschen und Organisationen aufgelistet sein. (Boerse, 24.06.2017 - 14:18) weiterlesen...

ROUNDUP/Prozesse gegen Bausparkassen: Verbraucherschützer machen weiter Druck. Vor dem Karlsruher Landgericht beginnt ein Verfahren der Verbraucherzentrale (VZ) Baden-Württemberg gegen die Bausparkasse Badenia. Es geht hierbei um eine Klausel, der zufolge das Finanzinstitut zukünftig Verträge 15 Jahre nach Abschluss kündigen kann - und zwar wenn diese nicht wie eigentlich üblich in Darlehen gewandelt worden sind. Diese Klausel sei unzulässig und der Verbraucher werde benachteiligt, sagt VZ-Bausparexperte Niels Nauhauser. Seine Organisation hatte die Klage eingereicht. KARLSRUHE - Vier Monate nach einer Niederlage vor dem Bundesgerichtshof starten Verbraucherschützer einen neuen Versuch, Kündigungen bestimmter Bausparverträge zu unterbinden. (Boerse, 24.06.2017 - 14:18) weiterlesen...