Kolummne, Deutschland

Börse Frankfurt-News: Marktstimmung: Es braut sich etwas zusammen

19.04.2017 - 16:31:24

Börse Frankfurt-News: Marktstimmung: Es braut sich etwas zusammen. FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 19. April 2017. Hiesige Anleger engagieren sich in den fallenden Markt hinein, den internationale Anleger in den vergangenen Monaten scheinbar tüchtig gestützt haben. Das ist für Goldberg ein bedrohliches Szenario.

Der DAX fällt und die heimischen Investoren werden mutiger. Diesen Eindruck muss man zumindest bekommen, wenn man sich die Entwicklung der Stimmung institutioneller Anleger betrachtet, die sich, gemessen am Börse Frankfurt Sentiment-Index, weiter langsam verbessert. Denn dieser ist im Vergleich zur Vorwoche abermals um 7 Punkte gestiegen, was einen neuen Index-Stand von +6 Punkte bedeutet.

Diese Entwicklung ist nicht auffallend, aber dennoch bemerkenswert. Denn die bevorstehenden Ereignisrisiken hinsichtlich der Präsidentschaftswahl in Frankreich sind für viele Beobachter gestiegen, weil die vier Hauptkandidaten jüngsten Umfragen zufolge nicht mehr allzu weit auseinander liegen und ein Drittel der Wähler auch noch unentschlossen sind. Somit vermuten wir, dass der Hauptgrund für die jüngsten Aktienkäufe vor allem dem relativ niedrigen und optisch interessanten Kursniveau des DAX geschuldet ist, der sich zum Erhebungszeitpunkt knapp über der 12.000er Marke befindet und seit seinem Hoch vom 3. April langsam aber stetig 3 Prozent an Wert verloren hat.

Geht es nach den internationalen Investoren, waren bis zuletzt Aktien der Eurozone gefragt wie selten zuvor. Dies zeigt zumindest die jüngste Umfrage unter Fondsmanagern von BofA Merrill Lynch, wonach es frei nach dem Motto: "Rein in europäische Aktien, raus aus US-Werten" zu einer der größten Umschichtungen seit 1999 hinein in Aktien der Eurozone gekommen sein soll, während US-Aktien so unbeliebt wie zuletzt im Januar 2008 gewesen waren. Tatsächlich halten über 80 Prozent der internationalen Investoren US-Papiere für überbewertet. Außerdem rechnet eine große Zahl von Investoren (40 Prozent) nicht mehr damit, dass die Trump?schen Steuerreformen noch vor dem Jahr 2018 verabschiedet würden. Mit anderen Worten: Der sogenannte Trump-Trade, die Hoffnung auf unternehmerfreundliche Reformen, verliert zunehmend an Bedeutung.

Bei den Privatanlegern hat sich indes die Stimmung nur marginal verbessert, wobei der Börse Frankfurt Sentiment-Index in diesem Panel von der neutralen Nulllinie auf einen Stand von nunmehr +2 Punkte gestiegen ist.

In der Hand ausländischer Investoren

Alleine für sich betrachtet, ist die Stimmungslage heimischer Investoren nur leicht positiv und zeigt, dass eine am Ende verhältnismäßig kleine Gruppe von Anlegern in den fallenden Markt hinein gekauft hat, vermutlich, weil sie das derzeitige Kursniveau für relativ attraktiv halten. Die Kombination "gesunder", auch noch langsam verlaufender Abwärtskorrekturen ist geradezu ein verlockendes Szenario für einen Einstieg. Allerdings muss man sich die Frage stellen, warum das Börsenbarometer seither nicht signifikant gestiegen ist.

Zwar geht von dieser Gruppe heimischer Kaufinteressenten derzeit für den DAX keine allzu große Gefahr aus. Aber das zuletzt hohe Interesse internationaler Investoren an Aktien der Eurozone im Zusammenhang mit obiger BofA Merrill Lynch Umfrage lässt aufhorchen. Denn die starke Tendenz dieser Akteure, zuletzt Aktien der Eurozone in großer Zahl überzugewichten - immerhin netto 48 Prozent der befragten Vermögensverwalter haben dies getan! -, birgt ein nicht unerhebliches Gefahrenpotenzial für den DAX.

Nicht in erster Linie, weil die hohen Werte eine Einladung für spekulativ veranlagte "Contrarians" darstellen könnte, gegen diese Meinung zu handeln. Vielmehr handelt es sich bei diesen Umfragewerten um einen Spiegel in der Vergangenheit liegender und möglicherweise bereits abgeschlossener Kapitalumschichtungen. Gepaart mit oben genanntem Ereignisrisiko des ersten Urnengangs der französischen Präsidentschaftswahl am kommenden Sonntag, wäre ein gerade jetzt plötzlich ausbleibender Kapitalstrom aus dem Ausland Gift für den DAX.

von: Joachim Goldberg

19. April 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

@ dpa.de

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