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MÖRFELDEN-WALLDORF - In der Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie trägt der IG Metall-Bezirk Mitte die vom Vorstand empfohlene harte Linie mit.

24.10.2017 - 15:03:23

Bezirk Mitte will mehr Geld und kürzere Arbeitszeiten. Die Tarifkommissionen für die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen beschlossen am Dienstag in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt, neben sechs Prozent mehr Lohn auch verkürzte Arbeitszeiten für die etwa 420 000 Beschäftigten zu fordern.

Alle Beschäftigten sollen auf eigenen Wunsch ihre Wochenarbeitszeit für einen befristeten Zeitraum von zwei Jahren auf bis zu 28 Stunden verringern können. Für bestimmte Gruppen wie Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder oder Pflegende verlangt die Gewerkschaft "tarifdynamische Zuschüsse" in unterschiedlicher Höhe. Auch Arbeitnehmer mit geringen Entgelten sollten sich die Arbeitszeitverkürzung leisten können, hieß es zur Begründung.

"Mehr Geld und Arbeitszeiten, die zum Leben passen - so unterstreichen wir den Anspruch der Beschäftigten auf mehr Fairness und mehr Gerechtigkeit in der Arbeitswelt", erklärte Bezirkschef Jörg Köhlinger im Anschluss an die Sitzung. Die bundesweit einheitliche Forderung wird an diesem Donnerstag (26.10.) vom Vorstand der IG Metall endgültig festgezurrt. Für die Mittelgruppe beginnen die Verhandlungen am 16. November in Mainz, Warnstreiks in den wichtigsten deutschen Industriezweigen sind von Januar an möglich.

Die Arbeitgeber lehnten die Vorstellungen erneut im scharfen Ton ab. "Mehr Geld für weniger Arbeit geht gar nicht", erklärte beispielsweise der Hauptgeschäftsführer von Hessenmetall, Dirk Pollert. In Zeiten von Fachkräftemangel einseitig individuelle Ansprüche auf Arbeitszeitverkürzungen zu fordern und diese zusätzlich attraktiv zu machen durch einen partiellen Entgeltausgleich, überfordere die Mitgliedsunternehmen völlig. Die IG Metall gefährde den Standort, die Arbeitsplätze sowie die Tarifbindung.

Für das Tarifgebiet Thüringen erwarten die Metaller zudem eine belastbare Verhandlungsperspektive, um die dortigen Tarifbedingungen vollständig an den Westen anzugleichen. 27 Jahre nach der Einheit müssten die Kollegen dort immer noch drei Stunden pro Woche länger arbeiten als im Westen und erhielten unter dem Strich geringere Entgelte. Die Spaltung des Landes und häufig sogar innerhalb des gleichen Konzerns müsse überwunden werden.

@ dpa.de

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