Produktion, Absatz

BRÜSSEL / MEISSEN - Die EU-Kommission hat versichert, dass eine geplante Verschärfung von Auflagen für die Keramikindustrie nicht zum Aus für deutsche Porzellanmanufakturen führen wird.

13.08.2017 - 14:15:25

Deutsche Porzellanmanufakturen fürchten neue Schadstoffgrenzwerte. Die Kommission werde sicherstellen, dass eine mögliche Verschärfung von Schwermetallgrenzwerten den legitimen Bedenken der Keramikindustrie Rechnung trägt und gleichzeitig einen hohen Verbraucherschutz gewährleistet, sagte eine Sprecherin am Sonntag. Es sei geplant, mit allen Beteiligten entsprechende Gespräche zu führen.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte zuvor berichtet, dass die geplante Verschärfung der Grenzwerte für Cadmium und Blei Unternehmen wie die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen in Schwierigkeiten bringen könnte. Beide giftigen Stoffe können in farbigen Glasuren von Keramik zum Einsatz kommen und von dort aus in Lebensmittel gelangen.

Eine Sprecherin der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Probleme, die eine starke Absenkung der Grenzwerte verursachen könnte. "Das wäre das Aus für unsere Aufglasurmalerei im Bereich Tisch und Tafel", sagte sie. Damit würde Meissen ein Stück Kulturgut verlieren. Die Aufglasurmalerei sei auch Teil der Ausbildung der Porzellanmaler.

Die Herstellung von Geschirr mache etwa die Hälfte der Produktion von Meissen aus. Allerdings gibt es auch Malerei unter der Glasur, bei der Lebensmittel nicht direkt mit Farbe in Kontakt kommen. Als Beispiel nannte die Sprecherin das Zwiebelmuster. Meissen hofft nun auf eine Ausnahmeregelung für die betroffenen Manufakturen. Denkbar wäre auch, das Geschirr mit Warnhinweisen zu versehen.

Die EU-Kommission äußerte sich zunächst nicht dazu, ob sie solche Lösungen für denkbar hält. Die Beratungen liefen noch, sagte die Sprecherin.

Für niedrigere Grenzwerte für Blei und Cadmium spricht sich unter anderem auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aus. Es verweist darauf, dass die giftigen Stoffe beim Kontakt mit Nahrungsmitteln aus der Keramik herausgelöst werden können. In EU-Gutachten wird so empfohlen, den zulässigen Wert für Blei auf ein Vierhundertstel der bisherigen Obergrenze zu reduzieren. Derzeit dürfen aus Keramikgefäßen bis zu 4 Milligramm Blei pro Liter an Lebensmittel abgegeben werden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Haribos US-Werk wird mit Millionen an Steuerhilfen gefördert. Der Bundesstaat Wisconsin fördere das Projekt mit bis zu 21 Millionen Dollar (knapp 18 Mio Euro), teilte Gouverneur Scott Walker am Mittwoch mit. Die Steuernachlässe sollen bis 2028 erfolgen und sich nach der Zahl geschaffener Stellen sowie Investitionen und Ausgaben von Haribo richten, von denen lokale Unternehmen und Arbeitskräfte profitieren. MADISON - Der deutsche Süßwarenhersteller Haribo kann beim Bau seiner ersten US-Fabrik auf millionenschwere Steueranreize zählen. (Wirtschaft, 23.08.2017 - 22:29) weiterlesen...

ROUNDUP/'Fortschritte erzielt': Macron will Lohndumping in der EU eindämmen. "Wir haben heute Fortschritte erzielt", sagte Macron Mittwochabend in Salzburg nach Gesprächen mit Amtskollegen aus Österreich, der Slowakei und Tschechien. SALZBURG - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sieht bei seinem Kampf gegen Sozial- und Lohndumping in der EU eine Lösung in greifbarer Nähe. (Wirtschaft, 23.08.2017 - 20:32) weiterlesen...

Klage heizt Streit über private Autobahn-Projekte wieder an. Die Betreibergesellschaft eines fertig ausgebauten Abschnitts auf der A1 zwischen Hamburg und Bremen will jetzt gegen den Bund klagen. Es gebe Meinungsunterschiede, wie die massiven Einnahmeausfälle aus der Zeit der Finanzkrise 2008/09 fair verteilt werden sollen, erklärte das Konsortium "A1 mobil" am Mittwoch. Laut "Süddeutscher Zeitung" warnt das Unternehmen vor einer "existenzbedrohenden Situation". Die Opposition forderte ein Ende öffentlich-privater Partnerschaften (ÖPP). Das Bundesverkehrsministerium wies die Vorwürfe zurück. BERLIN/PAPENBURG - Einen Monat vor der Bundestagswahl kocht neuer Streit über privat finanzierte Autobahn-Projekte hoch. (Boerse, 23.08.2017 - 19:20) weiterlesen...

Merkel ruft Autobauer zu mehr Engagement bei neuen Antrieben auf. Verbrennungsmotoren mit Diesel oder Benzin würden noch "eine ganze Weile" gebraucht, sagte Merkel am Mittwoch bei einer "Handelsblatt"-Veranstaltung in Berlin. BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Autobauer angesichts des Diesel-Skandals zu einem offensiveren Engagement für neue, saubere Antriebsarten aufgerufen. (Boerse, 23.08.2017 - 19:00) weiterlesen...

Bahnvorstand Rompf: Tunnelbauarbeiten werden fortgesetzt. RASTATT - Die Bauarbeiten an dem schwer beschädigten Tunnel der Nord-Süd-Achse Rheintalbahn sollen fortgesetzt werden. Mit welchem technischen Verfahren das geschehe, sei noch nicht entschieden, sagte Bahnvorstand Dirk Rompf am Mittwoch an der Baustelle in Rastatt. Zuvor hatte sich Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) über den Schaden informiert. Er könne die Maßnahmen und Entscheidungen der Deutschen Bahn nach dem Schaden vom 12. August nachvollziehen, sagte Hermann. Eine Konsequenz müsse der Ausbau des Schienennetzes sein, damit künftig Ausweichstrecken zur Verfügung stehen. Bahnvorstand Rompf: Tunnelbauarbeiten werden fortgesetzt (Boerse, 23.08.2017 - 18:43) weiterlesen...

Gegen Steuerhinterziehung - Griechenland will Kartenzahler belohnen. Geplant sei, monatlich 1000 Griechen auszulosen, die nachweislich viele ihrer Ausgaben elektronisch bezahlten, berichtete die griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA am Mittwoch. Die zufällig ausgewählten Bürger sollten 1000 Euro Belohnung erhalten. ATHEN - Im Kampf gegen Steuerhinterziehung will der griechische Staat Bürger belohnen, die ihre Einkäufe mit Karte bezahlen. (Wirtschaft, 23.08.2017 - 17:43) weiterlesen...