Lebensmittelhandel, Pharmahandel

(Im 2.

16.08.2017 - 21:27:25

WDH/ROUNDUP/Nafta: Größte Freihandelszone der Welt wird neu verhandelt

WASHINGTON - Der Kampf um die größte Freihandelszone der Welt ist eröffnet: Die Handelsexperten der Regierungen von Mexiko, Kanada und der USA stecken monatelang die Köpfe zusammen, um dem Pakt ein neues Gesicht zu geben. Und sie machten gleich zu Beginn unmissverständlich klar, dass dies kein einfaches Unterfangen werden wird: "Wenn der Deal nicht für alle drei Länder Vorteile bringt, dann ist er kein Deal", sagte Mexikos Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo.

Die Stoßrichtung war klar: Denn zum Handelsbeauftragten von US-Präsident Donald Trump, Robert Lighthizer, hat Kanadas frühere Handels- und heutige Außenministerin Chrystia Freeland "extreme Höhenunterschiede" ausgemacht. Der 69-Jährige führt die Verhandlungen für die USA und nahm gleich zu Beginn kein Blatt vor den Mund. "Wir glauben, dass Nafta für zahllose Amerikaner grundlegend versagt hat und dass wir deutliche Verbesserungen brauchen", wetterte Lighthizer.

Er forderte, das riesige Handelsdefizit der USA vor allem zu Mexiko müsse beseitigt werden. Die US-Autobranche habe durch Nafta zahlreiche Werke und Hunderttausende Arbeitsplätze in Richtung Süden verloren. Allein im Automobilsektor bestehe ein Defizit in Höhe von 68 Milliarden US-Dollar (aktuell rund 58 Mrd Euro) mit Mexiko.

Ökonomen hatten noch in den vergangenen Tagen darauf hingewiesen, dass Freihandelsabkommen nicht dazu geeignet seien, bilaterale Handelsbilanzen zu verändern. Vielmehr seien sie ein Mittel, eine bestimmte Wirtschaftszone als gemeinsames Gebiet zu betrachten, dessen Außenbeziehungen als Ganzes sich verbessern.

Freeland wies deshalb auch darauf hin, dass die US-Volkswirtschaft durch Nafta jedes Jahr einen dreistelligen Milliardenbetrag gut gemacht habe. Experten gehen davon aus, dass bis zu 14 Millionen US-Jobs von Nafta abhängen. An den möglicherweise überzogenen Erwartungen der Amerikaner an Neuverhandlungen könne das Projekt auch scheitern, mutmaßten Ökonomen im Vorfeld. Der Bundesverband der Deutschen Industrie mahnte zur Einsicht. Auch deutsche Autohersteller und deren Zulieferer produzieren in Mexiko für den US-Markt.

Doch Lighthizer ließ nicht locker: "Die Zahlen sind klar. Die US-Regierung hat bestätigt, dass mindestens 700 000 Amerikaner wegen sich ändernder Handelsflüsse auf Grund von Nafta ihre Jobes verloren haben", sagte er und fügte hinzu: "Die Ansicht des Präsidenten, die ich komplett teile, ist wohlbekannt." Trump hatte Nafta als vermutlich "schlechtesten Deal aller Zeiten" gebrandmarkt.

Das Freihandelsabkommen Nafta war 1992 zu Ende verhandelt worden und trat zu Jahresbeginn 1994 in Kraft. Die Zone umfasst 25 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung mit einem Volumen von mehr als 20 Billionen Dollar und 440 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Die europäische Freihandelszone aus den 28 EU-Ländern sowie Norwegen, Island und Liechtenstein kommt auf rund 17 bis 18 Billionen Dollar.

Seit dem Beginn von Nafta hat sich der Handel unter den drei Teilnehmerländern vervierfacht. Die Verhandlungen sollen sich bis mindestens Anfang 2018 hinziehen. Die zweite Verhandlungsrunde wird in Mexiko stattfinden.

Die USA wollen nach Angaben Lighthizers vor allem Verbesserungen für ihr verarbeitendes Gewerbe, besonders die Autoindustrie erzielen. Ferner soll Währungsmanipulationen ein Riegel vorgeschoben werden und der Kampf gegen Einflüsse Dritter verstärkt werden, etwa beim Schutz geistigen Eigentums oder beim Dumping - dies zielte wohl direkt gegen China.

Einig sind sich die drei Länder, dass etwa beim Arbeitsrecht, bei den Regeln für den elektronischen Handel, bei den Transparenzregeln und beim Umgang mit technischer Innovation die Anfang der 1990er Jahre getroffenen Vereinbarungen reformiert werden müssen. Kanada und Mexiko wollten auch den Umweltschutz einbauen, betonte Freeland.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

USA kritisieren WTO als 'Streitorganisation'. Sie verliere ihren Fokus und entwickele sich zu einer "Streitorganisation", erklärte am Montag der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer auf der 11. WTO-Ministerkonferenz in Buenos Aires. BUENOS AIRES - Die USA haben erneut die Welthandelsorganisation (WTO) scharf kritisiert. (Boerse, 11.12.2017 - 20:09) weiterlesen...

EZB hält weiter Steinhoff-Anleihen - Südafrikas Parlament hat Fragen. Die Zentralbank hielt Ende vergangener Woche eine Anleihe des europäischen Zweigs von Steinhoff mit Fälligkeit im Jahr 2025, wie aus am Montag veröffentlichten EZB-Daten hervorgeht. FRANKFURT/KAPSTADT - Die Europäische Zentralbank (EZB) besitzt trotz einer schweren Krise des Möbelkonzerns Steinhoff weiterhin Schuldtitel des Unternehmens. (Boerse, 11.12.2017 - 19:22) weiterlesen...

Initiative gegen Energie-Subventionen auf WTO-Ministerkonferenz. Die Welthandelsorganisation (WTO) solle Verhandlungen zum Abbau der Subventionen für fossile Energieträger an die Landwirtschaft in ihre zukünftige Agenda aufnehmen, sagte Neuseelands Handelsminister David Parker am Montag in Buenos Aires. Die staatlichen Zuschüsse entsprächen jährlich zwischen 400 und 600 Milliarden Dollar. BUENOS AIRES - Eine von Neuseeland angeführte Staatengruppe hat bei der Welthandelskonferenz in Buenos Aires eine Initiative gegen Energie-Subventionen im Agrarbereich gestartet. (Wirtschaft, 11.12.2017 - 18:13) weiterlesen...

EU-Parlament will Debatte über Phosphat im Döner - Votum verschoben. Das Parlament beschloss am Montag zum Auftakt seiner Plenarsitzung in Straßburg, die zunächst für Dienstag geplante Abstimmung über einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission abzusetzen. Auf Antrag der christdemokratischen EVP-Fraktion entschieden die Abgeordneten, am Dienstag zunächst über Phosphat in Dönern zu debattieren. Erst danach wolle man dann am Mittwoch entscheiden. STRASSBURG - Das Europaparlament will über die geplante EU-weite Zulassung von Phosphaten in Döner-Fleisch erst nach einer Debatte entscheiden. (Boerse, 11.12.2017 - 17:51) weiterlesen...

Edeka will Fruchtsafthersteller Albi übernehmen. Das hat das Bundeskartellamt am Montag auf seiner Liste der laufenden Verfahren veröffentlicht. Zuvor hatte die "Heilbronner Stimme" (Dienstagausgabe) darüber berichtet. Albi erreiche mit etwa 93 Millionen Abfüllungen Platz sieben in Deutschland, heißt es in der Zeitung. Der Safthersteller liefert an den gesamten deutschen Lebensmittelhandel, darunter auch Eigenmarken für Discounter. HAMBURG/ULM - Der größte deutsche Lebensmittelhändler Edeka will den Fruchtsafthersteller Albi mit Sitz in Berghülen bei Ulm übernehmen. (Boerse, 11.12.2017 - 17:43) weiterlesen...

Südafrikas Parlament will Steinhoff-Chefs zu Bilanzskandal befragen. Der Haushaltsausschuss plane, sich die Vorgänge bei dem Möbelunternehmen anzusehen, hieß es am Montag in einer Mitteilung. Die Führungen von Steinhoff sowie unter anderem der südafrikanischen Polizeieinheit gegen organisiertes Verbrechen, der Steuerbehörde und der Zentralbank wurden darin aufgefordert, Anfang nächsten Jahres vor dem Parlament zu erscheinen. "Das Parlament kann nicht einfach diesem Drama zuschauen, während die Gesetze des Landes, ethisches Verhalten und die Rentengelder der Arbeitnehmer wegen der Fahrlässigkeit und der Korruption der Super-Reichen den Bach runter gehen", hieß es. KAPSTADT - Das südafrikanische Parlament will die Führung des Poco-Mutterkonzerns Steinhoff wegen des Bilanzskandals befragen. (Boerse, 11.12.2017 - 15:44) weiterlesen...