GĂŒtegemeinschaft Nagelplattenprodukte e.V., GIN

Das Bekleiden von Installationen durch abgehÀngte Decken kann man sich ebenso sparen wie das EinfrÀsen von Schlitzen in Betondecken und Mauerwerk.

04.07.2017 - 08:32:23

GIN: Versorgungsleitungen in die Decke integrieren. Denn neben Nagelplattenbindern fĂŒr Dachtragwerke und mit Nagelplatten verbundenen HolzrahmenwĂ€nden fertigen und montieren immer mehr GIN-Mitgliedsunternehmen auch Geschossdecken, in denen Rohre und Kabel der GebĂ€udetechnik (TGA) sicher, zeit- und platzsparend unterzubringen sind.

Ostfildern (pts008/04.07.2017/08:30) - Das Bekleiden von Installationen durch abgehĂ€ngte Decken kann man sich ebenso sparen wie das EinfrĂ€sen von Schlitzen in Betondecken und Mauerwerk. Denn neben Nagelplattenbindern fĂŒr Dachtragwerke und mit Nagelplatten verbundenen HolzrahmenwĂ€nden fertigen und montieren immer mehr GIN-Mitgliedsunternehmen auch Geschossdecken, in denen Rohre und Kabel der GebĂ€udetechnik (TGA) sicher, zeit- und platzsparend unterzubringen sind.

ParalleltrĂ€ger mit Metall- bzw. Nagelplattenstegen werden ĂŒberwiegend als Deckenbalken, als Dachsparren, in Boden- und Dachelementen, in FlachdĂ€chern sowie als Dachbinder mit großen Spannweiten eingesetzt. Werden Rohre fĂŒr Klima- und LĂŒftungsanlagen, Wasser sowie KabelbĂŒndel der Elektroversorgung komplett in die Geschossdecke integriert, hat das fĂŒr die Baubeteiligten enorme wirtschaftliche Vorteile. Die GĂŒtegemeinschaft Nagelplattenprodukte e.V. und der Interessenverband Nagelplatten e.V. widmen sich vorgefertigten TrĂ€gerelementen fĂŒr Böden und Geschossdecken daher mit besonderer Aufmerksamkeit.

Besonders wirtschaftlich

Böden und Decken aus ParalleltrĂ€gern in einer Art Fachwerkarchitektur aus Holz und Metall zu gestalten, bietet sich schon vor dem Hintergrund des zunehmenden FachkrĂ€ftemangels am Bau an: Denn ParalleltrĂ€ger, die aus einem Unter- und Obergurt bestehen und ĂŒber ihre gesamte LĂ€nge beidseits mit V-förmigen Metallstegen verbunden sind, werden ebenso wie Nagelplattenbinder vorgefertigt. Insofern sind Böden und Geschossdecken aus ParalleltrĂ€gern eine weitere konsequente Umsetzung der Idee, Elemente und Bauteilgruppen in trockenen Hallen objektspezifisch maßgenau zu produzieren, auf die Baustelle montagebereit zu liefern und dort dann umso zĂŒgiger einzubauen.

Intelligente Konstruktion

ParalleltrĂ€ger bestehen ebenso wie Nagelplattenbinder aus Holz und Metall: Ober- und Untergurt aus festigkeitssortiertem Holz (zumeist der Klasse C24), die V-förmigen Verbindungsstege aus verzinktem Stahl. Das Besondere an diesen metallischen Verbindungsmitteln ist, dass sich an ihrem Fuß wie auch an ihren Enden Nagelplatten befinden, die sich fest im Holz verkrallen. Da sie bei der ParalleltrĂ€gerherstellung ebenso wie bei Nagelplattenbindern von beiden Seiten ins Holz maschinell eingepresst werden, sind sie als Konstruktionsvariante von Nagelplattenbindern anzusehen.

Rationelle Vorfertigung

Die Fertigung erfolgt mit speziellen Anlagen, ist aber auch auf Binderpressen wirtschaftlich möglich. Deren Ansteuerung erfolgt jeweils durch eine herstellerspezifische Software. Die Berechnungen richten sich dabei nach EuroCode 5 (EC5) auf der Grundlage von europĂ€ischen technischen Zulassungen (ETA) fĂŒr die TrĂ€ger.

EuropÀische Zulassungsfragen

Wie bei allen nicht normierten Bauprodukten erforderlich, ist auch fĂŒr die Anwendung von ParalleltrĂ€gern mit Metallstegen zum Bau von Decken und Böden ein produktspezifischer Nachweis - hier in Form europĂ€isch technischer Zulassungen - vorhanden. Die ETA kann als Bewertung der technischen Eigenschaften des Bauprodukts angesehen werden.

Vorteile, die sich rechnen

Parallelbinder mit Metallstegen... * ...sind CE-zertifizierte Bauteile * ...werden - ebenso wie Nagelplattenbinder - jeder einzeln objektspezifisch berechnet und statisch bemessen * ...sind erheblich leichter als Massivholz- oder Brettschichtholzbalken * ...ermöglichen das gebĂŒndelte Verlegen von Elektrokabeln und eine vorausberechenbare LeitungsfĂŒhrung fĂŒr Klima- und LĂŒftungsanlagen sowie fĂŒr die Wasserversorgung etc. * ...können gedĂ€mmt werden (z.B. mit Zelluloseflocken oder FasergefachdĂ€mmstoffen) * ...bilden als Deckensystem eine horizontale Installationsebene fĂŒr Rohrleitungen und Kabel parallel und auch quer zur TrĂ€gerspannrichtung * ...gewĂ€hren grĂ¶ĂŸtmögliche Gestaltungsfreiheit bei der Raumaufteilung im unteren und oberen Geschoss * ...machen abgehĂ€ngte Decken ĂŒberflĂŒssig, da sie Versorgungsleitungen in die Konstruktion integrieren und somit aus dem Blickfeld der Bewohner/Nutzer verschwinden lassen * ...bieten eine absolut ebene BeschichtungsflĂ€che fĂŒr Trockenestriche * ...ermöglichen eine unterbrechungsfreie TrittschalldĂ€mmung, da alle Installationen in der Tragwerksebene verlegt werden können * ...beschleunigen den Bauablauf durch maßgenaue Vorfertigung, Anlieferung aller Elemente in Verbaureihenfolge und eine im Voraus planbare Montage * ...erleichtern Wartungsarbeiten an der TGA und ermöglichen bei InstallationsschĂ€den schnelles Auffinden von Leckagen. Bei Rohr- oder Leitungsbruch bleibt zudem die TrittschalldĂ€mmung bzw. der Bodenbelag ĂŒber der Decke trocken * ... vereinfachen die Querverlegung von Versorgungsleitungen im Vergleich zu geschlossenen StegtrĂ€gern

Erfahrungswerte aus der Praxis

* In Betonverbunddecken bringt der Einsatz von ParalleltrĂ€gern beim Einschalen rund 25 Prozent Zeitersparnis, beim Ausschalen sogar bis zu 90 Prozent. * Durch die Möglichkeit zur Integration von Rohren und Leitungen in die Deckenkonstruktion werden die Folgegewerke Elektro und SHK (SanitĂ€r/Heizung/Klima) mit ihrer Arbeit wesentlich schneller fertig; die Zeitersparnis betrĂ€gt durchschnittlich 30 Prozent. * GegenĂŒber Massivquerschnitten verzeichnen ParalleltrĂ€ger eine Gewichtseinsparung von bis zu 50 Prozent und eine Materialeinsparung zwischen 12 und 53 Prozent.

Fazit: Wer rechnet, kann sich eigentlich kaum noch fĂŒr eine andere Deckenkonstruktion als mit ParalleltrĂ€gern entscheiden.

Auf Namenssuche

WĂ€hrend die metallischen Verbindungsmittel unter den Bezeichnungen easi-joistÂź (eingetragenes Warenzeichen des GIN-Mitgliedsunternehmens Wolf System; http://www.wolfsystem.com ) und "Posi Joist(TM)" (registrierte Marke des GIN-Mitgliedsunternehmens MiTek Industries; http://www.mitek.de ) bekannt sind, hat sich fĂŒr ParalleltrĂ€ger-Deckenkonstruktionen noch kein griffiger Name etabliert. Um den fachlichen Austausch ĂŒber das Deckensystem zu erleichtern und die Kommunikation zu vereinfachen, hat die GIN-Mitgliederversammlung den Marketingausschuss beauftragt, VorschlĂ€ge zur prĂ€gnanten Benennung zu entwickeln.

"Im GesprĂ€ch sind derzeit NamensvorschlĂ€ge wie "Victoria-Decke" (weil die Metallverbinder V-förmig sind und an das Victory-Zeichen erinnern), "DVD" alias "Doppel-V-Decke", "Nagelstegdecke" oder auch "Sinusdecke" (weil die Metallstege zwischen den Ober- und Untergurten bei lĂ€ngerer Betrachtung wie tanzende Wellen wirken). Wir können das Ganze natĂŒrlich ebenso vom Hauptnutzen her betrachten und die Konstruktion als "All-in-one-" oder - werblicher formuliert - als "Integra-Decke" bezeichnen, weil sich sĂ€mtliche Elektrokabel, Wasserleitungen und LĂŒftungskanĂ€le zwischen den Stegen verlegen und somit in die Deckenkonstruktion integrieren lassen. Vielleicht setzt sich ja auch ein Anglizismus durch wie "Open Web Joist". Bis wir uns auf eine Systembezeichnung geeinigt haben, sprechen wir am besten von "ParalleltrĂ€gerdecken"; das klingt zwar nicht so griffig, erzeugt vor dem geistigen Auge aber das richtige Bild", gibt Hans Werner Backes, Obmann im GIN-Marketingausschuss, Einblicke in die Kreativwerkstatt des Verbandes.

Bis zur Fachmesse Dach+Holz soll ein prĂ€gnanter Begriff gefunden sein und den GIN-Mitgliedern auf der Jahres-Hauptversammlung am 23./24. Februar 2018 in Köln vorgestellt werden. VorschlĂ€ge von Unternehmen aus der Bau- und Holzwirtschaft sind beim GIN willkommen und werden zusammen mit allen anderen Einreichungen sowie den Eigenentwicklungen der GIN-Mitglieder von einer Experten-Jury bewertet. Dem Unternehmen, das den Siegerentwurf einreicht, winkt fĂŒr ein Jahr eine unentgeltliche Schnuppermitgliedschaft im GIN.

Terminvorschau: Neue GIN-Seminare * GIN Montageseminar: Seminar Nr. 17/5 am 01. September 2017 in 33039 Nieheim * GIN Seminar Planung und PrĂŒfung von NP-Konstruktionen: Seminar Nr. 17/3 am 14. September 2017 in Stuttgart an der HFT Seminar Nr. 17/4 am 7. November 2017 in Braunschweig an der TU

Weitere Informationen und Anmeldeunterlagen zu den neuen GIN-Seminaren sind bei der GeschĂ€ftsstelle des GIN erhĂ€ltlich: GĂŒtegemeinschaft Nagelplattenprodukte e.V. und Interessenverband Nagelplatten e.V. c/o FORUM HOLZBAU, Hellmuth-Hirth-Str. 7, 73760 Ostfildern, Fon 07 11/2 39 96-67, Fax 07 11/2 39 96 66, Mail GIN@nagelplatten.de, Web http://www.nagelplatten.de

Über den GIN >Starke Verbindungen!< Nach dieser Maxime handeln die GĂŒtegemeinschaft Nagelplattenprodukte e.V. und der Interessenverband Nagelplatten e.V. fĂŒr derzeit 55 Hersteller und Verarbeiter von Nagelplatten und Nagelplattenprodukten: "Nagelplatten werden vor allem im Dach- und Wandbereich von WohnhĂ€usern, SupermĂ€rkten, Gewerbe-, Produktions- und Lagerhallen, landwirtschaftlichen GebĂ€uden, öffentlichen Einrichtungen wie Sporthallen sowie fĂŒr BrĂŒckenschalungen etc. als extrem belastbare Verbindungsmittel eingesetzt", erlĂ€utert GIN-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Thomas SchĂ€fer. Das "RAL-GĂŒtezeichen Nagelplattenprodukte" fĂŒhren alle Betriebe, die auch Mitglied der GĂŒtegemeinschaft sind. Es umfasst die Herstellung von Nagelplattenprodukten und kann sich darĂŒber hinaus auch auf die Montage von Nagelplattenbinderkonstruktionen erstrecken. Das GĂŒtezeichen Nagelplattenprodukte bĂŒrgt so fĂŒr sichere, maßgenau hergestellte Verbindungen von Holzelementen mit einer Spannweite von bis zu 35 m sowie fĂŒr die fachgerechte Montage gebĂ€udespezifischer Tragsysteme von allerhöchster, dauerhafter QualitĂ€t.

GemeinnĂŒtzig und solidarisch unterstĂŒtzt der GIN seine Mitgliedsfirmen in allen Fragen, die sich im Hinblick auf technisch vorbildliche und wirtschaftlich vorteilhafte Einsatzmöglichkeiten von Nagelplatten am Bau ergeben. Zugleich ist der Interessenverband Ansprechpartner und Auskunftsquelle fĂŒr Architekten, Hausbauunternehmen, BauĂ€mter, Zimmerei-, Dachdecker- sowie weitere Handwerksbetriebe, die Nagelplatten und Nagelplattenprodukte bei der Verwirklichung unterschiedlichster Bauvorhaben konstruktiv verwenden. 1982 gegrĂŒndet, gehört der GIN der VerbĂ€ndegemeinschaft FORUM HOLZBAU an, hat seinen Sitz in Ostfildern bei Stuttgart und wird von Jochen Meilinger (1. Vors.), Kay-Ebe Schnoor (2. Vors.) und Thomas SchĂ€fer (GeschĂ€ftsfĂŒhrer) vertreten. Weitere wissenswerte Informationen ĂŒber Nagelplatten und -produkte sowie ĂŒber den GIN als Interessenverband finden sich im Internet auf http://www.nagelplatten.de

(Ende)

Aussender: GIN, GĂŒtegemeinschaft Nagelplattenprodukte e.V. und Interessenverband Nagelplatten e.V. Ansprechpartner: Achim Zielke M.A., abp Tel.: +49 (0) 22 24/8 97 98 68 E-Mail: gin@textify.de Website: www.nagelplatten.de

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