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HANNOVER / BONN - Der Weltluftverkehr droht laut einer aktuellen Studie seine selbst gesetzten Klimaziele zu verfehlen.

12.11.2017 - 15:19:26

Weltluftverkehr kommt bei Klimazielen nicht voran. Wie die Umweltorganisation Atmosfair am Samstag auf dem Weltklimagipfel in Bonn betonte, geht die Flottenerneuerung durch sparsame Jets bei wachsendem Verkehr nur schleppend voran. Weltweit stiegen die CO2-Emissionen der Airlines um gut vier Prozent, die Flugkilometer um knapp sieben Prozent.

Dreamliner auf der Langstrecke eingesetzt, die deutlich weniger Kerosin als vergleichbare Flugzeuge verbrauchten. Bis 2020 wolle der Konzern die emissionsärmsten Fluggesellschaften Europas betreiben.

Zu den Kriterien für die Index-Beurteilung der Klimafreundlichkeit der gut 200 weltgrößten Fluggesellschaften gehört unter anderem die Zahl der bei einem Flug transportierten Passagiere. Der Grund: Flugzeuge mit enger Bestuhlung belasten die Umwelt mit deutlich weniger CO2 pro Passagier als Flieger mit viel Beinfreiheit. Zudem zahlte sich der Einsatz moderner Maschinen mit weniger Emissionen aus. Flugzeuge wie die Boeing 787-9 und der Airbus A350-900 erzielen laut der Studie auch auf der Langstrecke Werte von weniger als 3,5 Liter Kerosin pro Passagier und 100 Kilometer.

Anders als Charter-Fluggesellschaften wie die Tuifly, die in der Regel voll ausgebucht unterwegs sind, kommen viele der internationalen großen Liniengesellschaften auf deutlich schlechtere Bewertungen. Bei den Linienflügen ist dank moderner Flotte und hoher Auslastung die chilenisch-brasilianische Latam (Platz 11) führend.

Ein Kuriosum am Rande: Die mittlerweile nicht mehr existierende Air Berlin landete direkt dahinter auf Rang 12, vor KLM aus den Niederlanden (13). Die Insolvenz der Berliner erfolgte während der Veröffentlichung des Index, daher wurde sie noch aufgeführt.

Die Lufthansa steigerte sich im Vergleich zur Konkurrenz dank einer erneut verbesserten Auslastung und Flotte auf Platz 65 und liegt damit kurz vor Air France (68). "Auf der Kurz- und Mittelstrecke setzt Lufthansa immer weniger ineffizientere Flugzeugmodelle ein", betonte Atmosfair. Ihr Index bildet mit rund 33 Millionen Flügen etwa 92 Prozent des Weltluftverkehrs ab. Billigflieger werden in einer eigenen Klasse erfasst, da sie oft - von Subventionen gestützt - künstlich niedrige Ticketpreise in Flugkilometer und damit CO2-Emissionen umwandeln, die sonst nicht entstanden wären.

Ein weiterer Trend: Insgesamt überholen chinesische Airlines im Index dank modernerer Flotten zunehmend die US-Airlines. Die großen Gesellschaften Delta Air Lines und United Airlines liegen punktgleich mit Uzbekistan Airlines auf Rang 41 - nur die amerikanische Alaska Airlines liegt mit Platz 14 im vorderen Bereich der Top 50.

@ dpa.de

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