DEUTSCHE BANK AG, DE0005140008

Deutsche Bank behält Postbank - Kapitalerhöhung beschlossen

05.03.2017 - 19:44:41

FRANKFURT - Die Deutsche Bank macht eine Rolle rückwärts bei der Postbank. Statt die auf Privatkunden fokussierte Tochter zu verkaufen, soll sie in das Privat- und Firmenkundengeschäft des Konzerns integriert werden, wie die Deutsche Bank am Sonntag in Frankfurt nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte. Die kombinierte Bank werde mehr als 20 Millionen Kunden in Deutschland haben, hieß es. Ein detaillierter Plan für den Zusammenschluss soll im Laufe des Jahres präsentiert werden. Konzernchef John Cryan stellte aber klar, dass eine vollständige Integration drei bis fünf Jahre dauern werde.

Gleichzeitig will Cryan das Investmentbanking als zweite große Säule stärken und verlorenen Boden wiedergutmachen. Das zwischenzeitlich getrennte Geschäft mit der Beratung und Finanzierung von Unternehmen, das Kapitalmarktgeschäft und die sogenannte Transaktionsbank werden zusammengelegt. Das Kapitalmarktgeschäft der Frankfurter war zuletzt vor allem durch Skandale und Rechtsstreitigkeiten aufgefallen, die die Bank Milliarden kosteten. Ein rund laufendes Investmentbanking kann jedoch eine Gelddruckmaschine sein, wie insbesondere die US-Konkurrenz der Deutschen Bank immer wieder zeigt.

KAPITALERHÖHUNG ÜBER ACHT MILLIARDEN EURO

Um die Neuaufstellung stemmen zu können, stärkt die Deutsche Bank wie erwartet ihre Kapitaldecke. Über den Verkauf neuer Aktien will das größte deutsche Geldhaus rund acht Milliarden Euro einnehmen, wie es weiter hieß. Die Papiere werden den Altaktionären angeboten und sollen 11,65 Euro kosten, was einen kräftigen Rabatt zum Xetra-Schlusskurs vom Freitag bei 19,14 Euro bedeutet. Je mehr Kapital eine Bank vorhält, desto widerstandsfähiger gegen Krisen ist sie.

Laut Cryan gibt es bereits positive Rückmeldungen von Großaktionären. Zu den wichtigsten Anteilseignern zählen Katar und seit neuestem der chinesische Mischkonzern HNA. "Unsere Entscheidungen sind ein wichtiger Schritt, um die Deutsche Bank stärker zu machen und wieder wachsen zu können", sagte Cryan.

Gleichzeitig soll der Vermögensverwalter Deutsche Asset Management - bei Publikumsfonds bekannt unter DWS Investments - zu einem kleinen Teil an die Börse gebracht werden, um weiteres Geld in die Kasse zu spülen. Geplant ist, den Börsengang innerhalb von zwei Jahren über die Bühnen zu bringen. Zusammen mit weiteren Veräußerungen soll das weitere zwei Milliarden Euro auf Kapitalseite einbringen.

ÜBERRASCHUNGSDIVIDENDE

Den Aktionäre der Bank sollen die Kapitalmaßnahmen mit einer - wenn auch vergleichsweise geringen - Dividende versüßt werden. Auf der Hauptversammlung im Mai solle eine Ausschüttung von 19 Cent je Aktie beschlossen werden, erklärte die Bank. Ursprünglich hatte Cryan die Dividende angesichts der hohen Belastungen durch teure Rechtsstreitigkeiten ganz streichen wollen. Für das Jahr 2017 verspricht er nun eine Dividende von mindestens 11 Cent je Aktie. Erst für 2018 rechnet Cryan allerdings wieder mit einer attraktiven Dividende, wie er in einer Telefonkonferenz sagte. Zum Vergleich: Für die Jahre 2009 bis 2014 hatte die Deutsche Bank jeweils 75 Cent je Anteilsschein ausgeschüttet.

Schon seit Monaten wurde über eine Kapitalerhöhung spekuliert, nachdem teure Rechtsstreitigkeiten an der Kapitalbasis genagt hatten und der Bank zwei Jahre hintereinander Milliardenverluste bescherten. Die Deutsche Bank hatte ihre harte Kernkapitalquote - eine entscheidende Kennziffer für die Krisenfestigkeit einer Bank - zum Jahresende zwar auf 11,9 Prozent steigern können. Im internationalen Vergleich steht sie damit aber eher durchwachsen da. Die Bank strebt nun eine harte Kernkapitalquote von deutlich über 13 Prozent an.

Der Weg dahin soll durch Einsparungen zusätzlich geebnet werden. Bis 2018 sollen die Kosten auf 22 Milliarden Euro sinken nach gut 24 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Cryan hatte bereits ein Sparprogramm aufgelegt: Bis 2018 sollen nach früheren Angaben unter dem Strich 9000 Arbeitsplätze im eigenen Haus wegfallen. Im Inland schrumpft die Zahl der Filialen. Zudem zieht sich die Bank aus zehn Auslandsmärkten und manchen Geschäften im Investmentbanking ganz zurück. Aus weiteren Märkten werde man sich nicht zurückziehen, sagte Cryan nun.

UMBAU IM MANAGEMENT

Der Umbau wirkt sich auch auf den Vorstand aus: Der jetzige Finanzvorstand Marcus Schenck und der für das Privat- und Firmenkundengeschäft zuständige Vorstand Christian Sewing steigen zu Stellvertretern Cryans auf. Schenck wird überdies seinen Posten als Finanzchef aufgeben und gemeinsam mit dem bislang fürs Kapitalmarktgeschäft zuständigen Vorstand Garth Ritchie die neue Unternehmens- und Investmentbank führen.

Über einen neuen Finanzvorstand werde zu gegebenem Zeitpunkt entschieden, hieß es. Die Suche laufe. Jeffrey Urwin, der bislang das Investmentbanking und das US-Geschäft führt, verlässt die Bank mittelfristig. Das US-Geschäft wird künftig von Vorstandschef Cryan mitgeführt. Gerüchten, er sei amtsmüde, widersprach er: "Ich gehe nirgendwo hin."

GESCHÄFTE LAUFEN BESSER ZU JAHRESBEGINN

Der Deutschen Bank kommt bei ihrer Neuaufstellung eine Erholung ihres Geschäfts zugute, welches im vergangenen Jahr unter dem widrigen wirtschaftlichen Umfeld und einem Vertrauensverlust gelitten hatte. Die Deutsche Bank hatte im vergangenen Jahr konkret mit der Abwanderung von Kunden zu kämpfen, nachdem Sorgen um die Kapitalausstattung von Deutschlands größter Bank aufgekommen waren. Die Lage hatte sich zum Ende des Jahres hin jedoch bereits deutlich entspannt.

Die ersten zwei Monate des aktuellen Jahres seien positiv verlaufen, erklärte das Geldhaus nun, ohne genaue Geschäftsdaten zu nennen. Die Vorlage des Zwischenbericht für das erste Quartal ist für den 27. April geplant.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

ANALYSE-FLASH: NordLB belässt Deutsche Bank auf 'Halten' - Ziel 15,50 Euro. Die ersten Aussagen des Managements der Deutschen Bank zum vierten Quartal ließen keine Trendwende bei der schwachen Entwicklung der Erträge erwarten, schrieb Analyst Michael Seufert in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Angesichts höherer bereinigter Kosten stelle sich die Frage, ob die Bank die geplanten Einsparungen bestätigt. HANNOVER - Die NordLB hat die Einstufung für Deutsche Bank auf "Halten" mit einem Kursziel von 15,50 Euro belassen. (Boerse, 16.01.2018 - 16:04) weiterlesen...

EU-Rechnungsprüfer kritisieren Mängel in EZB-Bankenaufsicht. "Der operative Rahmen der EZB für das Krisenmanagement weist einige Mängel auf, und es gibt Anzeichen für eine ineffiziente Umsetzung", erklärten die Prüfer am Dienstag in Luxemburg. BRÜSSEL/FRANKFURT - Der Europäische Rechnungshof hält die zentrale Bankenaufsicht unter EZB-Führung für verbesserungsbedürftig. (Wirtschaft, 16.01.2018 - 13:19) weiterlesen...

EU-Rechnungsprüfer: EZB-Bankenaufsicht weist Mängel auf. Bei der für die Kontrolle zuständigen Europäischen Zentralbank (EZB) fehlten objektive Kriterien zur Beurteilung, wann eine Bank sich in einer Krisensituation befinde, erklärten die Rechnungsprüfer am Dienstag in Luxemburg. Die EZB habe sich zudem geweigert, einige vom Rechnungshof angeforderte Dokumente und Unterlagen herauszugeben. Dadurch sei es letztlich nicht möglich gewesen, die Effizienz des EZB-Krisenmanagements umfassend einzuschätzen. BRÜSSEL - Die zentrale Aufsicht über mehr als 100 systemrelevante Banken in Europa weist nach einem Bericht des Europäischen Rechnungshofs Mängel auf. (Boerse, 16.01.2018 - 11:39) weiterlesen...

Deutsche Bank AG Deutsche Bank AG: Veröffentlichung gemäß § 40 Abs. (Boerse, 15.01.2018 - 15:32) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: Equinet hebt Ziel für Deutsche Bank auf 18 Euro - 'Buy'. Nach der Beseitigung einiger wichtiger Baustellen dürfte sich die Bank 2018 auf die Steigerung der Erträge fokussieren, schrieb Analyst Philipp Häßler in einer am Freitag vorliegenden Studie. FRANKFURT - Die Investmentbank Equinet hat das Kursziel für Deutsche Bank von 17,50 auf 18,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. (Boerse, 12.01.2018 - 09:10) weiterlesen...

Steuersünder sollen Staat um 5,3 Milliarden betrogen haben. Davon wurden bisher 2,4 Milliarden Euro an Kapitalertragsteuer erfolgreich zurückgefordert oder gar nicht erst ausgezahlt, wie ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Donnerstag in Berlin der Deutschen-Presse Agentur bestätigte. Staatsanwälte und Steuerfahnder gingen inzwischen 417 Verdachtsfällen nach. Zuvor hatten die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR darüber berichtet. BERLIN - Mit sogenannten Cum-Ex-Geschäften sollen Banken und Börsenhändler den deutschen Staat um 5,3 Milliarden Euro betrogen haben. (Wirtschaft, 11.01.2018 - 12:22) weiterlesen...