Hapag-Lloyd, DE000HLAG475

HAMBURG - Mit einiger Verzögerung hat Hapag-Lloyd im Mai die Übernahme der United Arab Shipping Company (UASC) zum Abschluss gebracht und damit ein neues Kapitel in der Geschichte der Reederei aufgeschlagen.

29.08.2017 - 06:32:24

Hapag-Lloyd legt erste Zwischenbilanz nach Übernahme von UASC vor. Mit einer Flotte von rund 230 Schiffen, die 1,6 Millionen Standardcontainer (TEU) transportieren können, nimmt Hapag-Lloyd den fünften Platz unter den Containerreedereien auf der Welt ein. Am Dienstag (8.00 Uhr) legt das Unternehmen seinen Bericht über das erste Halbjahr vor, die erste Zwischenbilanz nach der Übernahme des arabischen Konkurrenten.

Zeitweise sah es so aus, als könnte das Traditionsunternehmen vom Ballindamm selbst der jahrelangen Krise in der Schifffahrt zum Opfer fallen und seine Selbstständigkeit verlieren. Durch Übernahmen, Fusionen und Insolvenzen sind eine ganze Reihe großer Reedereien vom Markt verschwunden.

Doch Hapag-Lloyd gelang zunächst die Fusion mit der Containersparte der chilenischen Reederei CSAV, dann mit UASC. So konnten sich die Hamburger mit rund sieben Prozent Marktanteil auf dem fünften Platz der Weltrangliste etablieren. Vorstandschef Rolf Habben Jansen geht davon aus, dass am Ende fünf bis sieben weltweit tätige Reedereien den Markt unter sich aufteilen, abgesehen von regionalen Anbietern. Ähnlich ist es in anderen Branchen wie zum Beispiel Paketdiensten.

Durch die Branchen-Konzentration und zunehmende Verschrottung unrentabler Schiffe könnte die Schifffahrts-Krise in ihrem neunten Jahr langsam zu Ende gehen, auch wenn die Wachstumsraten früherer Jahre kaum wiederkehren werden. Gegenwärtig läuft die Integration von UASC in Hapag-Lloyd, die mittelfristig Einsparungen von 435 Millionen Dollar im Jahr bringen soll. Der Aktienkurs von Hapag-Lloyd ist bereits kräftig gestiegen und hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.

Die Eigentümer von Hapag-Lloyd sind CSAV (22,6 Prozent), Klaus-Michael Kühne (17,6 Prozent), die Stadt Hamburg (14,9 Prozent) sowie die Investmentgesellschaften von Katar (14,4 Prozent) und Saudi-Arabien (10,1 Prozent). Der Streubesitz liegt bei 20,4 Prozent.

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