Innogy, DE000A2AADD2

MARRAKESCH - Trotz Wirtschaftswachstums ist der Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid (CO2) aus fossilen Brennstoffen das dritte Jahr in Folge kaum gestiegen.

14.11.2016 - 20:15:26

GESAMT-ROUNDUP: CO2-Ausstoß stabil - 2016 könnte Wärmerekord brechen. Das könne möglicherweise Zeichen einer Trendwende gegenüber dem Jahrzehnt vor 2013 sein, in dem die Emissionen jährlich um 2,3 Prozent gestiegen waren, erklärte der Forschungsverbund "Global Carbon Project". Für Jubel sei es aber noch zu früh - es bleibe abzuwarten, ob der Trend anhalte.

Grund zur Besorgnis gibt zudem der neueste Temperaturbericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), die das laufende Jahr am Montag zum wohl heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen ausrief. Die Weltbank warnte indes vor den verheerenden Auswirkungen von Naturkatastrophen insbesondere für arme Menschen.

Als Hoffnungszeichen werteten die Forscher des "Global Carbon Project", dass der CO2-Ausstoß im vergangenen Jahr nach dem am Montag veröffentlichten Bericht weltweit stabil blieb. 2014 wuchs er um 0,7 Prozent. Für das laufende Jahr rechnen die Wissenschaftler laut ihrer in der Fachzeitschrift "Earth System Science Data" veröffentlichten Studie mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent.

In den vergangenen drei Jahren wurden den Autoren zufolge durchschnittlich jeweils etwa 36,4 Milliarden Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen. Die Stabilisierung ist den Wissenschaftlern zufolge vor allem einem geringeren Kohleverbrauch in China zu verdanken, das mit einem Anteil von 29 Prozent weltweit das meiste CO2 in die Atmosphäre pustet.

"Das ist eine große Hilfe im Kampf gegen den Klimawandel, aber es ist nicht genug", sagte Corinne Le Quéré von der britischen Universität von East Anglia, die an der Studie beteiligt war. "Die weltweiten Emissionen müssen jetzt rasch abnehmen, nicht nur aufhören zu wachsen."

Wenig Grund zur Entwarnung gibt der neue Bericht, den die UN-Organisation WMO am Rande der Klimakonferenz in Marrakesch vorstellte. Das laufende Jahr dürfte demnach einen neuen Wärmerekord brechen: 2016 ist das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Die globalen Temperaturen erreichen nach einer aktuellen Schätzung der WMO im Schnitt etwa 14,88 Grad Celsius. Damit liegen sie ungefähr 1,2 Grad Celsius über dem Niveau des vorindustriellen Zeitalters, wie die WMO am Montag in Marrakesch berichtete.

Das bisherige Rekordjahr 2015 mit durchschnittlich 14,77 Grad Celsius dürfte damit nach dieser vorläufigen Schätzung noch übertroffen werden. Mit Ausnahme des Jahres 1998 wurden damit die siebzehn heißesten Jahre in dem Zeitraum seit der Jahrtausendwende verzeichnet.

Mit einer zunehmenden Erwärmung steigt auch die Häufigkeit extremer Wetterereignisse. Naturkatastrophen stürzen weltweit jährlich 26 Millionen Menschen ins Elend. Die wirtschaftlichen Folgen entsprechen einem Konsumverlust von 520 Milliarden Dollar (etwa 485 Milliarden Euro) pro Jahr, wie die Weltbank in einer Studie mit 117 Staaten berichtete. Die Auswirkungen extremer Wetterereignisse auf den Wohlstand eines Landes sind damit nach Angaben der Autoren um bis zu 60 Prozent gravierender als bisher geschätzt.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

AKTIEN IM FOKUS: Erneute Uniper-Übernahmefantasie treibt Versorger an FRANKFURT - Die Aktien der Eon-Beteiligung Uniper am späten Vormittag mit einem Plus von 5,20 Prozent auf 22,15 Euro an. (Boerse, 20.09.2017 - 11:02) weiterlesen...

Studie: Deutschland verfehlt EU-Ziel für erneuerbaren Energien. 2020 soll der Anteil laut EU-Richtlinie bei 18 Prozent liegen - unter derzeitigen Bedingungen dürfte er in den kommenden drei Jahren aber nur auf 16 Prozent klettern, wie der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) errechnet hat. Die aktualisierte Trendanalyse lag der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vor. Dabei geht es nicht nur um den Ökostrom-Anteil beim Stromverbrauch, sondern auch um den Wärme- und Verkehrssektor. BERLIN - Deutschland könnte einer Studie zufolge das EU-Ziel für den Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch deutlich verfehlen. (Wirtschaft, 20.09.2017 - 06:04) weiterlesen...

ANALYSE: Exane BNP läutet 'Alarmglocke' für Versorger - Gewinnrisiken bei RWE. In einer Sektorstudie vom Dienstag schrieb Expertin Sofia Savvantidou, sie läute nunmehr die "Alarmglocke", da die Erwartungen hoch seien und gleichzeitig der Rückenwind für die Branche sich abschwäche. PARIS - Den europäischen Versorgern steht nach Einschätzung der Experten der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas 2018 ein schwierigeres Jahr bevor. (Boerse, 19.09.2017 - 14:59) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: SocGen senkt Ziel für Innogy auf 36,70 Euro - 'Hold'. Die etwas höhere Nettoverschuldung sei der Grund für das leicht gesunkene Kursziel, schrieb Analyst Lüder Schumacher in einer am Freitag vorgelegten Branchenstudie. Ohne eine Übernahme von Innogy oder sich deutlich ändernde Zins-Aussichten sei die RWE-Ökostromtochter derzeit fair bewertet. PARIS - Die französische Großbank Societe Generale (SocGen) hat das Kursziel für Innogy von 37,10 auf 36,70 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Hold" belassen. (Boerse, 15.09.2017 - 09:17) weiterlesen...

Innogy baut Stromtankstellennetz aus - Förderung vom Staat. Das Bundesverkehrsministerium habe gut drei Millionen Euro für 1245 neue Stromladesäulen genehmigt, teilte Innogy am Donnerstag in Essen mit. Sie sollen insgesamt knapp 8 Millionen Euro kosten und vor allem in Essen, Mülheim und Dorsten sowie in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz errichtet werden. Das Unternehmen bezeichnet sich als Marktführer bei Ladesäulen und hat mit 150 Stadtwerken zusammen ein bundesweites Ladenetz aufgebaut. ESSEN/BERLIN - Der Essener Energiekonzern Innogy baut mit staatlicher Förderung sein Stromtankstellennetz aus. (Boerse, 14.09.2017 - 15:47) weiterlesen...

Orkantief 'Sebastian' brachte extrem hohe Windstromwerte. Damit wurde der bisherige deutsche Windstromrekord von Mitte März dieses Jahres (gut 38 000 MW/h) nur knapp verfehlt. Windkraftanlagen erzeugten damit allein mehr als die Hälfte des deutschen Stromverbrauchs, wie aus einer Aufstellung der Netzagentur hervorgeht. BONN - Das Orkantief "Sebastian" hat für eine extrem hohe Windstromproduktion gesorgt: In der Zeit zwischen 11 und 12 Uhr speisten die Windparks am Mittwoch vor allem in Nord- und Ostdeutschland sowie in der Nordsee insgesamt mehr als 37 800 Megawattstunden Strom in die Netze ein, wie die Bundesnetzagentur am Donnerstag mitteilte. (Boerse, 14.09.2017 - 11:10) weiterlesen...