Uniper, DE000UNSE018

DÜSSELDORF - Der Kraftwerksbetreiber und Energiehandelskonzern Uniper steht kurz nach seinem Börsengang vor weiteren drastischen Einschnitten.

22.11.2016 - 09:42:24

Eon-Abspaltung Uniper vor drastischen Einschnitten - Milliardenverlust. Bis 2018 will der Konzern seine Kosten von 2,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf 1,9 Milliarden Euro drücken, wie der abgespaltene Teil des Energiekonzerns Eon am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Rund die Hälfte der Kürzungen soll bereits bis zum Ende des Jahres greifen.

. Dagegen sackte der Gewinn in der Stromerzeugung wegen des heftigen Preisverfalls der vergangenen Jahre und dem Ausfall eines nach einem Unfall schwer beschädigten Kohlekraftwerks in Russland heftig ab.

Für das Gesamtjahr prognostiziert Uniper nun ein Ebitda zwischen 1,9 und 2,2 Milliarden Euro. 2015 hatte der Konzern hier pro forma rund 1,7 Milliarden Euro erwirtschaftet, 2014 waren es rund zwei Milliarden Euro. Die Prognose des Vorstands lag nun im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Zum Handelsauftakt am Dienstag gewann die Aktie knapp ein Prozent an Wert. Der Vorstand bekräftigte sein Versprechen, 200 Millionen Euro in die Dividende zu stecken. Pro Aktie soll damit für dieses Jahr 55 Cent geben.

Künftig soll der Mittelzufluss aus dem Tagesgeschäft (operativer Cashflow) die entscheidende Größe für die Dividende sein. Dieser Wert verbesserte sich in den ersten neun Monaten um rund 30 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Dazu trugen vor allem deutliche Einschnitte bei den Investitionen bei. Dadurch senkte Uniper seine Schulden seit Jahresbeginn um fast eine Milliarde auf 3,7 Milliarden Euro.

Zu den geplanten Einsparungen trägt unter anderem die Stilllegung nicht mehr rentabler Kraftwerke bei. Weitere Einschnitte plant Uniper nun vor allem in der Verwaltung. Aber auch im operativen Geschäft wie der Wasserkraft, der Kernenergie in Schweden und im Servicebereich soll der Rotstift angesetzt werden. Einsparpotenzial sieht das Management zudem im Einkauf und der IT.

"Uniper arbeitet seine Hausaufgaben zur nachhaltigen Verbesserung seiner Kosten- und Cash-Situation konsequent und zügig ab", erklärte Vorstandschef Klaus Schäfer. "Dies ist für uns unerlässlich, um bis Ende 2017 ausreichend finanzielle Spielräume zu haben und auch bei rauem Gegenwind seitens der Märkte gut und sicher navigieren zu können." Bei Uniper arbeiten rund 13 000 Beschäftigte in 40 Ländern.

In Uniper hat Eon als Reaktion auf die Energiewende sein Geschäft mit Großkraftwerken sowie den Energiehandel abgespalten und im September gut 53 Prozent der Anteile an die Börse gebracht. Seitdem hat das Papier knapp 15 Prozent an Wert zugelegt und steht kurz vor dem Einzug in den MDax . Eon hatte nach neun Monaten einen Rekordverlust 9,3 Milliarden Euro verbucht.

@ dpa.de