EASYJET, GB00B7KR2P84

BERLIN - Nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin ist Vorstandschef Thomas Winkelmann zuversichtlich, viele der rund 8600 Arbeitsplätze retten zu können.

16.08.2017 - 19:24:43

Air Berlin sieht gute Chancen für Jobs - Kredit umstritten. "Ich glaube, trotz Insolvenz mein Ziel zu erreichen und einen Großteil der Jobs zu sichern. Das kriegen wir hin", sagte Winkelmann der Wochenzeitung "Die Zeit".

dagegen warf der Bundesregierung, Air Berlin und Lufthansa ein "offensichtliches Komplott" vor. Die Iren reichten beim Bundeskartellamt und bei der EU-Wettbewerbskommission Beschwerden gegen eine mögliche Übernahme Air Berlins durch die Lufthansa ein. "Diese künstlich erzeugte Insolvenz ist offensichtlich aufgesetzt worden, damit Lufthansa eine schuldenfreie Air Berlin übernehmen kann und dies widerspricht sämtlichen Wettbewerbsregeln von Deutschland und der EU", teilte das Unternehmen auf seiner Internetseite mit.

Winkelmann nannte den Insolvenzantrag hingegen unvermeidbar. "Eine Insolvenz ist immer eine schlechte Nachricht, das ist kein zynisches Spielchen, das wir hier treiben", sagte er der "Zeit". Air Berlin hatte am Dienstag Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, der Flugbetrieb ist durch den Kredit des Bundes für etwa drei Monate gesichert.

LUFTHANSA, EASYJET UND CONDOR INTERESSIERT

Winkelmann verhandelt mit Lufthansa und weiteren Interessenten über einen Verkauf von Teilen der Airline - zusammen mit dem neuen Generalbevollmächtigten Frank Kebekus. Winkelmann sagte "Bild" und "B.Z.": "Aus heutiger Sicht ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Marke Air Berlin verschwindet."

Außer der Lufthansa soll Ryanair-Konkurrent Easyjet Branchengerüchten zufolge an Teilen von Air Berlin interessiert sein. Easyjet gab dazu keine Auskunft, sondern teilte mit, dass "die Angelegenheiten eines Wettbewerbers weder kommentiert, noch über mögliche Auswirkungen spekuliert" werde. Auch die Thomas-Cook-Tochter Condor hat Interesse angemeldet.

VERDI VERTEIDIGT KREDIT

Merkel sagte, die Gefahr, dass am Ende der Steuerzahler die Rettung von Air Berlin bezahlen müsse, sei relativ gering. "Sonst hätten wir diesen Überbrückungskredit oder Brückenkredit gar nicht geben dürfen." Air Berlin stelle noch Werte dar, etwa über deren Landerechte.

Auch Verdi-Chef Frank Bsirske verteidigte den Kredit: "Andernfalls hätte die Fluggesellschaft ihre lukrativen Slots und Landerechte sofort verloren, was die Lage auch aus Sicht der Beschäftigten nur noch verschlimmert hätte", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstag). Es gebe es eine reelle Chance, die einzelnen Unternehmensteile so zu veräußern, dass auch die Steuerzahler das Geld wiedersähen, das der Bund gewährt habe.

Aus der Unionsfraktion des Bundestages kam Widerspruch. "Die 150 Millionen Euro werden wir nie wieder sehen", sagte der CDU-Wirtschaftsexperte Michael Fuchs dem "Handelsblatt". Einer Civey-Umfrage für den "Spiegel" zufolge kommen die Hilfen auch in der Bevölkerung nicht gut an. Fast 60 Prozent von mehr als 5000 Befragten hätten die Entscheidung der Bundesregierung negativ bewertet.

VERFAHREN AB 1. NOVEMBER

Das Insolvenzverfahren für Air Berlin beginnt nach Erwartung des Unternehmens am 1. November. Wie Kebekus der dpa sagte, bekommen die Beschäftigten im August, September und Oktober wie gewohnt ihr Gehalt. "Damit sie nicht bis zum November warten müssen, finanzieren wir das Insolvenzgeld mit einer Bank vor." Winkelmann schrieb den Mitarbeitern, alle Beteiligte arbeiteten daran, "um unseren Flugbetrieb mit Partnern in einen sicheren Hafen zu führen. Unser Ziel ist es, möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern."

Nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi hat das Kabinenpersonal gute Aussichten auf neue Arbeitsplätze. "Für die Kollegen in Kabine und Cockpit sind die Chancen sehr hoch", sagte Vorstandsmitglied Christine Behle. "Schwierig ist die Zukunft für die Verwaltungsmitarbeiter", ergänzte Behle. "Da machen wir uns große Sorgen, denn jeder mögliche Übernehmer hat ja schon eine Verwaltung." Die meisten Verwaltungsleute, rund 1200, seien in der Berliner Zentrale beschäftigt. Berlin und Düsseldorf sind mit insgesamt jeweils rund 2900 Mitarbeitern die größten Air-Berlin-Standorte.

AKTIONÄRSVERTRETER: AKTIONÄRE MÜSSEN DIE SUPPE AUSLÖFFELN

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) kritisierte die mangelnde öffentliche Aufmerksamkeit für die Anteilseigner. "Die Aktionäre müssen die Suppe auslöffeln für zehn Jahre unternehmerische Fehlentscheidungen und Missmanagement", sagte Sprecher Michael Kunert der dpa. Seit dem Insolvenzantrag hat sich der Aktienkurs von 0,75 Euro auf etwa 0,38 Euro halbiert. Die Aktionäre der ersten Stunde haben fast alles verloren. Der Ausgabepreis für die Aktie im Mai 2006 lag bei 12 Euro.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Frankfurter Flughafen wächst stark. Nachdem die Zahl der abgefertigten Passagiere in diesem Jahr um rund 5 Prozent auf 64 Millionen steigen dürfte, erwartet Fraport-Chef Stefan Schulte auch für 2018 ein starkes Wachstum. Nach einer ersten groben Einschätzung könne man im kommenden Jahr 67 Millionen Gäste erreichen, sagte er am Donnerstagabend in Frankfurt. FRANKFURT - Der Frankfurter Flughafen ist aus Sicht des Betreibers Fraport zu einem stabilen Wachstum zurückgekehrt. (Boerse, 09.12.2017 - 10:03) weiterlesen...

KORREKTUR/ROUNDUP/Fraport: Frankfurter Flughafen wächst stark. (In der Meldung vom Freitag, 8. Dezember, um 10.38 Uhr, wird folgendes korrigiert: Fraport bewirbt sich in New York um einen Auftrag, statt: "hat erhalten") KORREKTUR/ROUNDUP/Fraport: Frankfurter Flughafen wächst stark (Boerse, 09.12.2017 - 09:56) weiterlesen...

Fraport: Frankfurter Flughafen wächst stark. In dieser Woche hatte Easyjet bekanntgegeben, ab kommenden Januar Frankfurt aus Berlin anzufliegen. FRANKFURT - Der Frankfurter Flughafen ist aus Sicht des Betreibers Fraport als auch der in Frankfurt noch neuen Billigfluggesellschaften sorgten. (Boerse, 08.12.2017 - 10:03) weiterlesen...

Jobsuche von Air Berlinern kommt voran. In Berlin und Umgebung hätten etwa 250 Menschen, die bei Jobcentern gemeldet waren, eine neue Perspektive gefunden. "Es geht gut voran", sagte der Leiter der Arbeitsagentur Berlin Nord, Christoph Möller. In der Region seien aber auch noch rund 700 frühere Mitarbeiter der Fluggesellschaft arbeitslos gemeldet. In Nordrhein-Westfalen mit dem zweiten wichtigen Standort Düsseldorf sind es ähnlich viele. BERLIN - Gut zwei Wochen vor Weihnachten haben einige Air-Berlin-Beschäftigte wieder einen Arbeitsvertrag in der Tasche. (Boerse, 08.12.2017 - 05:43) weiterlesen...

Easyjet macht Lufthansa ab Januar innerdeutsche Konkurrenz. BERLIN/FRANKFURT - Nach der Air-Berlin-Pleite greift nun erstmals die britische Fluggesellschaft Easyjet die Lufthansa auf innerdeutschen Strecken an. Von Berlin-Tegel plant die Gesellschaft nach eigener Mitteilung ab dem 5. Januar wöchentlich 250 Flüge zu den innerdeutschen Zielen Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München. Auch werden 15 internationale Ziele wie Wien, Zürich oder Rom ins Programm genommen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mitteilte. Easyjet macht Lufthansa ab Januar innerdeutsche Konkurrenz (Boerse, 06.12.2017 - 14:20) weiterlesen...

Stuttgarter Flughafen zeigt Zuversicht für 2018. "Wir werden den Wegfall von Air Berlin kompensieren und vielleicht wird das Platzangebot sogar größer", sagte Airport-Chefin Arina Freitag am Mittwoch in Stuttgart. Konkret will der Landesflughafen wieder mehr innereuropäische Verbindungen anbieten. Dabei liege der Fokus vor allem auf Osteuropa und Italien. Auch nordafrikanische Zielflughäfen seien im Gespräch. STUTTGART - Der Stuttgarter Flughafen blickt trotz der Air-Berlin-Pleite optimistisch auf das neue Jahr. (Boerse, 06.12.2017 - 14:20) weiterlesen...