Kolummne, Deutschland

Börse Frankfurt-News: Dynamik fehlt

29.05.2017 - 13:19:24

Börse Frankfurt-News: Dynamik fehlt. FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 29. Mai 2017. Für einen weiteren DAX-Anstieg mangelt es Analysten zufolge derzeit an Impulsen. Ungünstig ist zudem der wieder stärkere Euro.

Nach dem lustlosen Handel in der Vorwoche erwarten Analysten für die kommenden Tage wenig Veränderung - trotz zahlreicher zur Veröffentlichung anstehender Konjunkturdaten. Dazu trägt bei, dass in den USA und Großbritannien die Börsen heute geschlossen bleiben. "Neue DAX-Rekorde dürften vorerst auf sich warten lassen", meint Robert Greil von Merck Finck. Der stärkere Euro belastete bereits die Gewinnschätzungen für die Eurozone. "Weniger politische Unsicherheit und weiter überzeugende Konjunkturdaten in Euroland unterstützen die Einheitswährung." Mit 1,12 US-Dollar zeigte sich der Euro vergangene Woche wieder so stark wie zuletzt im September 2016, am Montagmorgen sind es 1,11 US-Dollar zum Euro.

Enttäuscht von Trump

"Der zuletzt deutlich zur Schwäche tendierende Ölpreis sowie die schwindende Hoffnung, dass die mit der Wahl von Donald Trump vom Markt eingepreisten Hoffnungen in Erfüllung gehen könnten, lasten auf dem Markt", kommentiert Christian Schmidt von der Helaba. Er hält es für sinnvoll, den verstärkt auftretenden charttechnischen Schwächeanzeichen Aufmerksamkeit zu schenken.

Der DAX trat vergangene Woche auf der Stelle und ging am Freitag bei 12.602 Punkten aus dem Handel, am Montagmorgen notiert der Index bei 12.585 Zählern. Der S&P 500 kletterte am Donnerstag hingegen auf ein neues Rekordhoch von 2.418,71 Punkten.

Technik liefert Warnzeichen

Europa kann vermutlich nicht einspringen

Im Chartbild des DAX häufen sich laut Christian Schmidt Schwächeanzeichen, auch wenn diese aktuell nur als Warnsignale zu verstehen seien. "Allerdings ist der DAX am Freitag sowohl unter die Instantaneous Trendline als auch unter die 21-Tage-Linie auf Schlusskursbasis abgerutscht." Die 'Instantaneous Trendlinie' ist eine Art gleitender Durchschnitt. Insofern drohe der tertiäre Trend negativ zu werden. Zu einer deutlichen Eintrübung käme es mit einem Rutsch unter die massive Unterstützung im Bereich von 12.500 Zählern.

Bemerkenswert sei zudem, dass mittlerweile 43 Prozent der DAX-Werte unterhalb des 55-Tagedurchschnitts notierten und damit einen negativen Mittelfristtrend aufwiesen. "Dies und die Konstellation im Monatschart zeigen, dass die Risiken zuletzt zugenommen haben", erklärt Schmidt. Sollte es zu einem Bruch der 12.500er-Unterstützung kommen, fände sich ein erstes Kursziel in Form einer Strukturprojektion bei 12.338 Zählern, weitere Unterstützungsmarken lägen bei 12.244, 12.193 und 12.049 Zählern.

Laut Harald Weygand von Godmode Trader ist die Situation derzeit "tricky", da es viele mögliche Verlaufsszenarien gebe - keine mit einer höheren Wahrscheinlichkeit. Er rät daher dazu, kurzfristig abzuwarten und zu beobachten. Ein unmissverständlich eindeutiger Anstieg über 12.840 Punkte würde das Chartbild weit nach oben öffnen. "Aber das ist erstmal nur Zukunftsmusik."

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 29. Mai 2017

USA (Memorial Day), Großbritannien Spring Holiday: Die Börsen bleiben geschlossen.

Dienstag, 30. Mai

14.00 Uhr. Deutschland: Verbraucherpreise Mai. Die deutsche Inflationsrate dürfte im Mai nach Ansicht der Helaba deutlich unter die 2 Prozent-Marke fallen und die Konsumenten entlasten. Prognostiziert werden 1,8 Prozent im Jahres- und 0,1 Prozent im Monatsvergleich.

Mittwoch, 31. Mai

3.00 Uhr. China: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Mai. Laut DekaBank deuten die Aprildaten darauf hin, dass die chinesische Wirtschaft zuletzt an Schwung verloren hat. Die Analysten erwarten, dass der offizielle Einkaufsmanagerindex von 51,2 auf 50,9 Punkte fällt. Damit bliebe er für chinesische Verhältnisse auf hohem Niveau und liefere keinen Grund für ausgeprägte Wachstumsängste.

11.00 Uhr. Eurozone: Verbraucherpreise Mai. Die Mai-Zahlen werden der Commerzbank zufolge zeigen, dass der unterliegende Preisauftrieb weiterhin schwach ist. Die Kernteuerungsrate werde nach den durch die Lage der Osterfeiertage verzerrten Werten in den beiden Vormonaten wieder auf 0,9 Prozent und damit auf das Niveau vor Beginn der jüngsten "Achterbahn" fallen. Die Inflationsrate insgesamt werde wohl sogar noch stärker von 1,9 auf 1,4 Prozent zurückgehen.

Donnerstag, 1. Juni

16.00 Uhr. USA: ISM-Index Mai. Im Verarbeitenden Gewerbe verzeichnete der ISM-Einkaufsmanagerindex laut Helaba im ersten Quartal den höchsten Wert seit 2011. Zwar habe es im April einen Rückgang auf 54,8 Punkte gegeben, mit den für Mai erwarteten 54,5 Punkten bewege er sich aber immer noch auf einem Niveau, das in der Vergangenheit mit Wachstumsraten um 3 Prozent verbunden gewesen sei.

Freitag, 2. Juni

14.30 Uhr. USA: Arbeitslosenzahlen Mai. Die DekaBank rechnet mit einem verhältnismäßig kräftigen Beschäftigungsaufbau. Zwar hätten sich die Frühindikatoren zuletzt etwas abgeschwächt, insgesamt deuteten diese aber einen Beschäftigungsaufbau von 200.000 Stellen an. Für die Arbeitslosenquote erwarten die Analysten eine kurze Unterbrechung des Abwärtstrends und prognostizieren einen leichten Anstieg auf 4,5 Prozent.

von: Anna-Maria Borse

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