Produktion, Absatz

BRÜSSEL / HAMBURG - Die deutschen Fischer dürfen im nächsten Jahr mehr Seelachs und Kabeljau in der Nordsee fangen, aber weniger Hering.

14.12.2016 - 13:19:24

Höhere Nordsee-Fangquoten für 2017 finden geteiltes Echo. Die Interessenvertreter der Fischerei begrüßten die Beschlüsse der EU-Fischereiminister, die nach einer Nachtsitzung am frühen Mittwochmorgen gefallen waren. "Die deutsche Fischerei ist zufrieden mit den beschlossenen Gesamtfangmengen", teilte der Verband der deutschen Kutter- und Küstenfischer in Hamburg mit.

Die nachhaltige Bewirtschaftung bringe weitere Erfolge und führe zur Erhöhung der Fangmengen für wichtige Fischarten. Die Reduzierung der Fangquoten bei einigen Arten wie dem Nordsee-Hering und dem Schellfisch gehöre zur Normalität bei natürlich schwankenden Beständen.

Kritisch fielen dagegen die Reaktionen der Umweltorganisationen aus. Die entscheidende gesetzliche Neuerung - das Rückwurfverbot für zu kleine Fische - werde für die Nordsee nur mangelhaft umgesetzt, erklärte der WWF. Mit der Erhöhung der Quoten gefährdeten die Fischereiminister die langfristige Erholung der Fischbestände. "Wer die immense Ressourcenverschwendung auf See beenden will, muss dafür sorgen, dass weniger Jungfisch im Netz landet", sagte die WWF-Fischereiexpertin Karolin Schacht. "Die Vermeidung von Beifang müsste das oberste Gebot sein."

Die Meeresschutzorganisation Oceana kritisierte hingegen vor allem die Entscheidungen für den Nordost-Atlantik. "Die Hälfte der Fischbestände im Atlantik ist bereits überfischt. Das wird sich 2017 fortsetzen", sagte Oceana-Direktor Lasse Gustavsson.

Die erlaubte Seelachs-Fangmenge für die deutschen Fischer steigt im kommenden Jahr um 53 Prozent auf knapp 10 500 Tonnen. Der Bestand ist deutlich höher als zuletzt berechnet. Als "besonders erfreulich" werteten die deutschen Fischer die positive Entwicklung des Kabeljau-Bestandes, der zu einer um 17 Prozent auf 4222 Tonnen erhöhten Fangquote führte. Beim Schellfisch gibt es hingegen deutliche Beschränkungen; die erlaubte Fangmenge ging um 45 Prozent auf 1225 Tonnen zurück. Die Quote für Nordsee-Hering sinkt dagegen leicht um sieben Prozent; mit gut 51 000 Tonnen darf er allerdings immer noch am meisten befischt werden.

Jedes Jahr legen die zuständigen EU-Minister die sogenannten zulässigen Gesamtfangmengen fest. Zuvor gibt die Brüsseler EU-Kommission Empfehlungen auf Grundlage wissenschaftlicher Gremien, die den Zustand der einzelnen Bestände untersucht haben. Die Quoten für die Nordsee waren nach einer jüngst vorangegangenen Einigung mit Norwegen über gemeinsam befischte Gebiete weitgehend unstrittig.

Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) zeigte sich zufrieden mit den Verhandlungsergebnissen. "Die Fischereiminister haben mit ihren Beschlüssen die Weichen für ein erfolgreiches Fischereijahr 2017 gestellt", sagte er.

Mit den Gesamtfangmengen wird bestimmt, wie viel Fisch von einem bestimmten Bestand in einem jeweiligen Jahr aus dem Meer gezogen werden darf. Unter den EU-Staaten werden die Gesamtfangmengen dann in Form nationaler Quoten verteilt. Wenn das in einer Quote erlaubte Kontingent ausgeschöpft wurde, muss das jeweilige Land seinen Fischfang dort vorübergehend einstellen.

Die Fangmengen im Atlantik sind oft umkämpft, vor allem große Fischereinationen wie Spanien oder Frankreich verhandeln hart. Für Deutschland sind hingegen vor allem die Nordsee-Quoten wichtig. Über die Ostsee-Quoten hatte sich die EU bereits im Oktober verständigt.

@ dpa.de

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