Kolummne, Deutschland

Börse Stuttgart-News: Trend am Mittag

24.03.2017 - 17:06:24

Börse Stuttgart-News: Trend am Mittag. STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Euwax Trends an der Börse Stuttgart

Euro-Zone zeigt stärkstes Wachstum seit 2011

Donald Trump unter Druck: Streit um Obamacare

Deutschland und Frankreich sorgen für den kräftigsten Aufschwung in der Euro-Zone seit fest sechs Jahren. Weil zuletzt auch die Preise spürbar anzogen, beflügelt dies nun Spekulationen um eine bald näher rückende Zinsanhebung durch die Europäische Zentralbank (EZB). Jüngste Äußerungen der Währungshüter konnten eine solche Tendenz allerdings nicht bestätigen. Die EZB hält ihren Leitzins bei Null, um damit die Konjunktur und die Preisentwicklung anzukurbeln.

Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft, also von Industrie- und Dienstleistungssektor zusammengenommen, kletterte im März überraschend um 0,7 auf 56,7 Punkte. Dies ermittelte das Markit-Institut in einer Umfrage unter 5.000 Unternehmen. Es ist der beste Wert seit April 2011. Ökonomen hatten im Schnitt einen leichten Rückgang auf 55,8 Zähler erwartet. Ab fünfzig Punkten signalisiert das Barometer Wachstum.

Für besonders viel Schwung sorgen derzeit vor allem Deutschland und Frankreich. Beide Länder bilden die größten Volkswirtschaften im Euro-Raum. In den übrigen Staaten schwächten sich Wirtschafts- und Auftragswachstum zwar leicht ab, die Kennzahlen blieben aber nahe an den Zehn-Jahres-Bestmarken dran.

Der DAX notierte am frühen Nachmittag bei 12.045 Punkten im Bereich des Schlusskurses vom Donnerstag (12.040 Zähler).

Hängepartie in der US-Politik

Darüber hinaus wird derzeit aber die Hängepartie in der US-Politik von Börsianern weltweit genau verfolgt. Das US-Repräsentantenhaus verschob am Donnerstag die Abstimmung über eine Rücknahme der Gesundheitsreform des ehemaligen Präsidenten Barack Obama (?Obamacare?). Offensichtlich ist es Donald Trump bisher nicht gelungen, in seiner eigenen Partei genügend Stimmen für die Änderungen zusammenzubekommen.

An den Märkten gilt das Gesetz jedoch als Test, ob der neue US-Präsident seinen versprochenen Umbau des Staates - insbesondere die Steuerreform - umsetzen kann. Gemäßigte Republikaner lehnen die geplanten Einschnitte ab, erzkonservativen gehen sie nicht weit genug. Vertreter beider Lager versuchte Trump noch bis zuletzt auf seine Seite zu bringen.

Angesichts der geschlossenen Opposition von Obamas Demokraten gegen eine Abschaffung von Obamacare dürften nicht mehr als 21 Republikaner gegen Trumps Vorhaben stimmen. Am Donnerstagmorgen sollen es aber noch 30 Abgeordnete gewesen sein.

Die Verschiebung der Abstimmung wurde kurz vor dem gestrigen Handelsschluss an der Wall Street in New York bekannt. In den vergangenen Tagen standen die Börsen bereits ganz im Bann der US-Politik und kamen deshalb kaum vom Fleck.

Speziell die Aktienkurse an den US-Börsen waren in den vergangenen Monaten in der Erwartung gestiegen, dass Trumps wirtschaftsfreundlicher Kurs die Konjunktur ankurbeln werde. Doch die Zweifel daran sind zuletzt gewachsen.

Trumps gesundheitspolitischen Vorhaben gilt an den Märkten auch als Test für seine Durchsetzungsfähigkeit in Washington.

Infineon weckt die Phantasie der Anleger

Unerwartet gute Geschäfte stimmen Infineon zuversichtlicher als bisher. Der Halbleiterkonzern erhöhte heute seine Ziele für Umsatz und Umsatzrendite im Quartal und im Gesamtjahr. Gleichzeitig wurden die Investitionspläne aufgestockt.

Wegen einer überraschend starken Entwicklung von Umsatz und Auftragseingang soll mehr Geld in Fertigungsanlagen gesteckt werden.

Der Aktienkurs sprang bis zum frühen Nachmittag um 8,3(!) Prozent auf 18,52 Euro nach oben. Damit ist das Papier mit Abstand größter Tagesgewinner im DAX.

Rheinmetall klettern auf Zehn-Jahres-Hoch

Der Höhenflug von Rheinmetall geht weiter. Die Aktien stiegen bis zum frühen Nachmittag um 4,1 Prozent auf 76,05 Uhr und sind damit so teuer wie zuletzt vor knapp zehn Jahren.

Rheinmetall wird im Rennen um einen milliardenschweren Auftrag der Bundeswehr ein Bündnis mit dem Elektronikkonzern Rohde & Schwarz schließen. Die beiden Konzerne gründen dabei ein Gemeinschaftsunternehmen, das sich um zwei Großaufträge der Bundeswehr bewerben soll. Der Auftragswert dürfte im mittleren einstelligen Milliarden-Euro-Bereich liegen.

Rheinmetall hält nach eigenen Angaben die Mehrheit an dem gemeinsamen Unternehmen. Der Anteil von Rohde & Schwarz liege bei 25,1 Prozent. Weitere wichtige industrielle Partner könnten zudem in das Projekt einbezogen werden.

Die Bundeswehr will für das Heer ihre Funksysteme erneuern. Tausende Bundeswehr-Fahrzeuge sollen dabei vor der Umrüstung stehen.

Salzgitter will Dividende um 20 Prozent anheben

Im Zuge der laufenden Quartalsberichterstattung von Salzgitter wurde bekannt, dass der Konzern die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr um zwanzig Prozent auf 30 Cent je Aktie anheben wolle.

Der Kurs selbiger lag am frühen Nachmittag bei 33,61 Euro mit 0,9 Prozent im Minus.

Im laufenden Jahr erwartet Salzgitter früheren Angaben zufolge einen Umsatzsprung auf etwa neun Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr betrugen die Erlöse noch 7,9 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis soll von zuletzt 53 Millionen Euro auf 100 bis 150 Millionen Euro steigen.

In der Aussicht auf eine neue US-Handelspolitik unter Präsident Donald Trump sieht Konzernchef Heinz Jörg Fuhrmann sowohl Risiken als auch Chancen. Da Salzgitter auch in die USA liefere, könnten von Trump angedrohte Zölle Auswirkungen auf das eigene Geschäfts haben. Das Ausmaß sei aber überschaubar, denn die USA hätten einen Anteil an sechs Prozent des Umsatzes von Deutschlands zweitgrößtem Stahlkonzern. Umgekehrt könnte Salzgitter aber zugutekommen, dass man in den USA selbst produziert, zum Beispiel Getränkeabfüllmaschinen.

Börse Stuttgart TV

Angela Merkel begab sich vergangene Woche auf Antrittsbesuch in die USA. In ihrem Schlepptau befanden sich einige hochrangige Wirtschaftsbosse wie VW-Chef Müller oder auch Siemens-CEO Kaeser. Als zu wichtig werden die Wirtschaftsbeziehungen erachtet, als dass man nachhaltige Verstimmungen riskieren möchte. Dabei sind die USA mittlerweile gar nicht mehr unsere wichtigsten Handelspartner. Seit vergangenem Jahr steht China hier an erster Stelle. Yanjun Gast von der LBBW sprach darüber bei Börse Stuttgart TV.

Video unter folgendem Link anschauen: https://www.boerse-stuttgart.de/de/boersenportal/nachrichten-und-videos/boerse-stuttgart-tv/?video=13934

Euwax Sentiment Index

Der Euwax-Sentiment-Index lag am frühen Nachmittag im negativen Bereich. In dieser Phase setzte die Mehrheit der kurzfristig orientierten Derivateanleger mit Knock-out-Puts und Put-Optionsscheinen auf weiter fallende Notierungen des DAX.

Trends im Handel

Eine Reihe von Anlegern verkaufte heute Knock-out-Calls und Call-Optionsscheine auf Infineon. Nach dem starken Kurssprung der Aktie wurden hier offensichtlich Gewinne mitgenommen.

Knock-out-Calls auf Leoni sowie Call-Optionsscheine auf Fielmann waren ebenfalls überwiegend auf der Verkaufsseite zu finden.

Seit Tagen sind Knock-out-Calls auf BB Biotech verstärkt gefragt. Händlern zufolge waren die Scheine zuvor von einem Börsenbrief zum Kauf empfohlen worden.

Darüber hinaus werden auch heute Call-Optionsscheine auf den Modekonzern Hugo Boss gekauft.

Disclaimer:

Der vorliegende Marktbericht dient lediglich der Information. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit übernimmt die Boerse Stuttgart GmbH keine Gewähr. Insbesondere wird keine Haftung für die in diesem Marktbericht enthaltenen Informationen im Zusammenhang mit einem Wertpapierinvestment übernommen. Hiervon ausgenommen ist die Haftung für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit.

Quelle: Boerse Stuttgart GmbH

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Boerse Stuttgart GmbH verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

@ dpa.de

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