Kolummne, Deutschland

Börse Frankfurt-News: Zu heiß gelaufen?

12.06.2017 - 11:07:24

Börse Frankfurt-News: Zu heiß gelaufen?. FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 12. Juni 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt).

Angesichts immer neuer Rekorde treten auch wieder mehr Crash-Propheten auf den Plan. An der Nasdaq ging es am Freitag bereits deutlich nach unten.

Der klare Sieg von Emanuel Macron bei den Parlamentswahlen in Frankreich dürfte an der Börse zwar gut ankommen, Sorgen bereitet aber der kräftige Kursrücksetzer US-amerikanischer Technologiewerte am Freitag. Während der Dow Jones am letzten Tag der Woche etwas fester und der S&P etwas leichter geschlossen hatten, verzeichnete der Nasdaq einen kräftigen Kursrutsch von 2,44 Prozent. Zuvor hatten die Aktien von Apple, Microsoft, Facebook, der Google-Mutter Alphabet und Amazon immer neue Höchststände erklommen. Auslöser für den Rücksetzer war eine Studie von Goldman Sachs, die vor hohen Bewertungen des US-Technologiesektors warnte.

Der DAX notiert am Montagmorgen bei 12.755 Punkten rund ein halbes Prozent im Minus. Am Freitag war der Index nach einer Seitwärtsbewegung in der Woche bei 12.815,72 Zählern aus dem Handel gegangen.

Laut Robert Greil von Merck Finck verbessert das schlechte Abschneiden der Konservativen bei den Parlamentswahlen in Großbritannien die Chancen auf einen weichen Brexit. "Die Aussicht darauf stärkt Eurolands Aktienmärkte", erklärt der Chefstratege. Er hält europäische Aktien nach wie vor für eindeutig attraktiver als US-amerikanische.

Gewinnmitnahmen empfohlen

Markus Reinwand von der Helaba weist darauf hin, dass eine Korrektur trotz mancher Anlässe bislang ausgeblieben ist - aufgeschoben sei aber nicht aufgehoben. Zyklusstadium, hohe Bewertung und extreme Gelassenheit sprächen weiterhin für Kursrückschläge. Auf Basis von Kennziffern wie KGV, KBV oder Dividendenrendite bewegten sich europäische und US-amerikanische Aktien trotz deutlicher Aufwärtsrevisionen mittlerweile oberhalb des "Normalbandes". "Gleichzeitig scheinen wichtige konjunkturelle Frühindikatoren wie das ifo-Geschäftsklima derzeit ihren Gipfel auszubilden". Die Analyse vergangener Zyklen seit 1965 zeige, dass deutsche Standardwerte nach vergleichbar hohen Werten auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten im Durchschnitt Ertragseinbußen verzeichnet hätten. "Angesichts des ungünstigen Chance-Risiko-Verhältnisses raten wir weiter dazu, die erhöhten Notierungen zum Abbau der Aktienquote zu nutzen."

Charttechnik mit Verkaufssignal

Für Christoph Geyer von der Commerzbank zeigt der Langfristchart des DAX, dass der Aufwärtstrend seit Anfang 2008 weiterhin intakt und der Abstand zur Trendlinie beträchtlich sei. Der MACD-Indikator sei zuletzt an seiner Triggerlinie nach oben abgeprallt und habe damit ein Kaufsignal generiert. "Weitere Aufwärtsdynamik ist aktuell aber nicht aufgekommen", erklärt der Charttechniker. Somit werde das nächste Signal vom MACD-Indikator voraussichtlich ein Verkaufssignal und werde damit eine Korrekturbewegung einleiten. "Wann diese kommt, ist derzeit allerdings weiterhin offen." Der übergeordnete Trend sei davon aber zunächst unberührt.

Robert Halver von der Baader Bank bezeichnet die Marke von 13.000 DAX-Punkten als charttechnisch "harte Nuss". Die erste wichtige Unterstützung sieht er bei 12.700, darunter bei 12.532 Punkten. "Knapp darauf folgt bei 12.524 eine weitere Haltelinie", erläutert Halver. Auf der Oberseite liege die nächste Barriere bei 12.842 Punkten.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Mittwoch, 14. Juni

14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise Mai. Nach Ansicht der Commerzbank hat der Verfall der Benzinpreise die Inflation im Mai voraussichtlich gedämpft, prognostiziert wird eine Stagnation gegenüber dem April. Ohne Energie und Nahrungsmittel erwarten die Analysten einen leichten Anstieg um 0,1 Prozent.

14.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsätze Mai. Hier rechnet die Commerzbank mit einer Stagnation, im Kerngeschäft ohne Autos, Baumaterial und Benzin aber zumindest mit einem leichten Anstieg.

20.00 Uhr. USA: Zinsentscheid der US-Notenbank. Der DekaBank zufolge ist die zweite Leitzinserhöhung in diesem Jahr von den FOMC-Mitgliedern gut vorbereitet worden und werde daher niemanden mehr überraschen. Im Statement würden die FOMC-Mitglieder voraussichtlich auf die stärkere wirtschaftliche Dynamik sowie die nochmals niedrigere Arbeitslosenquote verweisen.

Donnerstag, 15. Juni

Fronleichnam. An der Börse Frankfurt wird gehandelt. 13.00 Uhr. Großbritannien: Zinsentscheid der Bank of England.

15.15 Uhr. USA: Industrieproduktion Mai. Laut Commerzbank lassen Indikatoren zum Energieverbrauch und zur Förderung von Öl, Gas und Kohle eine Expansion vor allem in den Branchen Energieversorger und Bergbau erwarten. Nach einem Plus von 1 Prozent im April gegenüber dem Vormonat prognostizieren die Analysten einen Anstieg der Industrieproduktion im Mai um 0,5 Prozent.

Freitag, 16. Juni

Hexensabbat: Dreifacher Verfall an den Terminbörsen, der oft mit erhöhten Schwankungen an der Börse einhergeht.

von: Anna-Maria Borse

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