BLACKROCK INC, US09247X1019

FRANKFURT - Der mächtige, aber verschwiegene Vermögensverwalter Blackrock will seine Meinung künftig stärker öffentlich kundtun.

08.03.2017 - 12:01:24

Blackrock will Schweigen brechen - Merz: 'Diskutieren das in Ausnahmefällen'. Dabei geht es um einzelne Unternehmen, an denen Blackrock beteiligt ist. "Ich bin der Meinung, wir sollten das in Ausnahmefällen tun", sagte der Aufsichtsratschef der Deutschland-Tochter, Friedrich Merz, am späten Dienstag vor Journalisten in Frankfurt.

Blackrock ist eine Größe in der internationalen Finanzwelt mit nennenswerten Beteiligungen an nahezu allen namhaften Konzernen. Bislang hält sich der US-Finanzgigant aber öffentlich stark zurück, wenn es um strittige Themen bei Unternehmen geht, bei denen Blackrock Großaktionär ist. So äußern sich Blackrock-Vertreter generell nicht auf Hauptversammlungen. "Wir gehen natürlich hin, aber wir machen keinen Rabatz wie manch anderer", sagte Merz. Das sei eine Frage des Stils. "Da muss man nicht unbedingt zur Verlängerung der Hauptversammlung beitragen." Es gebe stattdessen Gespräche hinter den Kulissen. "Die Unternehmen, die Vorstände und wenn nötig die Aufsichtsräte kennen unsere Meinung."

Merz begründete die Verschwiegenheit mit Blackrocks Stellung als Treuhänder für seine Kunden. "Es ist nicht unser eigenes Geld." Kunden sind institutionelle Investoren wie Pensionskassen, aber auch Privatleute. Zwei Drittel des Geschäfts machen dabei laut Merz passive Fonds aus, die etwa einen Aktienindex wie den Dax abbilden. Diese sogenannten ETFs können wie eine Aktie an der Börse gehandelt werden. "Daraus erwächst keine Macht, aber eine Verantwortung", sagte Merz. Der Rest sind Fonds, bei denen Fondsmanager von Blackrock aktiv eine Auswahl treffen.

Auch für diese aktiv verwalteten Fonds gelte bislang: "Wir gehen damit nicht in die Öffentlichkeit." Ein möglicher Ausnahmefall seien in der Zukunft aber Gehaltsdiskussionen bei Vorständen. "Zumindest werden die Beispiele bei uns diskutiert", sagte Merz, der sich mit deutlichen Worten gegen - wie er sagte - "Vergütungsexzesse" wandte: "Das ist ein Beitrag zur Zerstörung der Marktwirtschaft von innen." Das Vertrauen in die Eliten werde dadurch weiter untergraben. Eine Patentlösung für das Problem habe er nicht, sagte Merz. Abstimmungen über Vorstandsgehälter auf Hauptversammlungen oder gesetzliche Deckelungen sind seiner Meinung nach jedenfalls nicht der richtige Weg.

Der Wirtschaftsexperte und frühere Unionsfraktionsvize im Bundestag ist seit einem Jahr Aufsichtsratschef von Blackrock in Deutschland. Er sehe seine Rolle weniger als klassischer Aufsichtsratsvorsitzender deutscher Prägung, sondern vielmehr als "Active Chairman" angloamerikanischer Art "an der Schwelle zum Tagesgeschäft", sagte Merz. Geschäftsführer von Blackrock Deutschland ist Christian Staub.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!