Haushalt, Steuern

BERLIN - Durch die seit Jahresbeginn wirkende Pflegereform haben bisher rund 80 000 Menschen Pflegeleistungen bekommen, die sonst leer ausgegangen wären.

21.04.2017 - 13:51:37

80 000 Menschen erhalten durch Reform zusätzlich Pflegeleistungen. Insgesamt dürften dies im Gesamtjahr 2017 rund 200 000 Menschen sein, teilte der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) am Freitag in Berlin bei einer 100-Tage-Bilanz mit.

Die rund 2,8 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden seit dem 1. Januar nach neuen Maßstäben begutachtet. Anders als bisher spielt seit Jahresbeginn nicht mehr der Zeitaufwand für die Pflege die ausschlaggebende Rolle, sondern der Grad der Selbstständigkeit. Auch Vorlesen, Hilfe beim Treppensteigen oder Unterstützung in Fällen von aggressivem Verhalten oder nächtlichem Weglaufen können seither verstärkt über die Pflegeversicherung organisiert werden.

Erstmals Pflegeleistungen nach den neuen Kriterien erhielten im ersten Quartal rund 129 000 Menschen. Teils hätten diese Menschen auch nach dem bisherigen Verfahren von der Pflegeversicherung profitiert. Neu ist, dass Beeinträchtigungen von Wahrnehmung und Erinnerung etwa bei Demenz, Probleme in der Alltagsbewältigung, herausfordernde Verhaltensweisen oder Probleme mit Arztbesuchen besser berücksichtigt werden.

Statt in drei Pflegestufen werden die Menschen in fünf Pflegegrade eingeteilt. Vor allem viele Demenzkranke hätten auf die Umstellung gewartet, um Leistungen zu beantragen, sagte der Geschäftsführer des Medizinischen Diensts des Kassen-Spitzenverbands, Peter Pick.

Die MDK-Gutachter hätten bisher rund 222 000 Menschen nach dem neuen System begutachtet. Knapp 84 Prozent sei ein Pflegegrad zuerkannt worden. Beim nun abgeschafften Begutachtungsverfahren lag die Anerkennungsquote bei rund 75 Prozent. In knapp 57 000 Fällen seit Jahresbeginn seien bereits Pflegebedürftige höhergestuft worden.

"Das neue Gesetz wirkt", sagte Pick. Die Anträge auf Pflegeleistungen seien stark angestiegen - im ersten Quartel um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Allerdings müssen die Betroffenen derzeit auch deutlich länger auf einen Bescheid warten. Eine bisher gültige 25-Tages-Frist sei ausgesetzt worden, da bereits klar gewesen sei, dass auf die MDK-Gutachter mehr Arbeit zukommt. "Wer heute einen Pflegeantrag stellt, muss mit einer Bearbeitungszeit von vier bis acht Wochen rechnen", sagte Pick. In dringenden Fällen gilt aber eine Ein-Wochen-Frist. Die 25-Tage-Frist soll ab 2018 wieder gelten.

Der Gesetzgeber habe Verzögerungen eingeplant, sagte der Pflegebevollmächtigte des Bundes, Karl-Josef Laumann (CDU), der Deutschen Presse-Agentur. "Einige MDKen müssen hier aber offenbar mehr Tempo machen und sich auch mehr anstrengen." Ihm sei von einigen Bürgern berichtet worden, dass zu viel Zeit vergehe, bis das Ergebnis vorliege. Im Großen und Ganzen laufe die Umstellung gut. "Ganz wichtig war und ist, dass alle Pflegebedürftigen, die zuvor schon Leistungen der Pflegeversicherung bezogen haben, einen Bestandsschutz bei den pflegerischen Leistungen erhalten haben."

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Ikea: Halten uns an geltende Steuergesetze. "Die Art und Weise, wie wir von den nationalen Behörden besteuert wurden, steht unseres Erachtens im Einklang mit den EU-Vorschriften", teilte das Unternehmen am Montag mit. Die von den EU-Wettbewerbehütern angekündigte Prüfung könne Klarheit bringen und das bestätigen. STOCKHOLM - Der schwedische Möbelkonzern Ikea hat Vorwürfe möglicherweise illegaler Steuervorteile in den Niederlanden zurückgewiesen. (Wirtschaft, 18.12.2017 - 12:55) weiterlesen...

Brüssel nimmt Steuerdeals für Ikea in den Niederlanden ins Visier. Eine eingehende Prüfung wegen fragwürdiger Steuerregelungen werde eingeleitet, teilte die EU-Kommission am Montag in Brüssel mit. BRÜSSEL - Amazon , Apple - nun Ikea: Die EU-Wettbewerbshüter nehmen mögliche unerlaubte Steuervorteile für den schwedischen Möbelkonzern in den Niederlanden ins Visier. (Boerse, 18.12.2017 - 12:26) weiterlesen...

EU-Kommission nimmt Ikea-Steuerdeals ins Visier. Eine eingehende Prüfung wegen fragwürdiger Steuerregelungen werde eingeleitet, teilte die EU-Kommission am Montag in Brüssel mit. BRÜSSEL - Die EU-Wettbewerbshüter nehmen mögliche unerlaubte Steuervorteile für den Möbelhändler Ikea in den Niederlanden ins Visier. (Wirtschaft, 18.12.2017 - 12:03) weiterlesen...

Ex-Ford-Chef widerspricht VW-Chef: Steuervorteile für Diesel sinnvoll. In einem Gespräch mit der "Heilbronner Stimme" (Montag) wandte sich der Manager gegen Ideen, das sogenannte Dieselprivileg zu beenden und die Subventionierung von Dieselsprit in mehr Investitionen in E-Antriebe umzuwandeln. Dies hatte VW -Konzernchef Matthias Müller vorgeschlagen. KÖLN/HEILBRONN - Die Vorteile für Diesel bei der Besteuerung des Kraftstoffs bleiben aus Sicht des Ex-Ford-Chefs und möglichen künftigen Autoverbands-Präsidenten Bernhard Mattes gerechtfertigt. (Boerse, 18.12.2017 - 05:19) weiterlesen...

Krebskranker McCain nimmt nicht an Abstimmung über Steuerreform teil. Stattdessen wird er sich daheim in Arizona weiter von den Nebenwirkungen seiner jüngsten Runde von Behandlungen erholen, wie der US-Präsident selber am Sonntag mitteilte. Der 81-jährige Senator leidet an einem äußerst aggressiven Gehirntumor und hatte die vergangene Woche in einem Washingtoner Krankenhaus verbracht. WASHINGTON - Der krebskranke prominente US-Senator John McCain wird höchstwahrscheinlich nicht an der bevorstehenden Abstimmung über Donald Trumps Steuerreform im Kongress teilnehmen. (Boerse, 18.12.2017 - 05:19) weiterlesen...

Trump bei Steuerreform kurz vor dem Ziel. Die Republikaner in Senat und Abgeordnetenhaus haben sich am Freitag auf einen Kompromissentwurf geeinigt und offenbar genügend Stimmen zusammen, um ihn in der kommenden Woche im Kongress zu verabschieden. Damit könnte Trump das Paket mit Steuersenkungen im Umfang von knapp 1,5 Billionen Dollar noch vor Weihnachten unterzeichnen. Die erste Abstimmung ist für Dienstag im Abgeordnetenhaus geplant. WASHINGTON - US-Präsident Donald Trump steht mit seinen Plänen für eine Steuerreform kurz vor dem Ziel - und damit vor der wohl größten Errungenschaft seiner bisherigen Amtszeit. (Wirtschaft, 17.12.2017 - 14:55) weiterlesen...