MDAX, DE0008467416

FRANKFURT - Nach dem starken Wochenauftakt haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag weiterhin zugegriffen.

06.12.2016 - 18:10:24

Frankfurt Schluss: Dax nimmt Anlauf auf 10 800 Punkte. Mit Rückenwind von festen Finanz- und Versorgeraktien sowie erfreulicher Wirtschaftsdaten aus den USA baute der Dax seine zunächst nur leichten Gewinne immer weiter aus.

gewann 1,57 Prozent auf 3100,76 Zähler, und für die mittelgroßen deutschen Werte im MDax ging es um 0,99 Prozent auf 20 892,54 Punkte nach oben. Die Technologiewerte konnten sich der freundlichen Tendenz jedoch nicht anschließen: Gebremst von Kursverlusten beim Index-Schwergewicht Wirecard gab der TecDax knapp um 0,03 Prozent auf 1700,39 Zähler nach.

DAX IN STELLUNG FÜR 10 800 PUNKTE

"Der Deutsche Aktienindex bringt sich vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag erneut für einen Sprung über die Marke von 10 800 Punkten in Stellung", sagte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. An der Schwelle hatte er sich seit August mehrfach die Zähne ausgebissen. Um dem Dax Luft nach oben zu verschaffen, fordern Börsianer einen nachhaltigen Ausbruch. Positive Impulse hatten dem Markt am Dienstag die für Oktober vermeldeten Auftragseingänge in den USA geliefert, die etwas stärker als erwartet gestiegen waren.

Mit einer Abkehr von der lockeren Geldpolitik in der Eurozone wird am Donnerstag beim Zinsentscheid der EZB zwar nicht gerechnet. Sollte es jedoch Andeutungen in diese Richtung geben, könnte dies die Märkte kräftig unter Druck setzen, so Stanzl. Auf der begleitenden Pressekonferenz könnte sich der Währungshüter nach der gescheiterten Verfassungsreform außerdem zur Situation in Italien und dem dortigen Bankensektor äußern.

BUND MUSS VERSORGER 'ANGEMESSEN' ENTSCHÄDIGEN

Finanzwerte setzen ihre jüngste Rally am Dienstag fort. Anleger zeigten sich mehr und mehr optimistisch, dass die nach dem Referendum befürchteten Verwerfungen im italienischen Bankensektor doch nicht eintreten werden, hieß es am Markt. Anteilsscheine der Deutsche Bank knüpften an der Dax-Spitze mit fast 8 Prozent Plus an ihren Lauf vom Vortag an und erreichten den höchsten Stand seit sieben Monaten. Commerzbank-Aktien standen dem mit 6,57 Prozent Plus nur wenig nach.

Außerdem waren deutsche Versorgertitel weit vorne zu finden, nachdem das lang erwartete Urteil der Bundesverfassungsgerichts zum beschleunigten Atomausstieg günstig ausgefallen war. Eon-Papiere verteuerten sich um fast 5 Prozent und für RWE-Aktien ging es um rund 1,5 Prozent nach oben. Die Karlsruher Richter entschieden, dass den Versorgern nach der Katastrophe von Fukushima eine "angemessene" Entschädigung zustehe.

SILCTRONIC-AKTIE MIT REKORD

In der zweiten Börsenreihe stachen Salzgitter im MDax mit einem Anstieg um mehr als 5 Prozent positiv hervor, nachdem DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp die Aktien des Stahlkonzerns nunmehr zum Kauf empfiehlt. In seiner optimistischen Studie wies er auf die anhaltende Stimmungsaufhellung im Sektor hin und begründete dies mit gestiegenen Stahlpreisen.

Im TecDax setzten die Siltronic-Aktien ihren Rekordkurs wegen anhaltender Übernahmefantasie mit fast 4 Prozent Plus fort. Zwischenzeitlich waren sie erstmals über die Marke von 43 Euro geklettert. Die im Technologiewerte-Index schwer gewichteten Aktien von Wirecard setzten dagegen ihren jüngsten Abwärtstrend mit einem Abschlag von 2,75 Prozent fort.

BVB-AKTIEN AUF HÖHENFLUG

Im SDax mussten die Anleger von Braas Monier zuletzt Verluste von 3,56 Prozent einstecken, weil der Dachziegelhersteller im Kampf gegen einen Übernahmeversuch aus den USA eine einstweilige Verfügung gegen die geplante Kapitalerhöhung erhielt. Besser erging es dort den Aktien von Borussia Dortmund : Nach einem optimistischen Analystenkommentar des Bankhauses Lampe ging es für sie um fast 10 Prozent nach oben.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,10 Prozent am Vortag auf 0,11 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,10 Prozent auf 141,67 Punkte. Der richtungweisende Euro-Bund-Future verlor 0,24 Prozent auf 160,05 Punkte. Der Euro hielt sich mit zuletzt 1,0718 US-Dollar über der Marke von 1,07 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatten den Referenzkurs zuvor auf 1,0734 (Montag: 1,0702) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9316 (0,9344) Euro./tih/she

Von Timo Hausdorf, dpa-AFX

@ dpa.de

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