Produktion, Absatz

CHALLAPATA - Die weltweite Nachfrage nach dem nährstoffreichen "Inka-Korn" Quinoa führt zu Verwerfungen im Ursprungsland Bolivien.

20.06.2017 - 05:21:25

'Quinoa-Kater': Boliviens Bauern leiden unter gesunkenen Preisen. Da mittlerweile auch in China, den USA und Indien Quinoa angebaut wird, ist der Preis drastisch gesunken. Wegen des Preisverfalls, der neuen Konkonurrenz und einer Dürrephase sank die Produktion in Bolivien von 75 400 Tonnen (2015) auf 65 500 Tonnen im vergangenen Jahr, sagte Julio César Laime vom internationalen Quinoa-Zentrum der Deutschen Presse-Agentur. Für dieses Jahr werde ein Rückgang auf 60 000 Tonnen erwartet. 60 Prozent der Produktion gingen in den Export.

Im Zentrum des Quinoa-Anbaus, der Stadt Challapata im Altiplano, werden derzeit für den Sack mit 100 Libras Quinoa - rund 46 Kilogramm - nur noch 320 Bolivianos (40 Euro) statt 1500 Bolivianos (187 Euro) wie in der Hochphase des Booms an die Quinoa-Bauern ausgezahlt.

Wie der Präsident der Organisation der Ouinoa-Produzenten (Anapqui), Benjamin Mártínez, mitteilte, haben bereits rund 200 der 2000 Quinoa-Produzenten in Bolivien aufgegeben und sind vom Land in Städte wie La Paz abgewandert. Auf dem Altiplano, einer Hochebene im Westen des Landes, bauen sie in über 3600 Meter Höhe seit Jahrhunderten Quinoa an - frei von Pestiziden, von Hand gesät und geerntet.

Die Pflanze aus der Gattung der Gänsefüße gilt wegen vieler Eiweiße und Mineralien als "Superfood", das auch europäische Restaurants und Biomärkte erobert hat. Peru, wo Quinoa verstärkt im industriellen Stil angebaut wird, hat Bolivien als Weltmarktführer abgelöst.

Wie die Zeitung "Los Tiempos" unter Verweis auf vorläufige Zahlen des nationalen Statistik-Instituts mitteilte, sank der bolivianische Quinoa-Exporterlös wegen des Preisverfalls und der auch durch Trockenheit bedingten geringeren Produktion von 108 Millionen Dollar (2015) auf nur noch 81 Millionen US-Dollar im vergangenen Jahr.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Warnung vor Champignons bei Aldi Nord - Glassplitter möglich. Betroffen ist bestimmte Ware vom Produkt "Champignons 1. Wahl, in Scheiben" der Marke King's Crown, die von Aldi Nord vertrieben wird, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf www.lebensmittelwarnung.de mitteilte. MÜLHEIM AN DER RUHR - Wegen möglicher Glassplitter ruft der Mülheimer Lebensmittelhersteller Clama einen Teil seiner Champignons im Glas zurück. (Boerse, 21.10.2017 - 18:53) weiterlesen...

BMW verärgert über Kronzeugenanträge von Daimler und VW. "Wir waren irritiert", sagte BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". MÜNCHEN - BMW ist verärgert über die Anträge von Daimler und Volkswagen , im Fall des Kartellverdachts gegen die deutsche Autoindustrie als Kronzeugen zur Aufklärung beizutragen. (Boerse, 21.10.2017 - 18:51) weiterlesen...

EU-Kommission erwartet Aufholjagd bei schnellem Internet. Die Staats- und Regierungschefs hätten klar ihre Unterstützung in diesem Bereich signalisiert, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es sei gut, dass es nun Handlungsdruck gebe. BRÜSSEL - EU-Vizekommissionspräsident Andrus Ansip erwartet nach dem EU-Gipfel deutlich mehr Tempo bei digitalen Zukunftsprojekten. (Boerse, 21.10.2017 - 14:27) weiterlesen...

Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch. TORONTO - Kurz vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft hat sich der Mutterkonzern der kriselnden Warenhauskette Kaufhof, Hudson's Bay Company (HBC), überraschend von seinem Chef Jerry Storch getrennt. Er verlässt HBC nach gut zweieinhalb Jahren zum 1. November und kehrt zu seiner Beratungsfirma Storch Advisors zurück, wie das kanadische Unternehmen am Freitag (Ortszeit) mitteilte. Kommissarisch übernimmt Verwaltungsratschef Richard Baker den Posten. Nach einem Nachfolger für Storch wird auch mithilfe einer Personalberatung gesucht. Bei Kaufhof geht man nicht davon aus, dass die Personalie Auswirkungen auf das Geschäft haben werde. Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch (Boerse, 21.10.2017 - 14:25) weiterlesen...

Neuer Berentzen-Chef hofft auf Korn als Trendgetränk. Wegen der schlechten Orangenernte in Südeuropa und Südafrika und auch wegen des "furchtbaren Sommers" in Norddeutschland werde der Getränkekonzern die ursprünglich angepeilten Ertragsziele in diesem Jahr nicht erreichen, sagte Oliver Schwegmann in Haselünne. "Es waren viele externe Faktoren, die uns das Leben schwer gemacht haben. HASELÜNNE - Trotz der jüngsten Gewinnwarnung sieht der neue Vorstandschef des Getränkeherstellers Berentzen sein Haus gut aufgestellt. (Boerse, 21.10.2017 - 10:44) weiterlesen...

Alles Käse - neuer Exportrekord erwartet. Der letztjährige Höchststand bei den Ausfuhren von knapp 1,2 Millionen Tonnen wird 2017 voraussichtlich erneut übertroffen, obwohl die deutschen Bauern wegen des Preisverfalls die Milchproduktion reduziert hatten. Von Januar bis Ende Juli sind die Exporte nach den Zahlen des Milchindustrie-Verbands um 1,7 Prozent auf 714 000 Tonnen gestiegen. MÜNCHEN - Deutscher Käse bleibt ein Exportschlager. (Boerse, 21.10.2017 - 10:40) weiterlesen...