Kolummne, Deutschland

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 12. April 2017

12.04.2017 - 17:43:24

Börse Frankfurt-News: Marktstimmung: Vorösterliche Ruhe?

Als unmotiviert bezeichnet Joachim Goldberg die Haltung hiesiger Anleger und entsprechend gering die Chance, dass der Index aus seinem Gependel herauskommen könnte.

Seit unserer vergangenen Stimmungserhebung haben sich mit dem Militärschlag der USA gegen Syrien die geopolitischen Risiken deutlich erhöht. Sogar so sehr, dass die Bedeutung des Treffens Donald Trumps mit Chinas Staatschef Xi Jinping im US-amerikanischen Mar-a-Lago in der Wahrnehmung vieler Börsianer - obwohl sicherlich nicht unwichtig - in den Hintergrund getreten sein dürfte. Stattdessen hat manch einen die Angst vor einer Ausweitung des Syrien-Konflikts oder auch vor einer Eskalation des Atomkonflikts mit Nordkorea umgetrieben. Gemessen an diesen Befürchtungen hat sich der DAX gegenüber der Vorwoche immer noch in ruhigen Bahnen bewegt - wir notieren im Punktvergleich eine Abschwächung von 0,5 Prozent.

Aber selbst wer es geschickt anstellte, konnte zwischenzeitlich nicht mehr als 1,6 Prozent an einem Kursrückgang des Börsenbarometers verdienen. Dass es derartige Engagements gegeben hat, lässt zumindest die Entwicklung unseres Börse Frankfurt Sentiment-Index der mittelfristig orientierten Anleger vermuten, da dieser sich um 7 Punkte auf einen Stand von -1 Punkte befestigen konnte.

Im Vergleich zu den vorangegangenen beiden Erhebungen ist der Stimmungswechsel dieses Mal jedoch ausgesprochen moderat ausgefallen. Das lag vermutlich unter anderem auch daran, dass sich die Gruppengröße der zuletzt als ausgesprochen kurzfristig agierenden Marktteilnehmer in diesem Panel deutlich verringert hat und nur noch etwa 3 bis 4 Prozent aller Befragten ausmacht.

Stellt man sich womöglich auf eine vorösterliche Ruhephase ein? Angesichts der Tatsache, dass die implizite Volatilität des DAX, gemessen am VDAX-NEW, auf den höchsten Stand seit Dezember 2016 angezogen hat, könnte man jedoch diese Ruhe schon fast als trügerisch einstufen.

Ernüchterung wird deutlich

Stimmungstechnisch entgegengesetzt hat sich das Bild bei den Privatanlegern entwickelt. Dieses zuletzt mehrheitlich bullish eingestellte Panel hat sich, gemessen am Börse Frankfurt Sentiment-Index, gegenüber der Vorwoche um 9 Punkte auf die neutrale Nulllinie zurückgezogen. Diese Entwicklung ist insofern bemerkenswert, als die mit diesem Stimmungswechsel verbundenen Positionsverschiebungen einiger Akteure vom Bullen- direkt ins Bärenlager nicht immer profitabel gewesen sein dürften.

Absolut betrachtet haben sich die Sentiment-Indizes der institutionellen und der privaten Investoren wieder einander angenähert und liegen ziemlich exakt im neutralen Stimmungsbereich. Dies gilt auch für die relative Betrachtung des Sentiments beider Panels seit Jahresbeginn, das jeweils nur geringfügig höher als heute liegt.

Ein Vergleich mit der ähnlich verlaufenden Entwicklung des Sechs-Monats-Durchschnitts lässt dabei den Schluss zu, dass, bezogen auf die am Jahresanfang noch hoffnungsvollen Zukunftsaussichten für den DAX, während der vergangenen Wochen eine große Ernüchterung eingetreten zu sein scheint. Die Investoren befinden sich demnach nicht im Höhenrausch, auch wenn das Börsenbarometer immer noch nicht allzu weit vom Allzeithoch von vor zwei Jahren notiert. Die heimische Sentiment-technische Gemengelage alleine reicht derzeit also nicht aus, um einen größeren Kurseinbruch loszutreten. Analoges gilt auch für eine entsprechende Aufwärtsbewegung, die sich ohne zusätzliche langfristige Kapitalzuflüsse am bisherigen Allzeithoch orientieren dürfte. Mit anderen Worten: Die Lust der Börsianer, sich in die eine oder andere Richtung größer zu positionieren, ist derzeit eher gering.

von: Joachim Goldberg 12. April 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

@ dpa.de

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