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08.03.2017 - 11:10:48

Union Investment: Die Landkarte des Sparens - So unterschiedlich sparen die Deutschen

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DGAP-News: Union Investment / Schlagwort(e): Studie/Studienergebnisse

Union Investment: Die Landkarte des Sparens - So unterschiedlich sparen die

Deutschen (News mit Zusatzmaterial)

08.03.2017 / 11:07

Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.

Die Landkarte des Sparens:

So unterschiedlich sparen die Deutschen

Die größten Sparvermögen gibt es im Süden der Republik

Berliner sind Sparmuffel, Baden-Württemberger sparen am meisten

Das Sparbuch ist im Osten aus der Mode, bei der Altersvorsorge sind die

Thüringer am aktivsten

Frankfurt, 8. März 2017 - Regelmäßiges Sparen steht bei den Deutschen trotz

niedriger Zinsen hoch im Kurs. Jeder zweite Deutsche legt Monat für Monat

Geld zurück, aber zwischen den einzelnen Bundesländern unterscheidet sich

das Sparverhalten teils erheblich. Als Sparmuffel zeigen sich etwa die

Berliner, während in Baden- Württemberg, Niedersachsen und Bremen sowie in

Schleswig-Holsten am meisten gespart wird. Vor allem in den östlichen

Bundesländern deutet ein Übergewicht an kleineren Vermögen und Sparraten

auf eine geringe Sparfähigkeit hin. Das mindert aber nicht zwingend die

Bereitschaft zum Sparen, wie Thüringen zeigt, dessen Einwohner mit großem

Engagement in Sachen regelmäßigem Sparen zu Werke gehen. Die Landkarte des

Sparens weist aber nicht nur Unterschiede im Sparaufkommen auf. Es zeigt

sich auch deutlich, dass Motive und persönliche Einstellungen zum Sparen

mitunter erheblich variieren. Das sind die wesentlichen Ergebnisse einer

repräsentativen Umfrage unter 8.000 über 16 Jahre alten Deutschen des

Hamburger Marktforschungsinstituts Elbe 19 im Auftrag von Union Investment.

Die Deutschen gelten als ein Volk der Sparer. Diese Tugend existiert in der

gesamten Bundesrepublik, sie drückt sich aber nicht überall in gleicher

Form aus. Aus dem Rahmen fallen etwa die Berliner: Hier sparen lediglich

39,6 Prozent monatlich. Zum Vergleich: In Niedersachsen (inkl. Bremen)

legen 55,7 Prozent Monat für Monat Geld zurück, der deutschlandweite

Durchschnitt liegt bei 52 Prozent. Auch unter den Menschen, die überhaupt

nicht sparen, liegt Berlin vorn (15,3 Prozent, Durchschnitt 10,4 Prozent).

Der Anteil der Nichtsparer ist damit in der Bundeshauptstadt annähernd

doppelt hoch wie in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Nichtsparerquote mit 7,3

Prozent am niedrigsten ist. "Man sieht, dass regelmäßiges Sparen nichts mit

dem Einkommen oder dem vorhandenen Vermögen zu tun hat. Gerade in einigen

finanzschwächeren Bundesländern sparen die Menschen sehr engagiert", sagt

Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment. Die

größten Sparvermögen gibt es im Süden der Bundesrepublik. Fast sechs von

zehn Befragten (58,4 Prozent) in Bayern geben an, mehr als 10.000 Euro an

Erspartem zu besitzen. Ähnlich hohe Werte erreichen Hessen, Baden-

Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Sparmotive und Lebenseinstellungen variieren mitunter stark

Die Unterschiede im Sparverhalten gehen einher mit variierenden

Einstellungen zum Leben überhaupt. So streben 79,7 Prozent der Menschen in

Sachsen-Anhalt an, ihren Lebensstandard sichern und verbessern zu wollen.

In Bayern sind dies hingegen nur 70 Prozent (Bundesschnitt: 72,9 Prozent).

Gespart wird vielmals, um im Notfall eine Reserve zu haben. Dies ist

besonders in Niedersachsen und Bremen wichtig. Hier setzen zusammen 73,5

Prozent (bundesweit durchschnittlich 67,4 Prozent) auf den Notgroschen,

wohingegen in Hamburg und Berlin wesentlich weniger Menschen aus diesem

Grund Geld zurücklegen (61,3 bzw. 62,4 Prozent). "Es ist zu erkennen, dass

in einigen Ländern mit kleineren Sparvermögen existenzielle Fragen rund um

die Lebensstandardsicherung im Vordergrund stehen. In Ländern mit höheren

Sparvermögen nennen die Menschen häufiger allgemeinere Ziele wie

beispielsweise finanzielle Unabhängigkeit", kommentiert Reinke.

Für das Eigenheim wird vor allem in Baden-Württemberg gespart

Beim Sparen für die eigene Immobilie werden die Baden-Württemberger ihrem

Ruf als Häuslebauer gerecht: Jeder vierte Einwohner dieses Bundeslandes

(24,1 Prozent) spart für den Hausbau oder -kauf. Für die Bewohner der

ostdeutschen Bundesländer Sachsen-Anhalt, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern

und Brandenburg ist das Sparen für das Eigenheim kein wichtiges Sparmotiv.

Dabei bildet Brandenburg, wo nur 12,9 Prozent der Befragten Immobilien als

Sparmotiv nennen, das Schlusslicht.

Konsumorientierte und reisefreudige Hamburger, Balance in Mecklenburg-

Vorpommern

Beim Konsum liegen die Hamburger vorn: 40 Prozent geben an, dass sie sehr

gern ihr Geld ausgeben, wohingegen die ostdeutschen Bundesländer hier sehr

viel verhaltener auftreten. In Brandenburg etwa gibt nicht einmal jeder

Vierte (24,1 Prozent) an, gerne sein Geld auszugeben, der bundesweite

Durchschnitt liegt bei 31,5 Prozent. Insbesondere beim Reisen sitzt das

Geld der Hamburger locker: 57,1 Prozent der Befragten im Stadtstaat geben

an, dass Reisen für sie ein wesentlicher Lebensinhalt sind. Die

Brandenburger sind deutlich weniger reiselustig. Dort ist nur für 42,6

Prozent das Reisen wichtig (Bundesdurchschnitt: 48,7 Prozent). Ein gutes

Gleichgewicht zwischen Sparen und Konsum ist den Menschen in Mecklenburg-

Vorpommern sehr wichtig. Beinahe zwei Drittel (63,8 Prozent) der Befragten,

sagen dies. Im bundesweiten Durchschnitt sind es 55,2 Prozent, in Hamburg

hingegen machen sich nur 48,5 Prozent ernsthafte Gedanken dazu. "Es wird

deutlich, dass dieses Thema in den neuen Ländern eher als Herausforderung

gesehen wird - möglicherweise weil die Menschen nicht so große Rücklagen

haben und sich tendenziell eher einschränken müssen", so der

Vorstandsvorsitzende von Union Investment.

Nüchterne Sparer in Sachsen, emotionale in Thüringen

Auffällig ist auch, dass sich das emotionale Verhältnis zum Sparen mitunter

deutlich unterscheidet. Im Wesentlichen zeigen sich drei Gruppen: Ein

kleiner Anteil, der mit dem Sparen grundsätzlich auf Kriegsfuß steht, ein

etwas größerer Anteil, der dem Thema offen und leidenschaftlich zugewandt

ist und der größte Teil, der zum Sparen eine eher rationale Beziehung hat.

Letztere Gruppe umfasst annähernd zwei Drittel (63,9 Prozent) der

Deutschen. Besonders nüchtern sind die Sachsen: Hier betrachten 70,2

Prozent der Befragten ihre Beziehung zum Sparen als Zweckgemeinschaft.

Unter denen, die emotionaler denken, liegen die Thüringer ganz vorn. Hier

vergleichen 34,3 Prozent (bundesweiter Durchschnitt 30 Prozent) ihr

Verhältnis zum Sparen mit einer Liebesbeziehung. Der Anteil derjenigen, die

damit auf Kriegsfuß stehen, ist in Mecklenburg-Vorpommern am größten. Dort

bezeichnet immerhin fast jeder Zehnte (9,2 Prozent) seine Beziehung zum

Sparen als Rosenkrieg.

Das Sparbuch ist im Osten aus der Mode

Fast zwei Drittel (59,8 Prozent) der Sparer in Baden-Württemberg haben es

noch: Das gute alte Sparbuch. In allen ostdeutschen Bundesländern und

Berlin hingegen spielt es keine so große Rolle mehr, hier besitzen

lediglich 36,5 Prozent der Befragten noch eins, in Brandenburg noch 40

Prozent. Bundesweit setzt immerhin noch jeder Zweite (51,7 Prozent) auf den

Klassiker der Geldanlage.

Das Tagesgeld mögen vor allem die Hessen (44,3 Prozent, bundesweiter

Durchschnitt 39,2 Prozent), eine Geldanlage in Wertpapieren die Bayern

(34,9 Prozent, bundesweiter Durchschnitt 29 Prozent) und die Hessen (34

Prozent). Auch die meisten Fondsbesitzer gibt es in Bayern. Hier legen 17,4

Prozent der Umfrageteilnehmer ihr Geld in Investmentfonds an, 16,3 Prozent

sind es in Schleswig-Holstein. Dort gibt es auch die meisten Besitzer von

Fondssparplänen (11,4 Prozent). Den zweiten Platz belegt mit 10,9 Prozent

und damit immer noch über dem bundesweiten Durchschnitt von 8,7 Prozent

Niedersachsen und Bremen. "Bundesweit ist festzustellen, dass der starke

Fokus auf den Notgroschen als Sparmotiv zu einer Übergewichtung täglich

verfügbarer Mittel führt. In Kombination mit einem hohen

Sicherheitsbedürfnis hat das zur Folge, dass die Deutschen mit ihrem

Sparverhalten weit hinter ihren Möglichkeiten bleiben", konstatiert Reinke.

Selbst da, wo sich zeitgemäße Sparformen mit wenig Risiko ausprobieren

lassen, wird dies häufig nicht genutzt. Beispiel Vermögenswirksame

Leistungen: Sie werden bundesweit nur von jedem Vierten genutzt. Dabei

ergeben die Studienergebnisse einen sehr unterschiedlichen Nutzungsgrad

über die Bundesländer hinweg. Sparen in Baden-Württemberg 29,2 Prozent

mithilfe der Arbeitgeberunterstützung, tun dies in Mecklenburg-Vorpommern

nur 15 und in Berlin nur 14,9 Prozent. "Bemerkenswert ist der Umstand, dass

die Form des vom Arbeitgeber geförderten Sparens ausgerechnet in den

Ländern mit eher niedrigeren Sparleistungen unterrepräsentiert ist. Gerade

dort sollten die Menschen über vermögenswirksame Leistungen ans regelmäßige

Sparen herangeführt werden", betont der Vorstandsvorsitzende des

genossenschaftlichen Fondsexperten.

Bei der Altersvorsorge sind die Thüringer am aktivsten

Regionale Unterschiede zeigen sich auch beim Sparen für die Altersvorsorge:

Das Thema ist zwar für jeden zweiten Deutschen (50,5 Prozent) ein Motiv zu

sparen. Aber zwischen der höchsten (Hessen: 55,5 Prozent) und der

niedrigsten Bewertung (Berlin: 44,8 Prozent) liegen immerhin fast zehn

Prozentpunkte. Eine private Altersvorsorge abgeschlossen haben 27,8 Prozent

der Befragten. Am aktivsten hierbei sind die Menschen in Thüringen. Hier

sorgen 34,2 Prozent privat für ihr Alter vor, in Mecklenburg-Vorpommern als

Schlusslicht tun dies lediglich 18,7 Prozent. Dennoch herrscht bei jedem

dritten Befragten eher Zweckoptimismus vor: 32,4 Prozent der Befragten

geben zu, für die Altersvorsorge eigentlich zu wenig zu sparen, hoffen aber

trotzdem im Alter damit klarzukommen. Diese Einstellung ist in Sachsen

überdurchschnittlich ausgeprägt (36,6 Prozent), in Schleswig-Holstein am

wenigsten (27,7 Prozent). "Man sieht auch, dass die private Altersvorsorge

grundsätzlich überall ein Thema ist. Viele handeln, aber in einigen

Bundesländern besteht besonders großer Nachholbedarf. In einigen östlichen

Landesteilen etwa ist das Prinzip Hoffnung überdurchschnittlich stark

ausgeprägt. Hier gilt es, die Menschen davon zu überzeugen, dass es wichtig

ist, das Thema nicht zu verdrängen", so Reinke.

Hinweis für die Redaktionen:

Das Hamburger Marktforschungsinstitut Elbe 19 hat in der repräsentativen

Umfrage im Auftrag von Union Investment mehr als 8.000 Sparer über 16

Jahren zu ihrer Einstellung zum Sparen befragt. Die Daten wurden im ersten

Quartal 2016 erhoben. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent

addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an. In

der Ergebnisdarstellung wurden die Bundesländer Rheinland-Pfalz und

Saarland sowie Niedersachsen und Bremen zusammengefasst.

Kontakt:

Union Investment

Brigitte Ott, Pressesprecherin

Telefon: 069 2567-2616

E-Mail: brigitte.ott@union-investment.de

Zusatzmaterial zur Meldung:

Dokument: http://n.eqs.com/c/fncls.ssp?u=POMUNCEVEA

Dokumenttitel: Studienbooklet

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