Cree, US2254471012

DURHAM/MÜNCHEN - Der Chiphersteller Infineon muss den geplanten Zukauf des Halbleiterspezialisten Wolfspeed in den USA wie befürchtet ad acta legen.

17.02.2017 - 11:46:24

Wolfspeed-Übernahme durch Infineon endgültig geplatzt. Nachdem ein Ausschuss der US-Regierung für ausländische Investitionen im Land schon sein Veto eingelegt hatte, blies am Donnerstagabend nun auch der Verkäufer, der US-amerikanische Konzern Cree, den Deal endgültig ab. Eigentlich wollte sich der Münchener Dax -Konzern mit dem Kauf für künftige Technologien rüsten und dafür 850 Millionen US-Dollar (800 Mio Euro) investieren. Nun muss sich Konzernchef Reinhard Ploss einen anderen Kandidaten suchen.

nach China. Aixtron produziert Maschinen zur Herstellung von Chips.

"Wir sind enttäuscht, dass der Wolfspeed-Verkauf an Infineon nicht abgeschlossen werden kann", sagte Cree-Chef Chuck Swoboda. Er stellt Infineon nun eine Ausfallgebühr in Höhe von 12,5 Millionen Dollar in Rechnung.

Wolfspeed ist eigentlich ein kleinerer Anbieter mit etwas mehr als 500 Mitarbeitern, der sogenannte Verbindungshalbleiter herstellt. Infineon rechnete sich aber große Chancen aus, weil Wolfspeed Spezialist für Chips auf Basis neuartiger Grundstoffe wie Siliziumkarbid und Galliumnitrid ist. Diese bieten laut Infineon gegenüber herkömmlichen Chips auf Siliziumbasis höhere Schaltfrequenzen und weniger Energieverlust - was sie attraktiv macht etwa für Ladechips in Elektroautos oder für schnellere Mobilfunktechnik.

Die Übernahme hätte den Charme gehabt, dass Infineon in seinem wichtigsten Kundenkreis - der Autoindustrie - auch für die Zukunft mit E-Autos und Vernetzung noch etwas fester Fuß hätte fassen können. Der Bereich ist hart umkämpft, weil die Branche hier mit kräftigem Wachstum rechnet.

Ploss sieht seine Rolle in der derzeitigen Übernahmewelle in der Chipindustrie eher als aktiver Part, als Übernahmeziel will er den Konzern jedenfalls nicht verstanden wissen. Die großen Räder drehen derweil aber andere: Der US-Spezialist für Mobiltelefonchips Qualcomm will etwa den Infineon-Rivalen NXP für 47 Milliarden Dollar übernehmen.

@ dpa.de