Kolummne, Deutschland

Börse Frankfurt-News: Beständigkeit zahlt sich aus

31.03.2017 - 12:07:24

Börse Frankfurt-News: Beständigkeit zahlt sich aus. FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 30. März 2017. Niedrige Inflation, eine stabile Währung und das Vertrauen der Bürger in die Politik sind für die indische Regierung Grund genug, den eingeschlagenen politischen Weg weiter zu verfolgen. Bei Anlegern kommen die Signale an.

Nach knapp drei Jahren an der Regierung tragen die Reformbemühungen von Indiens Staatschef Narendra Modi sichtbare Früchte. Die Inflation ist von 10 auf 3,5 Prozent gesunken und Fortschritte gibt es auch beim Haushaltsdefizit, das künftig auf 3,0 Prozent schrumpfen soll. Die dafür notwendigen Mehreinnahmen würden unter anderem durch die für den Sommer geplante Einführung einer einheitlichen Umsatzsteuer generiert. Mit dieser ziele Modi auf die Reduzierung der Schattenwirtschaft und höhere Steuerehrlichkeit. Analysten vermuten in der neuen Abgabe auf Waren und Dienstleistungen einen starken strukturellen Treiber für die Wirtschaft. Mit aktuell 7,1 Prozent gehört das mit 1,9 Milliarden Menschen bewohnte Land laut Auswärtigem Amt schon heute zu den am stärksten expandierenden Volkswirtschaften der Welt.

Bargeldreform kein Beinbruch

Der indische Leitindex zeigt zwar seit Mai 2014 mit einem Anstieg von 22.400 auf gut 29.500 Punkte langfristig gen Norden. Zwischenzeitlich mussten Anleger aber durchaus Rücksetzer hinnehmen. Den jüngsten Einbruch im Zusammenhang mit der Bargeldreform vom November vergangenen Jahres und der Unsicherheit rund um die Trump-Wahl hat der Sensex mit den 30 größten börsennotierten Unternehmen Indiens ganz gut weggesteckt, wie Walter Vorhauser bemerkt. Modi hatte die größten Geldscheine des Landes überraschend über Nacht für ungültig erklärt und Marktteilnehmer damit nach Ansicht des Händlers der Oddo Seydler Bank zwischenzeitlich verschreckt. Mittlerweile erholt sich der Leitindex wieder, seit Januar steht ein Plus von 11 Prozent zu Buche. "Anleger bewerten den klaren Sieg der Partei Modis bei den Regionalwahlen in Uttar Pradesh im März positiv." Mit etwa 200 Millionen Einwohnern ist der Bundesstaat vergleichbar mit Brasilien.

Der Wachstumspfad stimmt

"Die Menschen scheinen mit der Regierungsarbeit zufrieden zu sein und die aufgezeigten Wege mitzutragen", fasst Roland Stadler zusammen. "Die indische Mittelschicht wächst und hat mehr Geld zur Verfügung, das wird das Wirtschaftswachstum auch künftig hoch halten." Als Zeichen des Vertrauens in den eingeschlagenen Weg wertet der Händler der Baader Bank zudem die relative Stabilität der indischen Währung seit Modis Amtsantritt. Aktuell kostet ein Euro etwa 70 Rupien, im Mai 2014 waren es noch 80 Rupien.

Aktien von Unternehmen wie die State Bank of India (WKN 903136) profitieren vom positiven Marktumfeld. Der Wert legte seit Jahresbeginn von 33,55 auf 42 Euro zu. Dem Mischkonzern Reliance Industries (WKN 884241) gelang im selben Zeitraum immerhin ein Anstieg von rund 24 Prozent auf etwas über 36 Euro pro Aktie. Bei Tata Motors (WKN A0DJ9M) hat sich dem gegenüber wenig getan. Die Aktie tritt um 33 Euro mehr oder weniger auf der Stelle. "Automobilwerte hinken insgesamt hinter dem Markt her."

Rückkaufprogramm treibt Wipro-Aktie

Nicht ganz mithalten mit dem Gesamtmarkt kann auch die Aktie von Wipro (WKN 578886). Seit Jahresbeginn tritt der Wert mehr oder weniger auf der Stelle, hat sich aber seit dem Tief im Februar bei 8,37 Euro bis auf 9,60 Euro wieder berappelt. Um den Kurs ihrer Aktie zu unterstützen und damit gleichzeitig Anleger bei Laune zu halten, stehe nun ein umfangreicher Aktienrückkauf auf der Agenda, wie Vorhauser weiß. "Der IT-Dienstleister will 40 Millionen Anteile aus dem Markt nehmen, das entspricht 1,62 Prozent des Gesellschaftskapitals."

Mit einer kürzlich vorgestellten Verwaltungssoftware für Windparks basierend auf dem Windpark-Manager 4.0 von Hewlett Packard (WKN A140KD) biete die Software-Schmiede mit rund 170.000 Mitarbeitern zudem eine Lösung, um betriebliche Ausgaben eines Windparkbetreibers zu optimieren.

ICICI Bank profitiert von Übernahmegesprächen

Einen Schub von 7,45 auf 8,12 Euro haben die Anteile der ICICI Bank (WKN 936793) in den vergangenen Tagen gemacht. Anfang Januar stand der Wert bei 7,14 Euro. "Dem größten indischen Geldhaus für Privatkunden im Bereich Kleinkredite und Versicherungen helfe die Aussicht auf eine mögliche Regelung vonseiten der indischen Regierung für die wachsende Zahl so genannter Non Performing Assets, sprich notleidender Kredite", informiert Vorhauser. Zusätzlichen Auftrieb schreibt der Händler einem aussichtsreichen Einstieg von Private Equity Firmen bei ICICI Lombard General Insurance, einem Gemeinschaftsunternehmen der ICICI Bank und Fairfax Financial Holdings aus Kanada zu. "Medienberichten zufolge beabsichtigen Carlyle, Warburg und Temasek rund drei Milliarden US-Dollar für die Übernahme von 35 Prozent des Versicherers auszugeben."

von: Anna-Maria Borse

30. März 2017, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

@ dpa.de

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