Transport, Verkehr

LA PAZ - Die deutsche Regierung intensiviert ihre Bemühungen um den Bau einer Bahnlinie in Südamerika, die vom Atlantik bis zum Pazifik führen soll.

21.03.2017 - 05:35:24

ROUNDUP/Ozean-Zug: Deutschland und Schweiz buhlen um Zuschlag. Wie der bolivianische Minister für öffentliche Arbeiten, Milton Claros, mitteilte, wird Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba am Mittwoch zu Gesprächen mit Regierungsvertretern aus Bolivien, Peru, Paraguay und Uruguay in La Paz zusammentreffen. Bolivien setzt auch auf Kapital aus der Schweiz bei dem Jahrhundertprojekt. Mittlerweile liegen vier Studien zu Trassen, Umweltfragen und den Kosten vor. Deutsche und Schweizer Unternehmen könnten das Projekt gemeinsam realisieren.

Geplant ist eine 3750 Kilometer lange Strecke vom brasilianischen Hafen in Santos über Bolivien bis zum peruanischen Ilo, um Güter schneller Richtung Europa und Asien zu bekommen. Die Kosten werden auf rund 14 Milliarden Dollar (13 Mrd Euro) geschätzt.

Boliviens Präsident Evo Morales macht sich seit langem dafür stark, auch um unabhängiger von chilenischen Häfen zu werden. Die Beziehungen zwischen beiden Staaten sind gespannt. Bolivien hat Chile vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag verklagt, um wieder einen eigenen Meerzugang zum Pazifik bekommen, den es im Salpeterkrieg (1879-84) an Chile verloren hatte.

Zudem wirft Bolivien Chile immer wieder vor, das Land halte Verpflichtungen eines Vertrages von 1904 nicht ein, der freien Transitverkehr für Güter von einigen chilenischen Häfen von und nach Bolivien vorsieht. Ob sich der "Tren Bioceánico" verwirklichen lässt, ist noch fraglich.

2016 war bereits vorgeschlagen worden, dass Firmen aus Deutschland und der Schweiz gemeinsam ein Paket anbieten - Bau der Infrastruktur, Lieferung von Loks und Waggons sowie Wartung der Züge. Nach Vorbild des dualen Ausbildungssystems in Deutschland sollen zudem Fachkräfte für Instandhaltung und Betrieb der Strecke ausgebildet und eingesetzt werden. So sollen 6000 bis 8000 Arbeitsplätze entstehen.

Unabhängig davon gibt es bereits ein weiteres Milliardenprojekt für einen Zug zwischen den Ozeanen, ebenfalls von Brasilien nach Peru, über rund 4800 Kilometer - aber an Bolivien vorbei. Dieses wird von China forciert. Ob sich beide Konzepte zu einem zusammenführen zu lassen, ist noch unklar - hierzu müsste Morales eine Einigung vor allem mit Brasiliens Präsident Michel Temer finden. Und bisher gibt es kaum Trassen, die ausgebaut werden könnten. Boliviens Bahnnetz umfasst gerade 3500 Kilometer - weitgehend eingleisig, in Meterspur.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Dobrindt legt im Streit um Flughafen Tegel nach. Die Bundeshauptstadt brauche zwei Flughäfen, sagte Dobrindt dem Magazin "Focus". "Denn die Kapazität des neuen Hauptstadtflughafens BER ist zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme - egal, wann das ist - bereits erschöpft." Dieses Jahr beförderten die beiden Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel rund 34 Millionen Passagiere, für 2025 seien 43 Millionen prognostiziert. BERLIN - Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat im Streit um den Weiterbetrieb des Flughafens Berlin-Tegel nachgelegt. (Boerse, 21.07.2017 - 13:08) weiterlesen...

AKTIE IM FOKUS: VTG mit weiterem Rekordhoch - Analyst: Rally geht weiter. Sie stiegen bis auf 41,33 Euro. Kurz vor dem Mittag führten sie den Kleinwerteindex SDax mit einem Plus von noch 6,45 Prozent auf 41,195 Euro an. Mit einem Plus von mehr als 44 Prozent im bisherigen Jahresverlauf zählen die Papiere zu den Index-Favoriten. FRANKFURT - Ein positiver Kommentar des Analysehauses Warburg Research hat der Rekordrally der VTG-Aktien am Freitag frischen Schwung verliehen. (Boerse, 21.07.2017 - 13:03) weiterlesen...

Brexit-Folgen: Ryanair droht mit Abzug der England-Flotte ab 2019. Falls es bis September 2018 keine Klarheit über ein neues Luftverkehrsabkommen mit Großbritannien gebe, werde Ryanair für Sommer 2019 viele Flüge von und nach England streichen, kündigte Ryanairs Verkaufschef David O'Brien im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag) an. Die 85 in England stationierten Maschinen würden dann auf die 72 Ryanair-Basen in Kontinentaleuropa und Irland verteilt. MÜNCHEN/DUBLIN - Der irische Billigflieger Ryanair will für den Fall eines harten Brexit den Rest der EU mit zig zusätzlichen Flugzeugen fluten. (Boerse, 21.07.2017 - 09:01) weiterlesen...

Vodafone will E-Bikes vernetzen. Zunächst 4000 elektrische Fahrräder der Marke Zemo habe man mit dem Internet der Dinge verbunden, teilte Vodafone am Freitag mit. Händler könnten sie ab sofort vorbestellen, in die Läden sollen sie Anfang 2018 kommen. "Wir arbeiten mit Hochdruck an der Verbesserung von Diebstahlschutz-Installationen in unseren Fahrrädern und E-Bikes", sagte Georg Honkomp, Vorstandsvorsitzender der ZEG. Mit Vodafone habe man einen starken Kooperations-Partner gefunden. In der ZEG sind rund 1000 Fahrradhändler zusammengeschlossen. DÜSSELDORF - Vodafone will E-Bikes gemeinsam mit der Einkaufsgemeinschaft ZEG vernetzen und damit auch Fahrrad-Dieben das Handwerk legen. (Boerse, 21.07.2017 - 06:24) weiterlesen...

Tech-Milliardär Musk: Untergrund-'Hyperloop' mündlich genehmigt. Die Untergrund-Magnetbahn, die Musk vorschwebt, solle die Strecke zwischen New York City und der US-Hauptstadt Washington in 29 Minuten schaffen, twitterte der Tech-Milliardär am Donnerstag. Bislang braucht die schnellste Eisenbahnverbindung knapp drei Stunden dafür. Allerdings bleiben zahlreiche Fragen ungeklärt. SAN FRANCISCO - Tesla -Chef Elon Musk hat laut eigenen Angaben eine mündliche Genehmigung der US-Regierung für ein geplantes Hochgeschwindigkeits-Transportsystem an der Ostküste erhalten. (Boerse, 20.07.2017 - 21:56) weiterlesen...

Bund fördert Düsseldorfer Projekt zum automatisierten Fahren. Das teilte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Donnerstag in Berlin mit. Insgesamt bewilligte Dobrindt weitere 22,2 Millionen Euro für dreizehn neue Forschungsvorhaben. In Düsseldorf soll unter anderem das Zusammenspiel verschiedener Fahrassistenten in realen Fahrsituationen auf der Straße getestet werden. Daran beteiligt sind neben der Stadt unter anderem der Landesbetrieb Straßen.NRW, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Siemens und der Mobilfunker Vodafone . DÜSSELDORF - Der Bund fördert ein Forschungsprojekt zum automatisierten Fahren in Düsseldorf mit rund neun Millionen Euro. (Boerse, 20.07.2017 - 18:30) weiterlesen...