BASF SE, DE000BASF111

DÜSSELDORF - Die BASF -Tochter Wintershall will sich vorerst nicht aus dem krisengeschüttelten Libyen zurückziehen.

08.09.2017 - 10:14:24

Trotz IS, Mafia und Rechtsstreitigkeiten: Wintershall bleibt vorerst in Libyen. "Weil es aktuell schwierig ist, drehen wir wir nicht einfach den Schlüssel um und laufen weg", sagte Wintershall-Chef Mario Mehren dem "Handelsblatt" (Freitag).

Wintershall ist seit fast 60 Jahren in dem Land aktiv. Acht Ölfelder betreibt der Konzern in Libyen, der Ölmarkt dort ist aber längst kein Gewinnbringer mehr. Die Produktion ist immer wieder unterbrochen - mehrere Regierungen, lokale Stammesführer, die Mafia, die Terrormiliz IS und bis zu 1600 Milizen bekriegen sich vor Ort. Dazu kommen rechtliche Streitereien mit der staatlichen libyschen Ölgesellschaft NOC über Einnahmen und Verträge.

Doch die Ölreserven sind zu wichtig. "Wir können nicht einfach unsere Erdölreserven einpacken und damit etwa nach Norwegen gehen", so Mehren. Die Assets von Ölunternehmen ließen sich nicht von heute auf morgen an einen anderen Ort verlegen. Viel Hoffnung auf Besserung sieht Mehren für Libyen derzeit jedoch nicht: "Eine echte Zukunftsperspektive für das Land ist derzeit nicht zu sehen."

@ dpa.de