Deutschland, Branchen

BERLIN - Nach wochenlanger Hitze wüten in Süd- und Westeuropa weiter Waldbrände.

13.08.2017 - 14:48:24

Europas Wetter zeigt sich extrem: zwischen Waldbränden und Stürmen. Auch die Gefahr von Unwettern ist in Teilen Europas nicht gebannt. So kosteten heftige Stürme in Polen mindestens fünf Menschen das Leben, darunter zwei Mädchen in einem Pfadfinderlager. Für Deutschland sagen die Meteorologen nach einem teilweise verregneten Wochenende ein bisschen Sonnenschein voraus. Am Dienstag ist dann schon wieder der Wetter-Höhepunkt erreicht. Tiefdruckgebiete bringen vielerorts Schauer oder Gewitter im Rest der Woche. Dabei bleibt es mit 24 bis 30 Grad zunächst noch warm.

Ein europäischer Überblick:

ITALIEN: Die Lage entspannte sich am Wochenende nach Unwettern im Norden und tagelanger Hitze im Süden. Vereinzelt zogen am Samstag noch Gewitter über die Küste der Toskana hinweg. Durch kühlere Luft aus dem Norden mäßigten sich die Temperaturen landesweit. Am Samstag regnete es nach Wochen auch mal wieder in Rom. Bitter nötig wäre aber ein ordentlicher Schauer - auch, um die zahlreichen Wald- und Buschbrände zu stoppen. Der Sommer ist sehr trocken. Mittel- und Süditalien leiden unter Dürre und Wasserknappheit.

FRANKREICH: Auf Korsika kämpften Feuerwehrleute und Löschflugzeuge gegen Waldbrände, vor allem auf der Halbinsel Cap Corse bei Bastia. Mindestens 1800 Hektar wurden verwüstet. 880 am Freitag vorsorglich in Sicherheit gebrachte Menschen, darunter Urlauber von zwei Campingplätzen, kehrten laut Präfektur inzwischen wieder zurück. Bei Bastia waren in der Nacht zum Samstag fünf Brände ausgebrochen. Die Polizei nahm einen mutmaßlichen Brandstifter in Gewahrsam.

PORTUGAL: Auch in Portugal wüteten weiter zahlreiche Waldbrände. Am Samstag seien innerhalb von 24 Stunden etwa 270 verschiedene Feuer verzeichnet worden - ein neuer Rekord, berichtete die Zeitung "Público". In dem Land gehen immer wieder leicht entzündliche Eukalyptusbäume in Flammen auf, die wichtig für die Papier- und Zelluloseindustrie sind. Im Juli beschloss das Parlament, den Anbau der Bäume künftig zu reduzieren. Die Regierung reagierte damit auf die Juni-Waldbrände mit 64 Toten.

GRIECHENLAND: Auch in Griechenland war die Waldbrandgefahr weiterhin hoch. Es gab Dutzende Feuer. Ein weiterer großer Brand wütete seit Samstagmittag auf der griechischen Insel Zakynthos. Starker Wind fachte die Flammen in der Nacht zum Sonntag weiter an und trieb das Feuer bis in die Nähe des Dorfes Agálas im Süden der Insel. Auch im Rest des Landes führten die große Hitze und der heiße, trockene Wind der vergangenen Tage zu Problemen. Bis Sonntagmorgen verzeichnete die griechische Feuerwehr mehr als 50 neue Brandherde.

POLEN: Fünf Todesopfer und 45 Verletzte gab es bei heftigen Stürmen in Polen in der Nacht zum Samstag. Diese Bilanz zog Feuerwehrsprecher Pawel Fratczak am Sonntag im Fernsehsender TVP Info. Unter den Verletzten seien auch sechs der rund 40 000 Feuerwehrleute, die zur Rettung von Menschen und Behebung von Unwetterschäden im Einsatz gewesen seien. Noch am Sonntag waren nach Angaben der nationalen Sicherheitszentrale zunächst noch etwa 96 000 Haushalte ohne Strom. Auf dem Höhepunkt des Unwetters sei in rund einer halben Million Haushalten der Strom ausgefallen. Die Eisenbahngesellschaft PKP gab bekannt, dass der vorübergehend auf mehreren Strecken unterbrochene Zugverkehr wieder laufe.

TSCHECHIEN: Auch im Osten Tschechiens waren laut Nachrichtenagentur CTK in der Nacht zum Samstag mindestens 80 Häuser vor allem durch ganz oder teilweise abgerissene Dächer beschädigt worden.

BALTIKUM: In LETTLAND hielt sich der Sommer lange zurück. Am Wochenende kletterten die Temperaturen erstmals in diesem Jahr über die 30-Grad-Marke. Doch schon am Abend begann es zu regnen. Gewitter und Hagel ließen Stromleitungen und Bäume umknicken. Rund 15 000 Haushalte waren zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten. In der Hauptstadt Riga verletzten umstürzende Bäume zwei Menschen. Auch in ESTLAND und LITAUEN fegten nach einem heißen Sommertag Stürme übers Land und verursachten Schäden und Stromausfälle.

FINNLAND: Ein Sturm riss Bäume um und ließ Veranstalter ein Musikfestivals in Helsinki mit etwa 20 000 Besuchern unterbrechen.

BULGARIEN: Nach tagelanger Hitzewelle wurde das südosteuropäische Land von Regenstürmen mit Hagel heimgesucht. Die Temperaturen sanken drastisch auf deutlich unter 20 Grad. Am stärksten betroffen war die Gegend um die Hauptstadt Sofia. Viele Straßen wurden überflutet.

RUMÄNIEN: Im Südwesten des Landes blieben nach heftigen Stürmen am Samstagabend zunächst etwa 4300 Haushalte ohne Strom. Entwurzelte Bäume waren auf Strommasten gefallen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Fröste und Regen vermiesen Bauern die Ernte. Hereinkommen dürften nun 44,5 Millionen Tonnen Getreide und damit zwei Prozent weniger als im bereits enttäuschenden Vorjahr, wie der Bauernverband am Dienstag in Berlin mitteilte. Viele Obstbauern verzeichnen massive Einbußen. So hätten erst eisige Aprilnächte und später Hagel und Starkregen Schäden von mehr als 400 Millionen Euro bis hin zu regionalen Totalausfällen angerichtet. Unter anderem bei Äpfeln und Birnen dürften sich die Mengen im Vorjahresvergleich halbieren. BERLIN - Widriges Wetter mit Frühjahrsfrösten und sommerlichem Dauerregen hat den Landwirten in weiten Teilen Deutschlands die Ernte vermiest. (Boerse, 22.08.2017 - 11:07) weiterlesen...

'Plan B': ZDF startet im Oktober neues Dokumentationsformat. MAINZ - Konstruktiver Journalismus statt Gesellschaftsmagazin: Das ZDF zeigt ab dem 7. Oktober ein neues Dokumentationsformat, das das kürzlich eingestellte Magazin "ML Mona Lisa" ersetzen soll. "Plan B" werfe einen lösungsorientierten Blick auf aktuelle Probleme und sei damit die erste Dokumentationsreihe im deutschen Fernsehen, die diesen konstruktiven Ansatz verfolge, teilte ein Sprecher des Senders am Dienstag in Mainz mit. Ausgestrahlt werden soll das neue Format immer samstags um 17.35 Uhr. Zunächst hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet. 'Plan B': ZDF startet im Oktober neues Dokumentationsformat (Boerse, 22.08.2017 - 10:51) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: Hauck & Aufhäuser senkt Bertrandt auf 'Sell' und Ziel auf 58 EUR. Die Autoentwicklung werde immer mehr zu einem Standardprodukt, was auf die Preise drücke, schrieb Analyst Christian Glowa in einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts. Vor diesem Hintergrund sei die Jahresprognose des Entwicklungsdienstleister für die Autoindustrie zu optimistisch. Wann sich die Lage bessere, sei noch nicht absehbar. HAMBURG - Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat Bertrandt von "Hold" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 90 auf 58 Euro gesenkt. (Boerse, 22.08.2017 - 10:45) weiterlesen...

BMW auch im ersten Halbjahr 2017 profitabelster Autobauer. Kein anderer Konzern hat im ersten Halbjahr 2017 ein besseres Verhältnis von operativem Gewinn zum Umsatz erzielt, wie aus einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (E&Y) hervorgeht. Bei 49,25 Milliarden Euro Umsatz blieben knapp 5,58 Milliarden Euro Gewinn - macht eine Marge von 11,3 Prozent. STUTTGART - BMW bleibt der profitabelste Autobauer der Welt. (Boerse, 22.08.2017 - 10:38) weiterlesen...

Studie - BMW auch im ersten Halbjahr 2017 profitabelster Autobauer. Eine Studie sieht aber auch ein paar dunkle Wolken am Autohimmel aufziehen. Gemeinsam stellen die drei großen deutschen Autokonzerne die weltweite Konkurrenz in Sachen Profitabilität in den Schatten. (Wirtschaft, 22.08.2017 - 10:36) weiterlesen...

Karlsruhe stärkt Rechte von Hartz-IV-Empfängern vor Gericht. Die Sozialgerichte müssen in Eilverfahren zur Übernahme von Wohn- und Heizkosten prüfen, welche negativen Folgen den Betroffenen im konkreten Einzelfall drohen, entschieden die Karlsruher Richter in einem am Dienstag veröffentlichten Beschluss. Die Eilbedürftigkeit darf demnach nicht "schematisch" beurteilt und die Anforderungen an ihre Glaubhaftmachung nicht "überspannt" werden. KARLSRUHE - Das Bundesverfassungsgericht hat die Rechte von Hartz-IV-Empfängern gestärkt. (Wirtschaft, 22.08.2017 - 10:27) weiterlesen...