Transport, Verkehr

BERLIN - Nach jahrelangem Ringen will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die umstrittene Pkw-Maut im zweiten Anlauf besiegeln.

31.03.2017 - 06:48:43

Ungewisse Bundesratsabstimmung zur Pkw-Maut. Der Bundesrat befasst sich am Freitag (9.30 Uhr) abschließend mit den Änderungen der Maut-Gesetze, die der Bundestag in der vergangenen Woche beschlossen hatte. Die Nachbesserungen waren nötig geworden, weil sich die EU-Kommission quer gestellt hatte. Am angestrebten Maut-Ertrag von jährlich 500 Millionen Euro und der Vereinbarkeit mit EU-Recht gibt es weiterhin Zweifel. Starten soll die Maut-Erhebung erst 2019.

Zustimmungspflichtig ist das Gesetzespaket im Bundesrat nicht. Die Länderkammer stimmt aber über Empfehlungen ihrer Ausschüsse ab, den gemeinsamen Vermittlungsausschuss mit dem Bundestag anzurufen. Dies könnte das Verfahren verzögern - möglicherweise so lange, dass eine Umsetzung der Maut bis zur Bundestagswahl am 24. September nicht mehr perfekt gemacht werden kann. Ob im Bundesrat eine Mehrheit für den Vermittlungsausschuss zustande kommt, war zunächst ungewiss.

Widerstand kommt nicht nur, aber vor allem von SPD-geführten Ländern. Brandenburg, das Zünglein an der Waage werden könnte, kündigte am Donnerstag über seinen Regierungssprecher an, für eine Vermittlung zu stimmen. Auch die "Saarbrücker Zeitung" (Freitag) berichtete darüber. Beim ersten Gesetzgebungsverfahren 2015 hatte der Bundesrat die Maut trotz Widerstands einiger Länder passieren lassen.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer forderte die SPD-geführten Länder auf, sich an den schwarz-roten Koalitionsvertrag im Bund zu halten. Dort sei die Maut vereinbart. "Wenn die Sozialdemokraten jetzt über den Bundesrat und den Vermittlungsausschuss die Pkw-Maut blockieren würden, wäre das Vertragsbruch, da das Projekt ja grundsätzlich schon längst beschlossen ist", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Freitag).

Die Opposition im Bundestag forderte, die Maut noch zu stoppen. Die Länder dringen vor allem auf mautfreie Autobahn-Abschnitte in Grenzregionen, um Einbußen für Handel und Tourismus zu vermeiden. Die Bundesregierung lehnt das ab. Sie verweist darauf, dass zum Schutz der Grenzregionen schon ins Gesetz aufgenommen wurde, dass Autofahrer aus dem Ausland nur auf Autobahnen Maut zahlen sollen - Inländer auch auf Bundesstraßen.

Eigentlich war die Einführung der Maut schon vor zwei Jahren beschlossen worden. Da die EU-Kommission kurz darauf ein Verfahren wegen Verletzung von EU-Recht gegen Deutschland eröffnete, wurden die Gesetze bisher aber nicht umgesetzt. Zentraler Streitpunkt war der Vorwurf einer Benachteiligung von Fahrern aus dem Ausland, da nur inländische Autobesitzer für Mautzahlungen voll wieder über eine geringere Kfz-Steuer entlastet werden sollen. Im Dezember 2016 einigte sich Dobrindt mit der EU-Kommission auf Änderungen am Modell.

Diese Nachbesserungen sollen nun beschlossen werden. Konkret sollen die Preise der Kurzzeittarife für Fahrer aus dem Ausland stärker differenziert werden. Inländer mit abgasarmen Euro-6-Autos sollen als Ausgleich für Mautzahlungen um 100 Millionen Euro zusätzlich bei der Kfz-Steuer entlastet werden. Am angestrebten Ertrag von jährlich 500 Millionen Euro und der Vereinbarkeit mit EU-Recht gibt es weiterhin Zweifel. Starten soll die Maut-Erhebung erst 2019.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Premiere in Toulouse: Erster Testflug der modernisierten A330neo TOULOUSE - Der europäische Flugzeugbauer Airbus punkten. (Boerse, 19.10.2017 - 13:07) weiterlesen...

Air Berlin: Bund fordert Lufthansa-Engagement in Transfergesellschaft. "Die Lufthansa und andere Interessierte, die gute Stücke von Air Berlin übernehmen, müssen bei der Qualifizierung und Vermittlung der Air-Berlin-Beschäftigten in einer Transfergesellschaft Verantwortung übernehmen", sagte Katarina Barley (SPD) in ihrer Funktion als kommissarische Arbeitsministerin am Donnerstag. BERLIN - Die Bundesregierung hat die Lufthansa aufgefordert, sich bei der geplanten Transfergesellschaft für Air Berlin zu engagieren. (Boerse, 19.10.2017 - 12:41) weiterlesen...

Nach Aus für Air Berlin: Tuifly erwägt 150 Stellenstreichungen. 150 Stellen stehen dort auf dem Spiel, da die Airline des Reisekonzerns Tui wegen der Rückgabe von 14 samt Besatzung vercharterten Boeing -Flugzeugen nun einen Personalüberhang hat. HANNOVER - Die Folgen der Air-Berlin-Insolvenz erreichen den Ferienflieger Tuifly. (Boerse, 19.10.2017 - 11:35) weiterlesen...

Airbus feiert Erstflug des modernisierten Langstrecken-Jets A330neo. Der Jet ist als kleinere Alternative zum Großraumjet A350 gedacht. Nun stehen zunächst weitere Testflüge an. Die erste Airline soll die A330neo dann Mitte 2018 in Betrieb nehmen können. TOULOUSE - Premiere beim europäischen Flugzeugbauer Airbus wieder attraktiver machen. (Boerse, 19.10.2017 - 10:48) weiterlesen...

WDH/Maas: 'Lufthansa soll Air-Berlin-Tickets akzeptieren' (Im 2. Absatz wurde ein Wort ausgetauscht: "übernimmt") (Boerse, 19.10.2017 - 08:59) weiterlesen...

Abertis-Verwaltungsrat bewertet Atlantia-Gebot positiv und will mehr Geld. Allerdings sieht das Gremium bei der Barkomponente des Angebots noch Luft nach oben, wie das Unternehmen am Donnerstag in einer Eingabe an die Börse mitteilte. BARCELONA - Der Verwaltungsrat des spanischen Autobahnbetreibers Abertis hat das Gebot des italienischen Konkurrenten Atlantia aus industrieller Hinsicht einstimmig als positiv gewertet. (Boerse, 19.10.2017 - 08:19) weiterlesen...