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FRANKFURT - Der Euro kostet so viel wie seit mehr als zweieinhalb Jahren nicht mehr.

29.08.2017 - 11:21:42

Devisen: Euro steigt erstmals seit zweieinhalb Jahren über 1,20 Dollar. Am Dienstagvormittag stieg der Kurs erstmals seit Anfang 2015 über die Marke von 1,20 Dollar. In der Spitze mussten für einen Euro 1,2033 Dollar gezahlt werden.

Unter Währungsexperten werden sowohl Gründe für den Euro als auch gegen den US-Dollar genannt. Diese Kombination aus einem stärkeren Euro und einem schwächeren Dollar erklärt, warum die europäische Gemeinschaftswährung zur US-Währung besonders deutlich zugelegt hat: Seit Jahresbeginn betragen die Gewinne knapp 15 Prozent. Zu vielen anderen Währungen sind die Gewinne des Euro geringer, wie auch der von der EZB berechnete handelsgewichtete Eurokurs zeigt. Dieser ist seit Jahresbeginn um etwa 6,5 Prozent gestiegen.

EURO FEST - DOLLAR SCHWACH

Grundsätzlich begründen Fachleute die Euro-Stärke mit der wesentlich robusteren Euroraum-Konjunktur. Zugleich zeigen sich in den USA leichte konjunkturelle Bremsspuren. Noch schwerer wiegt die mittlerweile verflogene "Trump-Euphorie": Hatte der Dollar zunächst stark vom Wahlsieg des US-Präsidenten Donald Trump profitiert, ist von diesen Kursgewinnen nichts mehr übrig. Ausschlaggebend ist die große Ernüchterung darüber, dass Trump bisher keines seiner großen wirtschaftspolitischen Wahlversprechen umgesetzt hat. Dazu zählen in erster Linie eine Gesundheits- und eine Steuerreform.

Kurzfristig steht der Dollar darüber hinaus wegen der schweren Sturmflut in Texas und eines neuerlichen Raketentests Nordkoreas unter Druck. Am Dienstag ließ Nordkorea erstmals seit zwanzig Jahren wieder eine Rakete über Japan hinweg fliegen. Dies trieb die Anleger an den Finanzmärkten in klassische "sichere Häfen" wie den japanischen Yen und den Schweizer Franken. Auch die "Ersatzwährung" Gold war gefragt. Der Dollar verlor im Gegenzug an Wert.

WANN REAGIERT DIE EZB?

Auf der anderen Seite hat der Euro zuletzt einen Schub erhalten. Hier kommt die EZB ins Spiel, die bislang keine großen Anstalten macht, dem Kursanstieg verbal Einhalt zu gebieten. Am vergangenen Freitag hatte EZB-Präsident Mario Draghi auf der renommierten Notenbankkonferenz von Jackson Hole die Gelegenheit verstreichen lassen, den Kursanstieg mit Worten zu stoppen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Draghi gegen den Euro interveniert. Ein hoher Wechselkurs kann den Außenhandel und damit das Wirtschaftswachstum belasten sowie die ohnehin niedrige Inflation weiter drücken.

@ dpa.de

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