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MÜNCHEN - Der Autobauer BMW will in den kommenden Jahren mit neuen Automodellen Boden gegenüber der Konkurrenz gutmachen.

21.03.2017 - 13:09:24

BMW will wieder angreifen - Produktoffensive soll Schub geben. Konzernchef Harald Krüger wollte zwar am Dienstag auf der Bilanz-Pressekonferenz in München das schiere Absatzvolumen nicht als einziges Kriterium gelten lassen, wenn es um den Zweikampf mit Mercedes-Benz im Premiumsegment geht. "Mir ist auch die Innovationsführerschaft ganz wichtig", sagte der Chef des Dax -Konzerns. Vertriebschef Ian Robertson stellte aber klar, dass über 40 angepeilte neue Modelle in diesem und dem neuen Jahr Schub geben sollen. Eine konkrete Jahreszahl, wann BMW mit seiner Stammmarke den Stuttgarter Rivalen wieder überholen kann, wollten die Manager aber nicht nennen.

Zunächst muss BMW ohnehin noch viel Geld in die Hand nehmen. Im vergangenen Jahr war die Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern im Kerngeschäft Autobau von 9,2 auf 8,9 Prozent gesunken, Seit mehreren Jahren geht die vielbeachtete Rendite zurück, die Modelle werden im Schnitt zunehmend älter. Typischerweise können Autobauer nur mit neuen Autos die Preise erhöhen, der Produktionsanlauf neuer Modelle erfordert hohe Vorab-Investitionen.

KRÜGER: GRÖSSTE MODELLOFFENSIVE DER GESCHICHTE

"Wir starten die größte Modelloffensive der Geschichte", sagte Krüger und sprach zugleich davon, "auf Angriff umzuschalten." Gestartet hat BMW bereits die Neuauflage des 5ers, in Sommer und Herbst sollen viele weitere frische Versionen bei den Händlern stehen. Einen Schwerpunkt legt BMW bei den geplanten neuen Modellen im teuren Premiumsegment wie dem 7er oder dem SUV-Modell X7 - bei den Oberklasseautos soll der BMW-Absatz bis 2020 deutlich zulegen. Das soll Rendite bringen.

Konzernweit will Krüger Absatz, Umsatz und das Vorsteuerergebnis im Konzern weiter steigern. Beim Vorsteuerergebnis wird ein "leichter" Zuwachs angepeilt. Analysten hatten im Schnitt das Niveau aus dem Vorjahr (9,67 Mrd Euro) auf dem Zettel. Die BMW-Aktie lag am Mittag gut 2 Prozent im Plus.

FINANZCHEF: AUTO-RENDITE 'STABIL' IN ANGEPEILTER BRANDBREITE

Auch für dieses Jahr wollte sich Finanzchef Nicolas Peter nach den Rückgängen der vergangenen Jahre nicht die Aussicht auf steigende Margen in der Autosparte entlocken lassen und sprach lediglich von einer "stabilen" Entwicklung im anvisierten Korridor von 8 bis 10 Prozent. Wohl aber sollen die Ausgaben für Sachanlagen sowie für Forschung und Entwicklung in diesem Jahr gemessen am Umsatz etwas zulegen, bei den Forschungsausgaben auch leicht über das Zielmaß hinaus. Absatz und Umsatz in der Autosparte sollen 2017 leicht steigen.

Bereits vor knapp zwei Wochen hatte das Unternehmen die Daten zum vergangenen Jahr vorgelegt. Der Umsatz war insgesamt um 2,2 Prozent auf 94,2 Milliarden Euro geklettert, der Gewinn dank des guten Laufs bei den Finanzdienstleistungen sowie bei Absicherungsgeschäften für Rohstoffe und Währungen gar um 8 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Die Dividende soll um 30 Cent auf 3,50 Euro steigen.

BESUCH BEI US-PRÄSIDENT TRUMP

Krüger äußerte sich grundsätzlich positiv zum Besuch beim neuen US-Präsidenten Donald Trump Ende vergangener Woche. Trump hatte insbesondere BMW einen Strafzoll für aus Mexiko in die USA importierte Autos angedroht. Er habe sowohl Fakten als auch Emotionen vortragen können, sagte Krüger - etwa, dass BMW in den Staaten sein größtes Werk hat und nach eigenen Angaben ein großer Nettoexporteur ist. Der Bau des Werkes im mexikanischen San Luis Potosi laufe daher wie geplant weiter. Von dort aus wollen die Münchener ab 2019 Autos für den Weltmarkt produzieren. Über Einfuhrzölle habe er mit Trump aber nicht gesprochen, sagte Krüger.

Für den anstehenden Brexit bekräftigte Krüger, bei der Produktion sehr flexibel zu sein. Großbritannien bleibe ein wichtiger Standort, der Mini werde aber nicht nur in Großbritannien, sondern auch in den Niederlanden gefertigt. Entscheidend sei, wie der Austritt aus der EU nun vonstatten gehe. Vertriebschef Robertson sagte, bis zu den endgültigen Ergebnissen fließe aber "noch viel Wasser unter der Brücke hindurch".

@ dpa.de

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