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BERLIN - SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat versucht, sich mit scharfen Attacken auf die deutschen Autobosse von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) abzugrenzen.

13.08.2017 - 14:17:24

Schulz: Verantwortungslose Automanager haben Zukunft verpennt. Das Problem sei, dass "millionenschwere Manager bei VW , bei Daimler , die Zukunft verpennt haben", sagte der SPD-Vorsitzende am Sonntag im Sommerinterview der ZDF-Sendung "Berlin direkt".

Nun gebe es in der Abgas-Affäre das Problem, dass die Dieselfahrer - hauptsächlich Pendler, kleine Handwerker, Lieferanten - "die Zeche zahlen sollen. Nee, da bin ich entschieden gegen", sagte Schulz. Bei dem aus seiner Sicht gescheiterten Diesel-Gipfel der Regierung mit den Autokonzernen Anfang August ("Da ist ja nix bei rumgekommen") sei auf Druck der SPD wenigstens herausgekommen, dass "die verantwortungslosen Manager der Automobilindustrie" nun ihre Verantwortung übernehmen müssten. Die Sendung sollte am Abend ausgestrahlt werden.

Schulz stellte sich hinter den niedersächsischen SPD-Ministerpräsidenten Stephan Weil, der im Zusammenhang mit der Abgas-Affäre eine Rede mit dem Volkswagen -Konzern abgestimmt hatte. Das Land Niedersachsen gehöre schließlich nicht Weil privat, es sei vielmehr Anteilseigner bei VW. Weil sei auch deshalb so unpopulär bei VW, weil er als Aufsichtsratsmitglied schon vor zwei Jahren gesagt habe, was das VW-Management hier mache, sei gefährlich für die gesamte deutsche Wirtschaft. "Insofern finde ich, hat der Stephan Weil seine Aufgabe da sehr ernst genommen."

Süffisant attackierte Schulz Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), unter dessen Verantwortung der Diesel-Gipfel gescheitert sei. Dobrindt sei ja "ein ganz großer Mann". Er habe mit der Einführung der Maut in der vergangenen Wahlperiode die "größte Leistung erbracht, die es in Deutschland in den letzten Jahren gegeben hat, die Einführung der Maut. Herzlichen Glückwunsch."

@ dpa.de

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