Hapag-Lloyd, DE000HLAG475

HAMBURG - Niedrige Preise für den Frachttransport haben die größte deutsche Reederei Hapag-Lloyd in die roten Zahlen rutschen lassen.

24.03.2017 - 17:48:42

Niedrige Transportpreise - Reederei Hapag-Lloyd macht Verlust. Die Container-Reederei schloss das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Konzernverlust von 93 Millionen Euro ab, teilte das Unternehmen am Freitag in Hamburg mit. Im Vorjahr hatte Hapag-Lloyd noch einen Gewinn von 114 Millionen Euro erreicht. Die Reederei steigerte im vergangenen Jahr zwar ihre Transportmenge um 2,7 Prozent auf 7,6 Millionen Standardcontainer (TEU), durch die niedrigen Frachtraten ging der Umsatz zugleich aber von 8,8 auf 7,7 Milliarden Euro zurück.

Auch der Start ins Jahr 2017 verlief eher holprig. "Der Jahresauftakt war herausfordernd", heißt es in der Mitteilung. Die Reederei konnte demnach nicht in vollem Umfang vom Anstieg der Transportpreise (Frachtraten) profitieren, weil sie durch längerfristige Verträge gebunden war. Gleichzeitig stiegen die Treibstoffpreise wieder an, deren Sinken im vergangenen Jahr für Entlastung gesorgt hatte.

In diesem Jahr rechnet Hapag-Lloyd mit einem moderaten Anstieg der durchschnittlichen Frachtrate und der Transportmenge. "Wir erwarten 2017 eine gewisse Markterholung, aber unser Erfolg wird zum Großteil davon abhängen, ob wir nachhaltigere Frachtraten erreichen können", erklärte Vorstandschef Rolf Habben Jansen. Für das laufende Geschäftsjahr stellte er bessere Ergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Vergleich zu 2016 in Aussicht.

Die niedrigen Preise hatten im Vorjahr das Ergebnis verhagelt. Die führende deutsche Reederei konnte zwar ihre Transportmenge um 2,7 Prozent auf 7,6 Millionen Standardcontainer (TEU) steigern, doch ging gleichzeitig der Umsatz von 8,8 auf 7,7 Milliarden Euro zurück.

Die Vorbereitungen für den Zusammenschluss mit der arabischen Reederei UASC befinden sich auf der Zielgeraden, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Fusion soll von 2019 an jährliche Einsparungen in Höhe von 435 Millionen Dollar bringen. Einmalig soll sie rund 150 Millionen Dollar kosten.

Die Vorstandsverträge von Finanzchef Nicolás Burr und von Vorstand Anthony J. Firmin wurden am Freitag vom Aufsichtsrat zudem um jeweils zwei Jahre verlängert.

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